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Börsen droht am Montag ein Ausverkauf

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Den Börsen droht ein Ausverkauf

08.08.2011, 12:17 Uhr | dpa, dapd, AFP

Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft die Vereinigten Staaten von der Bestnote "AAA" auf "AA+" herab.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bonität der USA von der Bestnote "AAA" auf "AA+" herabgestuft. Jetzt zittern Anleger vor der Reaktion der Märkte am Montag. Einen ersten Vorgeschmack gab die Börse in Saudi Arabien, die am Samstag heftige Verluste erlitt. Und auch in Europa droht ein weiterer Kursrutsch. "Schlechte Nachrichten sind immer unangenehm für Märkte", sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, im Gespräch mit "Bild am Sonntag". Er rechne zwar nicht mit einem weltweiten Börsencrash, aber: "Es könnte Verluste geben."

"Schlag ins Gesicht der Weltkonjunktur"

Der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, erwartet nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit ebenfalls einen Ausverkauf an den Börsen. "Das wird die Verunsicherung an den Märkten noch weiter treiben", sagte Horn. Die Entscheidung der US-Ratingagentur bedeute "einen weiteren Schlag ins Gesicht der Weltkonjunktur".

ntwicklung wichtiger Indizes seit August 2010 (Grafik: dpa) (Quelle: dpa) Entwicklung wichtiger Indizes seit August 2010 (Grafik: dpa) (Quelle: dpa)

Institutionelle Anleger müssten nun reagieren und ihre jeweiligen Portfolios umschichten. Als Beispiel nannte der Ökonom Lebensversicherungen, die Staatsanleihen mit Bestnote in ihren Portfolios benötigen - sie müssten jetzt die ehemals als sicher eingestuften US-Papiere abstoßen. "An den Börsen werden auch in der neuen Handelswoche turbulente Tage zu erwarten sein", prophezeite Horn.

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Weil China massiv in US-Staatsanleihen investiert hat, werde auch dort die US-Herabstufung Konsequenzen nach sich ziehen. Eine gezielt strategische Umorientierung könne jedoch nur ein langfristiger Prozess sein. "Aber klar ist, dass China genau so negativ betroffen sein wird wie die USA, beide Länder sind eng durch die Rolle als Gläubiger und Schuldner miteinander verwoben", erklärte Horn. "Und dabei kommt keiner ungeschoren davon."

"Lage in Deutschland noch ausgezeichnet"

Zwar sei "die Lage in Deutschland noch ausgezeichnet", wie Horn mit Blick auf aktuelle Unternehmensdaten sagte. Dennoch: "Die Sorgen sind groß, dass die Märkte weiter unruhig sind und alle in Liquidität flüchten und damit die Weltwirtschaft zum Stillstand bringen." Über eine verschlechterte Kreditvergabe und eine verminderte Kreditnachfrage könne abermals die Konjunktur abstürzen

Zugleich hält die Deutsche Bank einen Anstieg der Inflation in Deutschland durch die Politik der Zentralbanken für möglich: "Die Zentralbanken werden eine höhere Inflation nicht nur tolerieren, sondern sogar im Namen der Finanzstabilität herbeiführen", sagte Thomas Mayer. Eine Staatspleite der USA hält er jedoch für ausgeschlossen. "Die USA bleiben weiter zahlungsfähig." Auch der Wirtschaftsweise Peter Bofinger versucht zu beruhigen: "Die USA können nicht insolvent werden."

Börse in Saudi-Arabien abgestürzt

Dennoch verunsichert die Herabstufung Anleger weltweit. So war Saudi Arabien der erste große Handelsplatz weltweit, der auf die Nachricht von der US-Herabstufung reagieren konnte. Und die Anleger verkauften. Bis zur Schließung am Samstagabend fiel der saudi-arabische Leitindex TASI um 5,5 Prozent auf 6073 Punkte. "Die Entscheidung von S&P und die Schuldenprobleme in Europa erfüllen die Anleger mit Angst", sagte der Finanzanalyst Abdulwahab Abu Dahesch.

Die Börse in Tel Aviv schob am Sonntag den Beginn der ersten Sitzung der Woche hinaus. Der Start sei um 45 Minuten nach hinten verlegt worden, damit Marktteilnehmer die Zeit haben würden, "um logisch und nicht unter Druck zu reagieren", sagte Börsensprecherin Idit Jaaron. Im vorbörslichen Handel war der Leitindex TA-25 um mehr als sechs Prozent zurückgegangen. Auch in den Märkten im Nahen Osten wurde ein Kurseinbruch verzeichnet. Der wichtigste Marktindex im Finanzzentrum Dubai sackte zunächst um mehr als fünf Prozent ab, ehe er sich später leicht erholte.


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Quelle: AFP , dapd , dpa , t-online.de

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Kommentare (148)

zum Forum

Thema: "Börsen droht am Montag ein Ausverkauf"

börsianer schrieb: am 7. August 2011 um 18:39:23
(0) (0) böse börse
LEUTE, schnell alles verkaufen, morgen ist börsisch ein heißer Tag. Laßt euch nicht verarschen. verkaufen !verkaufen!. ihr
werdet sonst euer blaues wunder erleben!
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Mich freut das schrieb: am 7. August 2011 um 18:36:00
(0) (0) Ich bin überzeugt
das bei der nächsten Wirtschaftskrise mal die in den oberen Eben wegmüssen, unten wurde ja schon alles an die Wand
gefahren. Krise komme.........................
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quibono schrieb: am 7. August 2011 um 18:13:08
(0) (0) Börse
Wenn man einen großen Teil der Kommentare liest, stellt man fest, dass es dringend notwenig wäre, bereits in den Schulen und allen
anderen Bildungstätten, als MUSS- Unterricht, ein Grundwissen über die Funktionen und Regularien der Basis unseres Finanz- und Wirtschaftsystems zu vermitteln. Vielleicht würden uns dann manch abenteuerliche Sprüche erspart bleiben und man äußerte sich sachgemäßer.
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