19.08.2011, 12:04 Uhr | dpa-AFX, AFP, dpa
Nach schlechten Vorgaben aus den USA und Tokio sackten auch die deutschen Indizes deutlich ab.
Weltweite Rezessionsängste haben die Börsen am Freitag weiter einbrechen lassen. Der DAX sank in einem extrem nervösen Handel zeitweise um mehr als vier Prozent auf 5345 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit November 2009. Am Mittag lag der deutsche Leitindex bei 5394 Punkten. Vor allem Papiere von Banken und Versicherungen sowie der konjunktursensiblen Autobauer gerieten unter Druck. Auch in Paris und London rutschten die Kurse weiter ab. Der MDAX verlor 3,2 Prozent auf 8258 Punkte, der TecDAX sackte um zwei Prozent auf 673 Punkte ab. Anleihen hingegen waren gefragt: Der Bund-Future lag leicht im Plus bei 135,83 Euro. Die Flucht der Anleger aus Aktien sorgt derweil fast stündlich für neue Allzeithochs beim Goldpreis. Zuletzt kostete die Feinunze 1867 Dollar und damit fast 50 Dollar mehr als am Vortag. Der Euro kostete zuletzt 1,432 US-Dollar. Ein Barrel WTI-Rohöl verbilligte sich hingegen um rund ein Prozent auf 83,39 Dollar.
Bereits am Donnerstag hatte es massive Verluste in den USA und Europa gegeben. Dies zog am Freitag auch die Märkte in Asien tief ins Minus. In Tokio verlor der Nikkei-Index für 225 führende Werte am Freitag zum Handelsschluss 2,51 Prozent oder 224,52 Punkte auf 8719,24 Zähler - das war der tiefste Stand seit Mitte März. Auch an anderen Börsen in Asien rutschten die Kurse ab.
Der DAX war am Donnerstag um 5,8 Prozent auf 5602,80 Punkte gesunken - das war der größte Tagesverlust in Prozent seit November 2008. Der Euro hatte ebenfalls deutlich an Wert verloren. Auch am Freitag konnte sich die Gemeinschaftswährung nicht von ihren starken Vortagsverlusten erholen. Befürchtungen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft und Sorgen um das europäische Bankensystem lassen die Kurse rund um den Globus einbrechen. Dies führe dazu, dass Investoren ihre risikobehafteten Anlagen wie Aktien nun auf den Markt werfen, sagte Stratege Ben Potter von IG Markets.
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Ein hochgradig nervöses Marktumfeld und die Angst vor einer merklichen Abkühlung der Weltwirtschaft dürften die US-Aktienindizes zum Handelsstart am Freitag zunächst weiter auf Talfahrt schicken. Der Future auf den Dow Jones stand eine dreiviertel Stunde vor Börsenöffnung 1,3 Prozent im Minus. Der Future auf den Technologiewerte-Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 1,1 Prozent nach.
Die Märkte fänden einfach keine Ruhe, hieß es einhellig von Händlern. Am Vortag war es an der Wall Street bereits zu einem Ausverkauf gekommen. Rezessionssorgen und verheerende US-Konjunkturdaten hatten den Dow zur Schlussglocke unter die Marke von 11.000 Punkten gedrückt.
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Auf dem deutschen Markt waren Unternehmensnachrichten vor dem Wochenende noch spärlicher gesät als zuletzt. Halbleiterwerte gerieten nach der Senkung der Jahresziele von Hewlett-Packard (HP) unter Druck. Infineon verloren knapp drei Prozent auf 5,34 Euro, für Dialog Semiconductor ging es im TecDAX um 2,7 Prozent auf 11,33 Euro nach unten. Der deutsche HP-Chef Leo Apotheker krempelt den weltgrößten Computer-Hersteller um. Der könnte sich von seinem PC-Geschäft trennen und will stattdessen Milliarden in den Kauf eines britischen Software-Spezialisten stecken. Zugleich dürfte das Geschäft mit Geräten mit dem eigenen mobilen Betriebsystem webOS gestoppt werden. Die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr senkte der Konzern teils kräftig. "Das wirkt sich auf die Technologiewerte negativ aus", kommentierte ein Händler. Das zeigten schon die Kurse der asiatischen Wettbewerber. Hinzu kommen einem anderen Börsianer zufolge schlechte Daten des Industrieverbandes nordamerikanischer Halbleiterausrüster SEMI.
Die SAP-Titel büßten nach anfangs freundlicher Entwicklung 2,1 Prozent auf 33,53 Euro ein. Software AG gewannen indes als TecDAX-Spitzenreiter 3,3 Prozent auf 27,43 Euro. Marktexperten sprachen von Übernahmefantasien, nachdem HP Pläne für den Kauf der britischen Software-Firma Autonomy bestätigt hatte.
Schon Ende Juli und Anfang August hatte eine regelrechte schwarze Serie die internationalen Börsen in die Tiefe gerissen. Die Dimension der Kurseinbrüche hat mittlerweile das Niveau vom Herbst 2008 erreicht - also der Zeit der schweren Finanzmarktkrise im Zuge der Pleite von Lehman Brothers. Seit Anfang August verlor der DAX bis zum Handelsschluss am Donnerstag mehr als 21 Prozent.
In Tokio verloren am Freitag vor allem exportorientierte Werte wegen des starken Yen, der Ausfuhren verteuert. In der vergangenen Woche sank der Nikkei insgesamt um 2,7 Prozent. Der Leitindex in Hongkong verlor 2,7 Prozent, der Leitindex in Südkorea sogar 6,2 Prozent. Die Börse in Sydney sank um 3,5 Prozent.
Die Kursturbulenzen an den internationalen Finanzmärkten trieben den Goldpreis weiter an. Er stieg am Freitag erstmals über die Marke von 1850 Dollar. In der Spitze kostete eine Feinunze (ca. 31 Gramm) des Edelmetalls 1852,75 US-Dollar. Damit wurde das Rekordhoch vom Vortag bei knapp 1830 Dollar deutlich übertroffen. Allein in der laufenden Woche legte der Goldpreis um gut 110 Dollar oder rund sechs Prozent zu. Gold gilt als Krisen- und Inflationsschutz.
Quelle: dpa , AFP , dpa-AFX , t-online.de
Wolfi schrieb:
am 18. August 2011 um 21:09:34
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Börsencrash
Weiter so, erst wenn alles auf 0 ist dann ist endlich Ruhe.
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RentnerWilli schrieb:
am 18. August 2011 um 20:49:29
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@Wilhelm der Achte
Ich dachte, mit den alten Scheinen über 100 Billionen Mark und mehr könnte ich endlich wieder etwas anfangen ...
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Herlmuth schrieb:
am 18. August 2011 um 20:47:56
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@Thomas
Genau! - Wer nicht wählt, verliert jede Chance, etwas mitbestimmen zu können. Wer sein Geld aus dem System abzieht, sollte auch so
konsequent sein und keine, aber auch wirklich keine Leistung des Systems in Anspruch zu nehmen. - Ich glaube, das geht nur im Ausland oder nach dem Tod.
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