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Börsencrash gestoppt: DAX zeigt Stärke

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DAX verringert nach Mega-Crash Verluste

09.08.2011, 15:18 Uhr | dpa-AFX, t-online.de - sky

Die Märkte in Asien verzeichnen deutliche Verluste. Zuvor hatten auch die US-Börsen Amerikas Verlust der Kredit-Bestnote teuer bezahlt.

Heftige Achterbahnfahrt in Frankfurt: Die Talfahrt am Aktienmarkt setzte sich auch am zehnten Tag in Folge fort. In einem Erholungsversuch schaffte der DAX zunächst im frühen Handel kurz den Sprung über die 6000er-Marke auf 6027 Zähler im Tageshoch. Doch dann tauchte der DAX 7,1 Prozent ab auf einen Stand von 5503 Zählern - und somit auf das niedrigste Niveau seit Februar 2010. Am frühen Nachmittag arbeitete sich der DAX aber wieder nach oben und verringerte sein Minus auf 0,9 Prozent und 5868 Stellen. Der MDAX legte sogar um 0,8 Prozent zu auf 8604 Punkte und für den TecDAX ging es um 1,3 Prozent nach oben auf 689 Stellen. Weiter lasteten der heftige Kursrutsch an der Wall Street vom Vorabend und die neuerlichen Verluste an den Börsen in Asien auf den Gemütern. Der Preis für eine Feinunze Gold (31,1g) setzte seinen Rekordlauf fort und notierte am Morgen im Hoch bei 1780 Dollar, zuletzt kostete das Edelmetall 1752 Dollar. Deutsche Staatsanleihen waren weniger gefragt: Der Bund-Future verlor 0,5 Prozent auf 132,47 Euro. Der Euro hielt sich bei 1,4256 Dollar (siehe Euro-Dollar-Kurs). Ein Fass Erdöl der US-Sorte WTI kostete 81,27 Dollar.

Anleger hoffen auf die Fed

Unterstützung für den DAX gab es von der Wall Street, sie dürfte nach der rasanten Talfahrt vom Vortag zu einer Erholung ansetzen. Vor dem Handelsauftakt lag der Future auf den Dow Jones mit 0,9 Prozent im Plus bei 10.827 Punkten. Die Anleger seien nach wie vor ungemein nervös, hieß es vor dem Hintergrund der starken Kursschwankungen. Außerdem warten die Investoren gespannt auf Hinweise der US-Notenbank (Fed) für einer weitere Lockerung der Geldpolitik. Heute Abend könnte die Fed im Anschluss an die Zinsentscheidung Signale für zusätzliche Anleihekäufe ("Quantitative Easing 3") geben.

Der deutsche VDAX, der die Schwankungsbreite des Leitindexes abbildet, schoss auf den höchsten Stand seit 2009 zum Ausklang der Weltwirtschaftskrise nach der Lehman-Pleite. Die Entspannung in der Nachfrage nach italienischen und spanischen Staatsanleihen übertrug sich nicht auf den Aktienmarkt.

Ingo Schmidt, Kapitalmarktexperte der Hamburger Sparkasse, sagte: "Man sucht derzeit den rettenden Anker und findet ihn nicht." Nachdem die Rede von US-Präsident Barack Obama am Vorabend nichts gebracht hat, setzt der Experte die Hoffnung auf die US-Notenbank. Chefvolkswirt Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank wertet die aktuellen Kurskapriolen als Übertreibung. "Es ist kein rationaler, sondern ein emotionaler Markt. Hier wird eine Situation diskontiert, die so gar nicht eingetreten ist." Jenseits der makroökonomischen Großwetterlage legen am Dienstag einige Unternehmen ihre Zahlen vor, darunter RWE.

Ausverkauf in der Region Asien-Pazifik

Allen Bemühungen der Politik zum Trotz hat sich die Talfahrt der Börsen rund um den Globus in Folge der Schuldenkrise in den USA und Europa fortgesetzt. Nach den Kursstürzen der Wall Street am Montag erlebten die Börsen im Asien-Pazifik-Raum gleich nach Handelsbeginn erneut deutlich Verluste, konnten sich aber im Handelsverlauf zumindest etwas erholen. Dabei lag das Minus an einigen Handelsplätzen wie zum Beispiel in Seoul zwischenzeitlich bei knapp zehn Prozent. Der alle asiatischen Märkte umfassende MSCI Asia Apex büßte zuletzt etwas mehr als vier Prozent ein, nachdem er zuvor um bis zu zehn Prozent abgesackt war. Den Verlusten konnte sich so gut wie keine Börse entziehen.

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So ging der japanische Leitindex Nikkei mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 8944 Zählern aus dem Tag. Der Index fiel damit erstmals seit Mitte März wieder unter die 9000-Punkte-Marke. Im Handelsverlauf war der Nikkei sogar bis auf 8657 Punkte abgerutscht. Auch die chinesischen Aktienmärkte gaben nach - teils um mehr als sieben Prozent. Auch hier erholten sich die Kurse zuletzt etwas.

Die Börsen in Neuseeland und Australien erlebten ebenfalls eine weitere Aktien-Talfahrt. In Wellington sank der Index NZX 50 zuletzt um 3,7 Prozent auf 3069 Zähler. Der NZX hat damit seit vergangenem Freitag bereits knapp neun Prozent verloren. An der Börse in Sydney drehte der ASX 200 im späten Handel ins Plus. Er stand zuletzt mit plus 0,5 Prozent bei 4005 Zählern, nachdem er zuvor bis auf 3765 und damit erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 4000 Punkte gefallen war.

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Kursmassaker in New York

An der New Yorker Börse ging es am Montag heftig nach unten - die Kurse fielen wie ein Stein und die Indizes gingen im Tagestief aus dem Handel, so dass der Leitindex Dow Jones Industrials letztlich mehr als 600 Punkte einbüßte und deutlich unter 11.000 Punkten aus dem Handel ging. Er schloss mit minus 5,6 Prozent bei 10.810 Punkten und damit auf dem tiefsten Schlussstand seit dem 4. Oktober 2010. In Punkten gerechnet war dies der sechstgrößte absolute Verlust überhaupt.

Der breit gefasste und finanzlastige S&P 500 brach um 6,7 Prozent auf 1119 Punkte ein und auch die Nasdaq-Indizes zeigten sich nach ihren insgesamt sieben- und achtprozentigen Verlusten in der Vorwoche erneut extrem schwach: An der Nasdaq verlor der Composite-Index 6,9 Prozent auf 2358 Punkte.

"Eine Abstufung durch S&P ist zwar erwartet worden, aber dass es so schnell kommt, hat geschockt", sagte ein Aktienexperte einer US-Adresse in London. Keith Wirt, Chef-Investmentstratege von Fifth Third Asset Management in Cincinnati ergänzte: "Zwar gibt es derzeit billige Aktien am Markt, aber die Emotionen kochen augenblicklich hoch. Es gibt genug Unsicherheiten und die Anleger wollen daher so wenig Risiken wie möglich." Einzelwerte spielten in diesem Marktgeschehen kaum mehr eine Rolle.

Es riecht nach Intervention

Der Panikindikator VIX zog derweil am Montag auf einen Stand von 40 Punkten davon - damit ließ er das Fukushima-Hoch vom März bei 32 Zählern hinter sich und erreichte den Stand der Griechenland-Krise des Vorjahres. Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index drückt die erwartete Schwankungsbreite des US-amerikanischen Aktienindexes S&P 500 aus. Ein hoher Wert weist auf einen unruhigen Markt hin, niedrige Werte lassen eine Entwicklung ohne starke Kursschwankungen erwarten.

Das Allzeit-Hoch des VIX lag nach dem Kollaps von Lehman Brothers bei rund 96 Zählern. Die Blicke der Anleger richten sich nun auf die US-Notenbank Federal Reserve. Nach dem heftigen Ausverkauf gilt ein Eingreifen der US-Notenbank Fed in Kooperation mit anderen Zentralbanken der Industriestaaten als ausgemachte Sache.

Bilanzen nur im Hintergrund

Die Aufmerksamkeit der Anleger wird vor allem durch das Marktumfeld gebunden. Aber mit Bilanzvorlagen drängten sich auch einige Einzelwerte in den Fokus. So rutschten RWE nach ihrem Halbjahresbericht auf den tiefsten Stand seit Ende 2003 und verloren 6,2 Prozent auf 28,79 Euro. Der zweitgrößte deutsche Energieversorger hat im ersten Halbjahr wegen des Atomausstiegs wie erwartet weniger verdient.

Für die Papiere von Heidelberger Druck ging es nach anfänglich deutlichem Minus zuletzt um 3,8 Prozent nach oben auf 1,62 Euro. Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller hat seinen Verlust im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni zwar verringert. Die Markterwartungen hat er jedoch nicht erfüllt.

Leoni sprangen indes um 9,1 Prozent auf 28,90 Euro und damit an die MDAX-Spitze. Der Kabel- und Bordnetz-Spezialist hat im zweiten Quartal einen kräftigen Gewinnsprung verzeichnet, und die Ende Juli erhöhte Prognose für das Gesamtjahr bestätigt.

Papiere der Lufthansa profitierten mit einem unterdurchschnittlichen Verlust von 0,7 Prozent auf 11,82 Euro von dem abgewendeten Streik der Fluglotsen.


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Kommentare (315)

zum Forum

Thema: "Börsencrash gestoppt: DAX zeigt Stärke"

Axel schrieb: am 9. August 2011 um 16:43:15
(0) (0) Na also, läuft doch wie geschmiert!
Seit Obamas trotzigem Sprüchle, dass die USA immer eine AAA Volkswirtschaft bleiben würden, geht´s
wieder bergauf! Auch mit dem Ölpreis. Spekulation lohnt sich immer in diesem System. Der Friedensnobelpreisträger ist eben auch nur ein Büttel des Großkapitals. - So geht´s, wenn Politiker sich zu Gunsten der Hochfinanz selbst entmachten...
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Banker Friedrich schrieb: am 9. August 2011 um 16:35:27
(0) (0) Börsencrash
Wie ich bereits schrieb. Der Dax wird als einzigster weltweit als Gewinner hervorgehen. Ich habe bereits investiert. Schau ma
Mal wie es in 6 Monaten aussieht. - Ich bin sehr sehr optimistisch
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Wolf 59 schrieb: am 9. August 2011 um 16:30:38
(0) (0) Finanz und Börsenschwindel!
@der Aufklärer! Meinen Sie in D. sieht es besser aus?Seit der letzten Finanz und Wirtschaftskrise sind in D.
dennoch (oder gerade deswegen) die Privatvermögen enorm gestiegen! Wie st das möglich und vor allem wer hat dieses Vermögen! Genau die Gleichen wie vor der Krise!Komisch, oder!?
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