09.08.2011, 17:44 Uhr | AFP
Der Abwärtstrend hat auch technische Gründe (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Stress ist normal für einen Börsenmakler, doch derzeit liegen die Nerven bei den Händlern blank. Die zittrigen Kurven der Aktienindizes zeugen von der Nervosität der Broker. Hauptursache für die fallenden Kurse ist die Angst vor einem weltweiten Wirtschaftsabschwung. Doch der negative Trend wird noch verstärkt - durch den computergesteuerten Handel. Senkt sich der virtuelle Daumen, senken sich auch die Kurven der Börsenindizes.
Der Kursabfall an den Börsen ist ein Ausdruck von Unsicherheit über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung. Mehrere Faktoren führten zu dieser Unsicherheit: In den USA war es der langwierige Schuldenstreit und schließlich die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt. In Europa ist es die hohe Verschuldung vieler Euro-Staaten und die dort beschlossenen Sparprogramme. Hinzu kommen Befürchtungen, dass auch nicht betroffene Staaten wie Deutschland am Ende zahlen müssen, weil sie indirekt über die Interventionen des Euro-Rettungsfonds EFSF und der Europäischen Zentralbank (EZB) für die Schuldenstaaten einstehen müssen.
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Staatsanleihen des Landes bislang nicht geschadet. Laut Analysten gelten sie noch immer als sicherer Hafen in der Krise, denn die USA werden ihre Schulden wohl zurückzahlen. Führen die drastischen Sparmaßnahmen aber zu einem Einbruch der Wirtschaft, verdienen Unternehmen schlechter. Das antizipieren die Investoren an den Börsen - und verkaufen ihre Aktien deshalb: "Sie projizieren die Zukunft auf heute", sagt der Präsident des Bayerischen Finanz-Zentrums (BFZ), Wolfgang Gerke.
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Sobald sich die Kurse einmal deutlich abwärts bewegen, setzt eine weitgehend automatisierte Spiralbewegung nach unten ein - denn der Börsenhandel läuft heute überwiegend computergesteuert ab. Viele Aktienfonds-Anbieter etwa legen Schwellenwerte für Verluste fest, bei denen sie Aktien verkaufen müssen. Fällt ein Aktienkurs unter den festgelegten Wert, schaltet die Maschine sofort auf Verkauf. Es stehen mehr Papiere zum Verkauf, die Kurse fallen dadurch weiter - und erreichen eine Schwelle, bei der weitere Computer ebenfalls auf Verkauf schalten und so fort. Die Kurse sinken dadurch tiefer und tiefer.
Wer seine Aktien zu teureren Preisen eingekauft hat und nun, da sie gefallen sind, verkauft, hat Geld verloren. Wer seine Papiere hält und das Tief ausharrt, hat hingegen noch keinen direkten Geldverlust erlitten.
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Diejenigen, die auf fallende Kurse gewettet haben. Das können beispielsweise Hedge-Fonds sein: "Sie können derzeit starke Gewinne machen", sagt Gerke. Aber auch, wer im vorherigen Tief der Börsen Aktien gekauft und sie nun vor oder zu Beginn des neuen Absturzes losgeworden ist, hat einen ordentlichen Gewinn eingestrichen.
Die Geschehnisse an den Börsen seien weder ein Börsencrash noch eine neue Wirtschaftskrise, sagt der Deutschland-Chef der Fondsgesellschaft Fidelity, Christian Wrede. Die fallenden Kurse seien aber "ein klarer Warnschuss der Märkte an die Politik", denn "die Märkte brauchen Sicherheit und Klarheit". Den deutschen Unternehmen gehe es "blendend, sie sind liquide, die Auftragsbücher sind voll". Für Investoren sei deshalb "jetzt eine gute Gelegenheit einzusteigen" und Aktien zu kaufen. Und entscheiden sich wieder mehr Investoren zum Kauf, steigt die Nachfrage und die Kurse gehen wieder nach oben.
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Quelle: AFP
ReRo schrieb:
am 10. August 2011 um 09:59:23
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Wirtschaftskrise/Börsencrash
Einem kleinen Unternehmen würde man bei solch einer Misswirtschaft die Bude schließen. Dann kommt noch die
hausgemachte Panikmache der Presse hinzu, die der Wirtschaft wieder einmal die Dynamik nimmt. Es hängt einem zum Halse heraus zu sehen, wie alles Eraarbeitete den Bach runter geht. Also, ihr lieben Presseleute, haltet Euch zurück mit dieser negativen Berichterstattung.
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Alois schrieb:
am 10. August 2011 um 09:33:19
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Italien sitzt auf riesigen Goldreserven.
Den Nachrichten vom 9.8.2011 haben wir entnommen, dass Italien auf einem Goldberg sitzt. Dieses Gold
können sie erst einmal verkaufen, bevor die "Euro-Kasse", d.h. wir, zahlen. Das Rentenalter muss auf europ. Ebene gleich werden und das Steuersystem reformiert werden. Eine gründliche Erforschung der "Schätze" der anderen Länder ist notwendig. Für einen Laien ist die Beurteilung der Lage allerdings schwierig.
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Spiel schrieb:
am 10. August 2011 um 08:54:50
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Geld
Ganz genau diese Spielautomaten müssten verboten werden. Besser wäre ein Gesetz, dass jede Transaktion dokumentiert und mit einer
Minigebühr von z.B. 10 cent belegt werden muss !!! Ganz ganz einfach und effektiv !!!
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