
11.01.2012, 09:57 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Fusion zwischen Frankfurt und New York ist in Gefahr.
Die Aussichten für einen Zusammenschluss von NYSE und Deutsche Börse werden zunehmend trüber: Die Wettbewerbsaufsicht fürchtet eine Dominanz im Derivatehandel. Die Entscheidung über die Fusion soll bis Februar fallen.
Die EU-Kommission will den Zusammenschluss von Deutscher Börse und NYSE Euronext in der geplanten Form unterbinden. Nach Informationen der "Financial Times" und der "FTD" haben Beamte von Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia den Kommissaren in einer internen Empfehlung nahegelegt, die Fusion zu verbieten, sofern die Unternehmen nicht eine ihrer beiden Derivatebörsen verkaufen. Die Wettbewerbshüter stören sich an der marktbeherrschenden Rolle der Deutsche-Börse-Tochter Eurex und der zur NYSE gehörenden Derivatebörse Liffe, die vereint den börslichen Derivatehandel in Europa dominieren würden.
Einen kompletten Verkauf eines der beiden Handelsplätze hatten Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni und NYSE-Chef Duncan Niederauer bisher ausgeschlossen. Sie hatten den Wettbewerbsbehörden lediglich offeriert, einige Teile des Derivategeschäfts abzugeben. Zudem boten Deutsche Börse und NYSE an, Dritten einen Zugang zu Eurex Clearing zu gewähren, die Derivate auf Zinsprodukte und Aktienindizes abwickelt.
Nun bleiben den Fusionspartnern noch drei Wochen, um den Zusammenschluss zu retten. Es ist äußerst selten, dass die Kommission eine Fusion verbietet. Die Frist für die Entscheidung läuft am 9. Februar aus. Vertreter der Deutschen Börse und der NYSE Euronext dürften jetzt verstärkt bei den anderen 26 EU-Kommissaren lobbyieren und ihre Argumente vortragen, weshalb der Zusammenschluss Vorteile für Europas Finanzmärkte hätte. Beide Börsenbetreiber betonen, dass die Börsen im Derivatehandel nicht nur miteinander, sondern auch mit dem außerbörslichen Handel der Banken konkurrieren.
Durch die Fusion könne ein regulierter Handelsplatz entstehen, der die Preismacht der Banken und Broker im außerbörslichen Handel brechen könnte. Eine gute Gelegenheit für Francioni und Niederauer, ihre Sicht der Dinge darzulegen, bietet sich beim Zusammentreffen der Entscheider beim World Economic Forum Ende Januar im schweizerischen Davos. Dort sind viele EU-Kommissare vertreten.
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Almunias Beamte sind der Argumentation von Deutscher Börse und NYSE Euronext nicht gefolgt. Sie verweisen auf die Marktmacht der Fusionspartner und Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber wie Nasdaq OMX oder London Stock Exchange. Am 19. Januar treffen sich die nationalen Wettbewerbsbehörden, um über den Entwurf der Entscheidung aus Brüssel zu diskutieren. Sie geben ihre Meinung an Almunia, dessen Beamte dann erneut einen Entwurf erarbeiten und der Kommission zur internen Abstimmung geben. Die Kommissare wollen in ihrer Sitzung am 1. Februar über das Thema debattieren. Wenn es dann keine Einigung gibt, wird es eine Woche später am 8. Februar noch einmal thematisiert - einen Tag vor Ablauf der Frist.
"Die Deutsche Börse und NYSE Euronext haben noch keine Entscheidung der Europäischen Kommission erhalten", teilte die Deutsche Börse mit. "Wir haben der Kommission deutlich gemacht, welche Vorteile unser Zusammenschluss bringen würde." Eine Sprecherin von Wettbewerbskommissar Almunia lehnte eine Stellungnahme ab.
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Quelle: Financial Times Deutschland
keinschlauer schrieb:
am 14. Januar 2012 um 10:50:24
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Börsenfusion
Nein zu dieser Börsenfusion.Wir sind die größte Volkswirtschaft in Europa und hier gehört die Börse hin.Der Francioni hat
hier nicht sein eigenes Süppchen zu kochen.Jetzt rächt sich,dass die Euro-Zone immer noch glaubt,ohne eine Leitbörse auszukommen.Wir brauchen die in Frankfurt,sorry London,aber du bist ja eigentlich gegen den Euro!
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TimBln schrieb:
am 11. Januar 2012 um 17:02:59
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Börse
@Tango, Wo werden deutsche Interessen mit Füssen getreten ??? Wir können froh sein das die EU wenigstens noch aufpasst ,wenn unsere
Kanzlerin und der Finanzminister schon nicht fähig oder willens sind die Zerschlagung des Finanzplatzes Frankfurt zu verhindern,nichts anderes wäre diese Fusion nämlich
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soso schrieb:
am 11. Januar 2012 um 16:58:14
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Na sowas !
Schon schön ,wenn mann "Derivatebörsen" braucht um zu spekulieren ! Wird echt Zeit, das die Börsen an sich mal
überdacht werden ! Dieses Instrument bräuchte eine weiterentwickelte Species nicht, aber davon sind wir( Menschen) noch weit entfernt !
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