24.03.2011, 15:46 Uhr | dapd
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (Foto: imago)
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnt vor dramatisch steigenden Strompreisen, sollte Deutschland innerhalb weniger Jahre aus der Atomenergie aussteigen. "Ein schnellerer Umbau unserer Energieversorgung hin zu den Erneuerbaren ist nicht zum Nulltarif zu haben", sagte Brüderle der "Wirtschaftswoche". Gleichzeitig plant der Minister offenbar, den Ausbau neuer Stromtrassen für die erneuerbaren Energien per Gesetz vorantreiben.
Mit einem neuen Netzausbaubeschleunigungsgesetz sollen die Genehmigungsverfahren für neue Stromleitungen drastisch verkürzt werden, berichtete "bild.de" unter Berufung auf ein internes Papier des Ministeriums. "Wir brauchen bereits jetzt mehr als 3600 Kilometer neue Leitungen", wird Brüderle zitiert.
Um schneller in das Zeitalter der erneuerbaren Energien zu kommen, müssten diese Leitungen schnellstmöglich gebaut werden. Je mehr Öko-Strom fließe, umso mehr neue und moderne Netze würden benötigt. Ohne forcierten Netzausbau werde der Ausbau erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung nicht vorankommen.
Nach Informationen von "bild.de" will Brüderle das Gesetz am Montag vorlegen. Kernpunkt sei ein Bundesnetzplan. Darin würden die notwendigen Trassenkorridore bundesweit ausgewiesen und für den Bau von Hochspannungsleitungen reserviert. Der Flickenteppich bei den Genehmigungen aufgrund von Länderzuständigkeiten werde abgeschafft. Künftig solle es bundesweit ein einheitliches Genehmigungsverfahren geben.
Gemeinden müssten den Leitungsausbau künftig "im Interesse des Gemeinwohls" hinnehmen. Sie sollen dafür einen finanziellen Ausgleich erhalten. Die bisher unterschiedlichen Genehmigungsformate für Freileitungen und Erdkabel sollen vereinfacht werden. Zur Netzentlastung ist der Bau neuer Speicherkapazitäten geplant.
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Mit einem "Offshore-Masterplan" sollen den Angaben zufolge zudem Windräder vor den Küsten gebündelt an das Stromnetz angeschlossen werden. Darüber hinaus soll der Bau grenzüberschreitender Stromleitungen erleichtert werden und damit ein europaweiter Strombinnenmarkt entstehen.
Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" lässt Brüderle derzeit die wirtschaftlichen Auswirkungen eines schnelleren Ausstiegs aus der Kernenergie prüfen. Sollten die Atomkraftwerke dauerhaft abgeschaltet werden, bräuchte Deutschland zur Kompensation neue Gas- und Kohlekraftwerke, sagte der Minister der Zeitung. "Das wird zu höheren CO2-Emissionen und zu höheren Kosten führen." Hinzu kämen die Kosten für den Ausbau der Netze.
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) veranschlage die Kosten der grünen Stromherstellung bis 2050 auf rund 1455 Milliarden Euro, berichtete das Blatt. Eingerechnet seien der Bau neuer Anlagen, der Einsatz neuartiger Energiespeicher und der Einsatz effizienzsteigernder Techniken. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, erwarte bei einem vorzeitigen vollständigen Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie eine Erhöhung der Stromrechnung um durchschnittlich 18 Prozent.
Einer Umfrage zufolge wären 58 Prozent der Deutschen bereit, finanzielle Einbußen für atomfreien Strom hinzunehmen. Im Schnitt würden sie 15 Euro mehr zahlen, wie eine Erhebung von Emnid für die "Bild am Sonntag" ergab. 31 Prozent wären bereit, 1 bis 10 Euro pro Monat mehr auszugeben, 10 Prozent würden 11 bis 20 Euro akzeptieren. 7 Prozent wären sogar bereit, bis zu 30 Euro pro Monat mehr zu bezahlen. Eine Mehrheit (72 Prozent) befürchtet laut Umfrage jedoch, dass ein schneller Ausstieg aus der Atomindustrie einen großen wirtschaftlichen Schaden nach sich zieht.
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Quelle: dapd
UE50 schrieb:
am 26. März 2011 um 17:10:54
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Wahlversprechen
Die FDP hat doch noch nie ein Wahlverprechen eingehalten. Lachhaft diese Mannschaft, aber die kommen über jahrzehnte
sowieso nicht mehr ans Ruder. Die werden höchstens noch hinterherschwimmen können. Der fleissige Deutsche hat diesen Verein durchschaut. Am 27.3. gibt es nur 3,5% für diese Partei, da kann Herr Brüderle mit solchen Aussagen auch nicht mehr retten.
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Steinbeisser schrieb:
am 26. März 2011 um 14:30:57
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ohne Brüderle
Der Brüderle spielt doch nach dem 27.März keine Rolle mehr .Die FDP wird
keine 3 % bei den Landtagswahlen bekommen.
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Klaus schrieb:
am 26. März 2011 um 11:26:27
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Tolle Abzockidee Brüderle
Der Mann hat schon tolle Ideen wie der Bürger noch deftiger abgezockt werden kann. Die Prämien und Job-Angebote
der Energiekonzerne für den braven Befehlsempfänger Brüderle steigen vermutlich grenzenlos. Die nächsten Sponsorengelder zur Wahlkrampfunterstützung der FDP sprudeln nur so. Die Arbeitssklaven in den Konzernen werden halt noch etwas mehr ausgebeutet, und schon steigt der notwendige Reibach. "Freie Marktwirtschaft" (sprich: Neo-kapitalistische Ausbeutung) ist angesagt.
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