
06.09.2010, 11:43 Uhr | Financial Times Deutschland
Bei ihrem Spendenaufruf in China stoßen die beiden Milliardäre Bill Gates und Warren Buffett womöglich auf Widerstand. Der Leiter der Bill and Melinda Gates Foundation in Peking, Ray Yip, fürchtet laut Medienberichten, dass reiche Chinesen dem Beispiel von Gates und Buffett nicht folgen werden - und sich weigern, einen Teil ihres Vermögens auf Vorschlag der Amerikaner für karitative Zwecke einsetzen.
Einige wenige der reichen Chinesen, die zu einem Abendessen mit dem Microsoft-Gründer und dem legendären Investor eingeladen sind, hätten bereits abgesagt, sagte Yip laut dem "Economic Observer". Die Aussagen bestätigte er der "Financial Times". "Viele der eingeladenen Personen fragten vorab, ob sie gezwungen seien, auf der Veranstaltung etwas spenden zu müssen", sagte Yip. Auf der Gästeliste stehen unter anderem der Vorstandsvorsitzende des Immobilienunternehmens SOHO China, Zhang Xin, und Wang Chuanfu, der dem Auto- und Batteriekonzern BYD vorsteht.
Insgesamt 40 Milliardäre in den USA wollen mindestens die Hälfte ihres Vermögens für einen guten Zweck spenden. Die Superreichen schlossen sich einer von Gates und Buffett im Juni ins Leben gerufenen Initiative an. Die Liste der Unterstützer der Kampagne The Giving Pledge ("Das Spendenversprechen") liest sich wie ein Who's who der amerikanischen Wirtschaftselite. Zu den Spendern gehören neben Warren Buffett und Bill Gates selbst der Medienmogul Ted Turner, Oracle-Mitgründer Larry Ellison, Bankier David Rockefeller, Hotelerbe Barron Hilton, "Star Wars"-Erfinder George Lucas und der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg.
Die genaue Höhe der Spenden ist noch unklar. Allerdings gilt die Regel, dass Unterstützer der Kampagne geloben müssen, mindestens 50 Prozent ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden - zu Lebzeiten oder nach ihrem Tod. Über die Bestimmung entscheiden die Spender selbst. "Es ist kein juristischer Vertrag, es ist ein moralisches Versprechen", hatte Buffett vor Wochen gesagt.
Gates und Buffett haben das Ziel, dass von ihren Spenden eine internationale Sogwirkung ausgeht. Dazu reisen sie unter anderem nach China. Aufgrund des rasanten wirtschaftlichen Wachstums gibt es in der Volksrepublik mehr und mehr Milliardäre. Allerdings ist der karitative Gedanke noch nicht weit verbreitet. Laut Rupert Hoogewerf, der eine Liste mit den reichsten Chinesen veröffentlicht, gebe es in dem Land Vorbehalte. "Die Motivation, Geld zu schenken, wird hinterfragt", sagte Hoogewerf der "Financial Times".
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"Der wichtigste Teilhaber von Stiftungen in China ist der Staat. Jemand, der Geld gibt, macht sich der Einflussnahme verdächtig", sagte Hoogewerf. "Es wird gemutmaßt, dass es nicht um Philantropie, sondern um den Versuch reicher Wirtschaftsleute handelt, sich über Zuwendungen die Bürokratie gefügig zu machen."
Allerdings bestehe die Hoffnung, dass Gates und Buffett etwas bewegen könnten. Bereits nach dem Erdbeben in Sichuan im Jahr 2008 hätten die beiden Amerikaner erfolgreich darauf hingewirkt, dass reiche Chinesen für die Opfer spendeten. "Bill Gates und Warren Buffett sind für chinesische Unternehmer Idole. Vielleicht gelingt es ihnen, hier die Ära der Philantropie einzuleiten", sagte Hoogewerf.
Quelle: Financial Times Deutschland
Hansi schrieb:
am 4. September 2010 um 16:28:45
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Buffett und Gates
Die zwei kommen hoffentlich nicht nach Deutschland. Einer Einladung wird da wohl keiner folgen. Für die meisten sind die
einfachen Bürger doch nur Fußfolg.
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Rainer schrieb:
am 4. September 2010 um 16:12:42
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China
Sollen die ihr eigenes Geld spenden. Auch die werden vom Chinesen verarscht. Plagiate etc. Gates vor allem. Denen auch noch Kohle
nachschieben? Im eigenen Land ist auch nicht alles Gold. Also erst mal für die eigenen Lewute , dann der Rest.
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Schlonz schrieb:
am 4. September 2010 um 16:11:07
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Erbschaftssteuer
Ab 2011 gilt in den USA wieder eine 50%ige Erbschaftssteuer fuer Betraege ueber 1 Million USD; momentan gilt noch eine
befristete Aufhebung dieser Steuer. Dies erklaert, warum reiche Amerikaner auf einmal ihr Interesse daran entdecken, eine Stiftung zu gruenden. Deutsche Beispiele sind Bosch, Körber und Bertelsmann; ein schwedisches ist Ikea. Es handelt sich um ein Steuersparmodell.
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