Buffetts Kronprinz kündigt nach Vorwurf des Insiderhandels
31.03.2011, 12:45 Uhr | Financial Times Deutschland
David Sokol galt potenzieller Nachfolger Warren Buffetts (Foto: Reuters)David Sokol, Chairman bei mehreren Sparten der Holding Berkshire Hathaway, ist zurückgetreten. Er galt als ein Kandidat für die Nachfolge von Warren Buffett. Der Kündigung ging ein verdächtiges Investment voraus.
Insiderhandel mit Lubrizol-Aktien
Einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von US-Starinvestor Warren Buffett als Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ist nach einem umstrittenen Aktienkauf zurückgetreten. Buffett sagte, David Sokol habe privat Aktien des Chemie-Konzerns Lubrizol gekauft und ihm anschließend eine Übernahme der Firma empfohlen. Buffett betonte, er habe Sokol nicht entlassen und dieser habe seiner Ansicht nach bei dem Aktienkauf auch nicht gegen Gesetze verstoßen.
"Weder Dave noch ich glauben, dass die Lubrizol-Käufe in irgendeiner Art und Weise illegal waren", sagte Buffett. "Er hat mir gegenüber versichert, dass sie nicht zu seiner Entscheidung beitrugen, zurückzutreten."
Schwerer Schlag für Buffett
Buffett hatte eigenen Angaben zufolge den Kündigungsbrief am Dienstag erhalten. Er sei von dem Schritt überrascht worden, sagte der Star-Investor. Sokol, der schon zwei Mal in der Vergangenheit über einen Rücktritt nachdachte, wolle sich laut Buffett in der Zukunft verstärkt um die Investments für seine Familie und um gemeinnützige Anliegen kümmern.
Buffett hatte Lubrizol Mitte des Monats für neun Milliarden Dollar gekauft. Analysten bewerteten den Rücktritt Sokols als einen schweren Schlag für den Ruf von Warren Buffett, der sich für die Transparenz seiner Geschäfte rühmt. Die Aktien von Berkshire Hathaway gaben in Folge des Rücktritts nachbörslich drei Prozent nach.