
23.12.2011, 14:52 Uhr | Financial Times Deutschland
Der jüngste Stresstest hat bei dem Geldinstitut einen besonders großen Kapitalbedarf aufgedeckt. Nun verabschiedet das Bundeskabinett eine Neuauflage des SoFFin - der auf die Bedürfnisse der Commerzbank zugeschnitten ist.
Banken können sich laut dem im Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurf bis zu 80 Milliarden Euro an frischem Geld und 400 Milliarden an Garantien beim Staat holen. Die Neuauflage des vor einem Jahr geschlossenen Fonds war nötig geworden, nachdem die EU-Bankenaufsicht EBA bei sechs deutschen Banken einen Kapitalbedarf von über 13 Milliarden Euro festgestellt hatte. Die größte Lücke klafft bei der Commerzbank: Sie muss bis Juli 2012 rund 5,3 Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen.
Entgegen zwischenzeitlich diskutierten Plänen soll es Staatshilfen nur auf Antrag der Bank geben. Eine Zwangskapitalisierung ist vom Tisch. Eine weitere Neuerung am SoFFin kommt der Commerzbank besonders entgegen: So dürfen Banken künftig Staatsanleihen an den SoFFin auslagern und nicht nur Ramschpapiere aus der ersten Welle der Finanzkrise 2008. Staatsanleihen sind das Kernproblem der Commerzbank: Sie hat bei ihrer Tochter Eurohypo Papiere aus Euro-Krisenstaaten für 13,6 Milliarden Euro in der Bilanz, die bereits milliardenschwere Abschreibungen verursacht haben.
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Deutschlands zweitgrößte Bank beteuert, sie könne ihr Kapital ohne neue Staatshilfen stärken, indem sie weniger neue Kredite vergibt. Am Mittwoch schloss die Bank auch den Rückkauf von eigenen Anleihen ab, die weit unter Wert notierten. Sie konnte dabei 700 Millionen Euro Gewinn verbuchen und so ihre Kapitalbasis stärken.
Doch in Regierungs- und Finanzkreisen gilt es als unvermeidbar, dass die Commerzbank entweder frisches Kapital vom Bund nehmen oder Staatsanleihen in eine Bad Bank abgeben muss. Die Commerzbank könnte auf einen Schlag fünf Milliarden Euro Eigenkapital freisetzen, wenn sie die Eurohypo beim Staat ablädt. "Eine Bad Bank wäre mein Favorit, denn es würde der Commerzbank erlauben, nicht ans Eingemachte zu gehen. Es wäre geschäftspolitisch kontraproduktiv, wenn die Commerzbank ihre Direktbanktochter Comdirekt oder die polnische Bre Bank verkaufen müsste", sagte Martin Faust, Professor an der Frankfurt School of Finance.
Die Snoras-Bank mussten wegen Betrugsvorwürfen notverstaatlicht werden. zum Video
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Banken ihre Wertpapiere zu 90 Prozent ihres Wertes abgeben, damit die Bank einen Teil der Verluste trägt. Das ist die Mindestforderung der EU-Wettbewerbsaufsicht. Ob dies allein reichen würde, um eine Bad-Bank-Lösung ohne weitere Auflagen für die Commerzbank in Brüssel durchzubringen, ist allerdings ungewiss. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Bad Bank in dieser Dimension ohne Auflagen durchgeht", sagte ein Anwalt, der viele Beihilfeauflagen für Banken in Brüssel ausgehandelt hat. Bei einer großen Entlastung einer Bank durch den Steuerzahler müsste der Staat entweder später kompensiert werden, indem er für seine Verluste Bankaktien bekommt - oder die Commerzbank opfert doch noch profitable Sparten für einen Verkauf.
Einige Experten sehen den neuen SoFFin auch als Präventivmaßnahme über die Commerzbank hinaus - für den Fall einer Staatspleite etwa von Spanien, Italien oder Portugal. "Man will ein Werkzeug haben, falls es zum Zahlungsausfall eines großen Schuldners kommt. Ein Ausfall Spaniens oder Italiens ist momentan nicht eingepreist", sagte Dieter Hein, Analyst bei Fair Research. Dann könnten noch andere Banken den SoFFin brauchen.
Quelle: Financial Times Deutschland
Uwe schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 21:32:31
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Commerzbank
bei einer Commerzbank Pleite,würden weniger menschen arbeitslos und weniger menschen Arm,als zb. bei der Quelle Pleite..da
wurden incl. Zulieferer 150000 Menschen arbeitlos bzw. in die Armut gestürzt!! das sind nachweisbare zahlen..Die Commerzbank ist ein Privat Unternehmen und deren angebliche Aulandswerte und Aktionäre haben uns nicht zu Interessieren!! Die Figuren liessen uns nie an ihren Gewinnen teilhaben haben nichts fürs Land "Erwirtschaftet" Punkt!!!
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Uwe schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 13:50:46
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@Herb.Auer 13:38
das ist so nicht richtig dargestellt!! Der Bund gab 18 Milliarden als Stille Einlage ohne die 25+1 Aktie in Anspruch zu
nehmen.Was im nachhinein nicht nur von deutsche Bank&Co sondern auch von Politikern der Union Bemängelt wurde.Zurecht wie ich meine und das die Commerzbank bis heute nicht einen Cent Zinsen bezahlt hat,ist gelinde gesagt ein Skandal denn ach wie Merkwürdig,der Bund "Wir" musste Zinsen für die aufgenommenen Kredite zur Commerzbank Rettung bezahlen!!
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Herb.Auer, Pohlh. schrieb:
am 15. Dezember 2011 um 13:38:15
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Commerzbank, Hilfe v Bund
an "DresdnerBank" v 15.12., 12:45 h: Es ist NICHT (allein)
der Steuerzahler, der für die erlittenen
Schäden der CO.Bank aufkommt, sondern es sind die Anteilseigner dieser Bank (Aktionäre), die bis 95 % ihres Besitzes bisher eingebüßt haben. Der Bund hat sein Geld (Hilfen) zurück erhalten; aber ohne Zinsen. Dafür hat der Bund aber 25 % + 1 Aktie am Besitz dieser Bank. Wenn ich allein an den Immo.Besitz der Bank denke, hat der Bund
das Geschäft seines Lebens gemacht. Reibach hoch 3.
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