30.12.2011, 08:02 Uhr | dpa
Die Bundesagentur für Arbeit nutzt offenbar kreative Statistikmethoden, um ihre eigenen Zahlen zu schönen. So fallen nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) mehr als 100.000 ältere Arbeitslose aus der Arbeitslosenstatistik heraus. Dabei sind sie bei der BA registriert, beziehen bereits mehr als ein Jahr Hartz IV und haben in dieser Zeit kein einziges Jobangebot erhalten - also eigentlich schwere Fälle. Doch eine Sonderregelung macht den Statistik-Schmu möglich.
Die "SZ" stützt sich in ihrem Artikel auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Demnach sind mehr als 100.000 ältere Menschen bei der Bundesagentur für Arbeit registriert, ohne in der Arbeitslosenstatistik mitgezählt zu werden.
Hintergrund ist dem Bericht zufolge eine Sonderregelung, die 2008 von der großen Koalition eingeführt wurde: Wer mindestens 58 Jahre alt ist und wenigstens zwölf Monate Hartz IV bezieht, ohne ein Jobangebot bekommen zu haben, gilt nicht als arbeitslos. Im November 2011 seien dies bereits knapp 105.000 Personen gewesen, teilte das Arbeitsministerium in seiner Antwort mit - so viele wie nie zuvor. Würde man diese Gruppe in die Statistik einrechnen, ergäbe sich eine Arbeitslosenquote der 55- bis 64-Jährigen von 9,7 und nicht von 8,0 Prozent.
Die Grünen werfen der Bundesregierung deshalb vor, bei den Arbeitslosenzahlen vor der Einführung der Rente mit 67 zu tricksen. Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer forderte eine "ehrliche Arbeitslosenstatistik, die nicht länger die Probleme verschleiert". Ältere Arbeitslose dürften nicht aus dem Blick geraten, nur weil sie nicht in der Statistik seien.
Eine BA-Sprecherin erklärte, dass "wir die Älteren nicht links liegen lassen, auch wenn sie aus der Statistik gefallen sind". Sie bekämen "weiter Vermittlungsvorschläge", schreibt die Zeitung weiter. Das Arbeitsministerium erklärte, dass in früheren Jahren sogar noch deutlich mehr ältere Arbeitslose aus der Statistik gefallen seien. So konnten die mindestens 58-Jährigen gegenüber der BA erklären, dass sie nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. 2008 seien dies noch rund 620.000 Personen gewesen. Diese Regelung laufe nun aber langsam aus, weshalb heute deutlich mehr alte Arbeitslose in der Statistik erfasst werden.
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Quelle: t-online.de , dpa
Kritischer Politikbeobachter schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 18:52:15
(189)
(5)
Statistik-Betrug
Man kann diese bewusst gefälschte Darstellung durchaus als vorsätzlichen
Betrug bezeichnen, mit möglicherweise fatalen-,
darauf begründeten politischen Entscheidungen. Die Politiker interessiert das alles nicht, erst recht nicht ihren zuvor geleisteten Amtseid. Sie lügen und betrügen drauf los, was das Zeug hält. Hinzu kommt die Unfähigkeit zur Haushaltsführung. Trotz Steuereinnahmen in nie dagewesener Größenordnung hat D über 2 Bio. € Schulden ! Was machen die mit dem ganzen Geld ???
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Gabi schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 18:50:01
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Hausgemacht
hat die SPD mit ihrem Spitzenkopp Schröder doch toll hingekriegt oder. Gabriel und Nahles werden Schröder Fußstapfen sicher
gern vermehren, genau wie die Zahl der Arbeitslosen.
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Werner schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 18:37:10
(138)
(3)
Staatsbetrug
Schlimm genug, dieser vorsätzliche Betrug. Schlimmer wie in der ehemaligen DDR. Noch schlimmer dabei ist, wie die politik sich
damit in den Medien und im Bundestag brüstet. Und noch viel schlimmer ist, dass auf diesen Betrug auch noch Millionen von Wählern darauf reinfallen, indem sie diese Schönfärberei -Betreiber auch noch wählen. Bin mal gespannt, wie die von der Leyen diese Frage in irgendeiner Talksendung beantwortet, bzw. wie sie diesen Betrug
rechtfertigt.
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