Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Specials > Schuldenkrise >

Bundesbank stoppt Sarkozys 500-Milliarden-Dollar-Ding

...

Bundesbank stoppt Sarkozys 500-Milliarden-Dollar-Ding

08.11.2011, 09:06 Uhr | Financial Times Deutschland

Ein Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank hält einen Goldbarren in den Händen (Quelle: imago)

Ein Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank hält einen Goldbarren in den Händen (Quelle: imago)

Deutschland weigert sich, dem europäischen Rettungsfonds Zugriff auf seine Gold- und Devisenreserven zu geben. Deshalb ist eine Aufstockung des IWF-Kapitals um 500 Milliarden Dollar gescheitert.

Die Weigerung Deutschlands, dem europäischen Rettungsfonds EFSF Zugriff auf seine Gold- und Devisenreserven zu geben, hat deutlich größere Auswirkungen als bislang bekannt. Weil Bundesbank und -regierung es ablehnten, 15 Milliarden Dollar bereitzustellen, scheiterte auch der französische Gesamtplan, die Feuerkraft der EFSF und des Internationalen Währungsfonds (IWF) um insgesamt mehr als 500 Milliarden Dollar zu erhöhen. Dies berichtete die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Milliarden für direkte Hilfe

Dem Blatt zufolge legten die Franzosen einen dreistufigen Plan vor. Als erstes Element sollten Staaten über bilaterale Verträge zusätzlich zwischen 250 und 300 Milliarden Dollar in den IWF einzahlen. Durch diese Mittel wäre der Fonds in die Lage versetzt worden, kriselnden Ländern wie Italien direkt Geld zu leihen.

Strompreise
Was Sie schon immer über Energie wissen wollten
Was Sie schon immer über Energie wissen wollten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wir präsentieren in unserem großen Energiespecial die wichtigsten Infos zu Strom und Gas im Haushalt. Strompreise

Als zweites Element sollten noch einmal gut 250 Milliarden Dollar an sogenannten Sonderziehungsrechten für den IWF von den einzelnen Ländern bereitgestellt werden. Sonderziehungsrechte sind eine Art künstliche Währung beim IWF und gehören zu den nationalen Währungsreserven. Dahinter verbergen sich Ansprüche der Staaten an den Fonds. Sie werden von Ländern gehalten oder von deren Notenbanken. In Deutschland liegen sie bei der Bundesbank. Sie gehören wie der Goldbesitz zu den Währungsreserven.

Bundesbankpräsident gegen Vorschlag

Das dritte Element sah vor, dass die Euro-Länder ihre Sonderziehungsziehungsrechte im Volumen von 60 Milliarden Dollar bündeln und an eine Zweckgesellschaft des europäischen Krisenfonds verpfänden. 15 Milliarden Dollar davon hätte die Bundesbank bereitstellen müssen.

Partner-Angebot
Stromkosten zu hoch?
Jetzt Strompreise vergleichen und Anbieter wechseln (Foto: Montage)

Jetzt mit dem Verivox-Stromrechner Anbieter vergleichen, wechseln und Geld sparen!

Strompreisvergleich

Europa versucht, das noch 440 Milliarden Euro starke Schutzschild für den Euro auszweiten. Nach der Debatte über einen Hebel ist nun der Zugriff auf Währungs- und Goldreserven im Gespräch. das lehnt Bundesbankpräsident Jens Weidmann ab. Weidmann betrachtet den Vorschlag als eine Form monetärer Staatsfinanzierung, die nach den EU-Verträgen verboten ist.

Auslöser des Streits ist eine interne Stellungnahme von EZB-Juristen. Darin geht es um die Frage, ob die Währungsreserven der Euro-Staaten beim IWF in einem speziellen Fonds zusammengefasst werden können. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und andere Staats- und Regierungschefs hatten beim Gipfel der 20 mächtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Cannes Ende vergangener Woche ihre Idee präsentiert, Sonderziehungsrechte der 17 Euro-Staaten beim IWF in einem Fonds zu "poolen". Dadurch wären jene 60 Milliarden Euro zusammengekommen, von denen Deutschland 15 Milliarden Euro hätte erbringen müssen. Zusammen mit den 440 Milliarden Euro, die schon in der EFSF sind, könnten die 60 Milliarden Euro zur Stützung Italiens und anderer Wackelstaaten genutzt werden.

Partner-Angebot
Traum-Job finden
Jobsuche bei t-online.de (Foto: t-online.de)

Sie suchen einen neuen Job? Finden Sie den passenden Job aus fast 60.000 Stellenangeboten. Jobsuche starten

Kein Kommentar von der EU-Kommission

Die EU-Kommission gab keinen Kommentar ab zu Gedankenspielen, zur Euro-Rettung auch Gold- und Währungsreserven der Notenbanken heranzuziehen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso habe beim G20-Gipfel darauf gedrungen, dass die Mittel des IWF aufgestockt würden. "Und das nicht nur wegen der Euro-Zone, sondern auch wegen der weltweiten Lage", sagte Barrosos Sprecherin am Montag in Brüssel. Es gehe um einen globalen Schutzwall gegen Ansteckungsgefahren aus der Schuldenkrise.

Barrosos Vorstoß sei in der Abschlusserklärung des Treffens der reichsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Cannes vom vergangenen Freitag aufgenommen worden, sagte die Sprecherin. Die G20-Länder fordern darin ihre Finanzminister auf, bis Anfang nächsten Jahres mehrere Optionen zu untersuchen, darunter bilaterale Kredite von G20-Mitgliedern an den IWF oder freiwillige Beiträge auf ein IWF-Sonderkonto.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte berichtet, die USA, Frankreich und Großbritannien wollten den europäischen Rettungsschirm EFSF mit einem Teil der Gold- und Währungsreserven der Euro-Notenbanken auffüllen. Nach Einschätzung der Bundesregierung standen die von der Bundesbank verwalteten Goldreserven dagegen beim G20-Gipfel zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.

"Wir kennen diesen Plan und wir lehnen ihn ab"

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen Bundesbanksprecher mit den Worten: "Wir kennen diesen Plan und wir lehnen ihn ab." Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", hatte berichtet, dass wegen des Widerstands der Bundesbank das Thema wieder vom Verhandlungstisch genommen worden. Verbündete unter den anderen Notenbanken habe die Bundesbank nicht, und Bundeskanzlerin Angela Merkel verhalte sich uneindeutig.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat den EU-Finanzministern ein Konzept zur Unterstützung von Banken mit zu geringem Eigenkapital vorgeschlagen. Die Förderbank der EU-Staaten könnte zur Rekapitalisierung der Banken über zwei Jahre bis zu 74 Milliarden Euro zur Verfügung stellen, ging aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden EIB-Papier hervor. Dazu müssten die Mitgliedstaaten - die Eigner der Bank - aber das Kapital der EIB erhöhen. Das Konzept sieht noch zwei weitere Optionen vor.

Beim EU-Gipfel Ende Oktober hatten die Staats- und Regierungschefs beschlossen, dass die größten Banken in Europa wegen der Schuldenkrise vorübergehend mehr Eigenkapital halten müssen.


Anzeige
2,6% Zinsen aufs Trading-Konto
Testen Sie den Devisen-Handel mit dem kostenlosen Demokonto der FXdirekt Bank (Quelle: FXdirekt Bank AG)

Devisen-Handel beim Testsieger, Cash Back und keine Ordergebühren!

Jetzt sichern

Quelle: Financial Times Deutschland

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Bundesbank stoppt Sarkozys 500-Milliarden-Dollar-Ding" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Bundesbank stoppt Sarkozys 500-Milliarden-Dollar-Ding" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (129)

zum Forum

Thema: "Bundesbank stoppt Sarkozys 500-Milliarden-Dollar-Ding"

Dr. mult. schrieb: am 7. November 2011 um 19:59:46
(220) (39) Danke, Herr Kohl
Da läuft was gewaltig aus dem Ruder. Der Pfälzer und seine Nachwehen, wobei mich die heutige Situation nicht wundert. Kohl
war ja, bekanntlicherweise, nie kopflastig. Genau das war und ist das Problem. Vorausschauend war der ja nie. Was er optisch an Masse mitbrachte, fehlte andernseits an der intellektuellen Klasse. Für Kohl ohnehin ein ewiges Fremdwort.
mehr Kommentar melden

Nikolaus schrieb: am 7. November 2011 um 19:53:05
(147) (6) Goldreserven.
Nikolaus, pack endlich deinen Goldsack aus. Der Nikolaus lebte zwar in der Türkei, aber gerichtet an die Griechen und an die
anderen Mittelmeerländer. Bringt eure Goldreserven auf den Markt, um eure Schulden zu begleichen, was ich schon seit Jahren fordere, und damit ich wieder Gold kaufen kann zu vernünftigen Preisen (350 Dollar / Unze Feingoldgewicht). Die Deutsche Bundesbank soll endlich auch solche Forderungen stellen, denn diese haben mehr Macht und Einfluss als ich.
mehr Kommentar melden

Pater Teppich schrieb: am 7. November 2011 um 19:52:46
(238) (13) Gold
Aber das geht doch nicht, einfach nein sagen-Als stolzer Deutscher in einem stolzen Land ist man doch glücklich, wenn man sein letztes
Hemd für die abgibt, die selbst feixend 16 Gehälter einsteichen und den Toten eine "lebenslange " Rente auszahlen . Gold ist doch nicht alles, Der Undank für die Rettung dieser Länder ist doch Lohn genug und erfrischt die Seele
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Große Schuhvielfalt
Neue Frühlings-Trends von zalando.de

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr

Einkaufswelt
Mode von Laura Kent
Neue Frühlings-Trends von Laura Kent - bei WENZ

Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ

Einkaufswelt
Grills und Gartenkamine
Grills & Gartenkamine von plus.de

Jetzt aus über 150 Marken-Grills den passenden auswählen!
bei plus.de

Einkaufswelt
Trendmode aus Leinen
Trendmode aus Leinen von GERRY WEBER

Leicht, lässig und doch edel -
jetzt den Nature-Look entdecken! zum Special


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Heynckes: "Mit jedem Tag wird's schlimmer"
Jupp Heynckes hat die Niederlage gegen Chelsea noch nicht verarbeitet. (Quelle: imago)

Gerüchte um vorzeitigen Abschied. mehr

33 Jahre Haft für Bin-Laden-Jäger
Osama Bin Laden hielt sich in diesem Anwesen im pakistanischen Abottabad versteckt (Quelle: Reuters/dpa)

Keine Gnade für Doktor CIA - USA empört. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige