26.07.2010, 18:02 Uhr | Financial Times Deutschland
Bislang bestellte die Deutsche Bundesbank ihre neuen Euro-Banknoten bei zwei deutschen Druckereien. Nun lässt sie erstmals den Großteil im Ausland drucken.
Die Deutsche Bundesbank lässt erstmals den Großteil von neuen deutschen Euro-Banknoten im Ausland drucken. Bei dem Auftrag über mehrere Hundert Millionen Stück neuer Scheine wird die 2009 wieder verstaatlichte Bundesdruckerei in Berlin überhaupt nicht berücksichtigt. Der zweite deutsche Gelddrucker Giesecke & Devrient in München soll nur einen kleinen Anteil erhalten. Der Großteil des Auftrags geht nach "FTD"-Informationen an die beiden privaten Gelddrucker Oberthur in Frankreich und Enschede in den Niederlanden. Durch diese Auftragsvergabe sieht die Gewerkschaft Ver.di in Berlin und München 400 Stellen bedroht.
In deutschen Branchenkreisen ist von einem Horrorszenario die Rede. "Wir befürchten, dass bei dieser Form der Auftragsvergabe auch Neuentwicklungen zur Fälschungssicherheit des Euro leiden", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Ver.di. Dies weist die Bundesbank zurück. Die Aufträge gingen an geprüfte Druckereien. Die Auswahl sei "nach wirtschaftlichen Kriterien" erfolgt, sagte eine Sprecherin - eine Umschreibung für das billigste Angebot. Sie bestätigte, dass die Berliner Bundesdruckerei bei dieser Ausschreibung erstmals nicht berücksichtigt wird.
Mit der Vergabe eines Großauftrags für deutsche Euro-Banknoten ins Ausland wird die traditionsreiche Herstellstruktur aufgebrochen. Seit Jahrzehnten lieferte die Bundesdruckerei sowie Giesecke & Devrient jeweils rund die Hälfte der deutschen D-Mark und Euro-Banknoten. Die Bundesbank argumentiert, dass die 2008 erstmals in kleinem Maßstab eingeführte europaweite Ausschreibung unter 14 zugelassenen Euro-Druckereien nach den Regeln des Vergaberechts vorgeschrieben sei.
Branchenvertreter und die Gewerkschaft Ver.di argumentieren, dass andere Länder wie Italien, Frankreich und Spanien nicht ausschreiben, weil etwa die Notenbanken eigene Druckereien besitzen. Es gebe keinen echten Markt zum Euro-Banknotendruck. Ohne Not habe die Bundesbank mit der europaweiten Ausschreibung begonnen, während die übergeordnete Europäische Zentralbank ihre Ausschreibungspläne sogar nach hinten verschiebe.
Nur die Niederlande, Luxemburg, Slowenien, Finnland, Zypern und Malta schreiben ihre Euro-Druckaufträge aus. Nur 37 Prozent des jährlichen Euro-Bedarfs würden ausgeschrieben - davon entfallen allein 30 Prozentpunkte auf Deutschland. Seit Jahren beklagen die wenigen privaten Gelddruckereien einen unfairen internationalen Wettbewerb durch Staatsdruckereien. Jetzt bekriegen sich die Privaten auch noch um die wenigen Euro-Aufträge.
Offiziell wollen sich "wegen des laufenden Auftragsverfahrens" weder die Bundesdruckerei, noch Giesecke & Devrient äußern. Hinter den Kulissen wird in der verschwiegenen Gelddruckerbranche der Bundesbank aber vorgeworfen, ohne Zwang die deutschen Unternehmen zu schädigen, die in der Entwicklung neuer Sicherheitsmerkmale führend sind.
Die neue Generation von Euro-Scheinen soll neue Sicherheitsmerkmale erhalten. Deren Entwicklung und Drucktechnik koste aber Millionen. Während Giesecke & Devrient eigene Forschung zur Geldsicherheit betreibe, stehe bei Oberthur und Enschede der reine Gelddruck im Vordergrund. Hier versuchten Druckereien, einen Verdrängungswettbewerb zu betreiben, heißt es. Unter den 14 zugelassenen Euro-Druckereien sind nur vier private.
Quelle: Financial Times Deutschland
Gibson_1956 schrieb:
am 25. August 2010 um 22:03:31
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Bundesbank
Würde mich schon interessieren, wer hier kräftig mitverdient - Es wohl nur eine Frage der Zeit bis das skurille Gebilde EU
wieder auseinander bricht. Je eher desto besser, obwohl die Grundidee gut ist. Aber theoretisch sind Sozialismus, ja selbst Kommunismus eine prima Sache, aber eben nur theoretisch. Deshalb zum Teufel mit der EU und die Entscheidungsträger der Bundesbank gleich mit.
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Doofie schrieb:
am 13. August 2010 um 11:13:01
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heimlich
Na es sind doch die gleichen Personen an der EU-Regierung wie hier.Doppelt dreifach oder 10 fach abkassieren heisst das neue
Motto.Viel anonymer,und zu weit weg um nachzuforschen was aus Aufträgen und Transferleistungen wird.
Das Kapital Bestimmt wie getanzt wird und das Volk darf aus 5-6 von deren Tänzern die aktuelle Regierung auswählen.
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HRW schrieb:
am 26. Juli 2010 um 18:18:43
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Bundesbank
Europa schlägt vor und der Bundesdackel wezt hinterher und sogar ohne Hirn, wie bei einem Zeichentrickfilm. Und die Politiker
staunen und wundern sich. Wenn Kritik kommt weinen sie und rennen davon. Sch.. auf sogenannte "freie Marktwirtschaft" und Globalisierung!
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