07.10.2011, 15:25 Uhr | dpa-AFX, dpa
Nachdem Philipp Rösler im Berliner Wahlkampf noch mit einer griechischen Insolvenz liebäugelte, präsentiert der FDP-Chef jetzt eine neue Idee. Deutsche Bürokratie soll dem verschuldeten Land helfen, seine Wirtschaft in innovativen Bereichen aufzubauen.
Experten vom Bundeskartellamt und der Bundesnetzagentur sollen Griechenland beim Aufbau konkurrenzfähiger Märkte etwa im Energie- und Telekommunikationsbereich unterstützen. "Wir wollen beispielsweise helfen, um hier einen freien, wettbewerblichen Markt auf den Weg bringen zu können", kündigte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou, Finanzminister Evangelos Venizelos und Wirtschaftsminister Michailis Chrysohoidis an.
Rösler erhöhte zugleich den Druck auf die Regierung, sich um nicht bezahlte Rechnungen griechischer Firmen bei ihren deutschen Geschäftspartnern zu kümmern. "Wir sind der griechischen Seite sehr dankbar, dass sie uns bei der Lösung dieser Probleme umfangreich helfen will." Bei der Finanzierung neuer Investitionen in Griechenland bietet die Staatsbank KfW jetzt deutschen Firmen besonders günstige Konditionen.
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Trotz dieser Probleme ist die deutsche Wirtschaft zu milliardenschweren Investitionen in Griechenland bereit. Am Rande eines deutsch-griechischen Unternehmertags in Athen bot die Solarbranche an, fünf Prozent zu den 20 Milliarden Euro des "Helios"-Plans der griechischen Regierung beizusteuern. Zudem will E.ON Ruhrgas mit Partnern für 1,5 Milliarden Euro eine Gaspipeline durch Griechenland bauen.
Die deutsche Unternehmerschaft stelle bereits jetzt zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts in seinem Land dar, sagte Chrysohoidis. "Wir ändern grundlegend die Karte für das Unternehmertum", sagte er. "Wir wollen ein effizientes, außenwirtschaftlich orientiertes und produktives Griechenland." Sein Land habe "schmerzhafte Maßnahmen für das Volk ergriffen" und wolle alles tun, um die Krise zu überbrücken, bis es wieder Wachstum gebe.
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Grundsätzlich betonte Rösler erneut, dass Griechenland in der Euro-Gruppe bleiben solle: "Wir müssen alles dafür tun, alle Staaten in der Euro-Zone zu halten." Dazu müsse die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einzelner Länder gestärkt oder wiederhergestellt werden.
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Quelle: t-online.de , dpa-AFX , dpa
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