28.05.2008, 17:15 Uhr | dpa
Das Bundeskartellamt untersucht den Wettbewerb auf dem Kraftstoffsektor. Dabei soll nach Angaben der Behörde geprüft werden, ob die Kraftstoffmärkte in Deutschland ordnungsgemäß funktionieren. Im Rahmen dieser sogenannten Sektoruntersuchung sollen zunächst die generellen Marktbedingungen beleuchtet und mögliche Wettbewerbsverzerrungen identifiziert werden, hieß es. Sollten sich Anhaltspunkte für Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht ergeben, würden angemessene Maßnahmen ergriffen.
Zahlreiche Verbraucherbeschwerden sowie Eingaben freier Tankstellenbetreiber haben nach Angaben der Wettbewerbshüter Anlass zu dieser umfassenden Untersuchung gegeben. Während viele Kraftfahrer der Preisbildung bei Benzin und Diesel grundsätzlich misstrauten, hätten speziell freie Tankstellenbetreiber den Markengesellschaften vorgeworfen, sie mit Beschaffungspreisen über den Tankstellenabgabepreisen in sogenannte Preis-Kosten-Scheren zu nehmen. Zudem wolle sich das Bundeskartellamt eine aktuelle Marktdatengrundlage verschaffen, da die letzte umfassende und bundesweite Erhebung schon einige Jahre zurückliege. Ein erster Zwischenbericht soll bis Ende des Jahres veröffentlicht werden.
Der nach Darstellung der Behörde sehr transparente deutsche Tankstellenmarkt sei von einem marktbeherrschenden Oligopol von fünf integrierten Mineralölgesellschaften geprägt. Rund 73 Prozent des Kraftstoffabsatzes entfielen auf die Unternehmen Shell , BP (Aral), ConocoPhillips (Jet), Exxon Mobil (Esso) und TOTAL.
Erste Schwerpunkte der Untersuchung seien daher die Großhandelsmärkte und die Preisbildung im Kraftstoffsektor. Zudem gehe es um die Auswirkungen auf den Wettbewerb bei Tankkarten-Systemen und von Markenpartner-Verträgen. Markenpartner betreiben als an sich unabhängige Kraftstoffhändler Tankstellen für Markengesellschaften.
Quelle: dpa , t-online.de
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