30.09.2011, 13:36 Uhr | dpa, dapd
Kohlekraftwerk Mannheim: Reserve für sonnen- und windarme Wintertage (Quelle: dpa)
Die sogenannte Kaltreserve für Zeiten mit hohem Stromverbrauch in Deutschland wird ohne ein Atomkraftwerk bereitgestellt. Stattdessen sollen konventionelle Kraftwerksblöcke im Südwesten als Reserve dienen, wenn es im Winter wegen der Stilllegung von acht Atomkraftwerken zu Stromengpässen kommen sollte. Das gab der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, in Berlin bekannt.
"Es bleibt uns erspart, ein Kernkraftwerk zu reaktivieren", sagte Kurth. Die Situation in Deutschland werde für mehrere Jahre aber "sehr ernst bleiben". Die Landesregierung in Baden-Württemberg hatte sich zuvor bereiterklärt, im Großkraftwerk Mannheim (GKM) fünf statt bisher vier Blöcken gleichzeitig den Betrieb zu erlauben. Sie hatte damit den Weg dafür bereitet, dass es kein AKW im "Stand-By"-Betrieb geben muss. Damit ist das Aus für alle acht vom Netz genommenen Atommeiler endgültig - bis 2022 sollen die verbleibenden neun Kernkraftwerke schrittweise abgeschaltet werden.
Zudem werde mit zwei weiteren Kraftwerksblöcken im Rhein-Neckar-Raum sichergestellt, dass genug Reserveleistung zur Verfügung stünden, betonte die Netzagentur. Damit ist das Aus für alle acht Meiler endgültig. Die Bundesländer hatten zuvor darauf gedrungen, auf ein AKW als "Kaltreserve" zu verzichten.
Außer dem Block 3 des Großkraftwerks Mannheim (203 MW) sollen das Kraftwerk 2 Mainz-Wiesbaden (Gasturbine, 350 MW) und Block C des Kohlekraftwerks in Ensdorf (Saarland) (286 MW) die sichere Versorgung im Rhein-Neckar-Raum im Fall von Engpässen gewährleisten. Darüberhinaus gibt es in der Mineralölraffinerie Oberrhein in Karlsruhe 10 Megawatt Kapazität und im Reservekraftwerk Freimann in München, das mit Erdgas läuft, weitere 106 MW.
Ein Kernkraftwerk als Kaltreserve hätte nach Schätzung der Bundesregierung 50 Millionen Euro pro Jahr gekostet. Experten hatten kritisiert, dass es im Fall von Engpässen zu lange dauern könnte, bis ein Atomkraftwerk wieder angefahren werden kann und Strom liefert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte betont, dass nach Möglichkeit kein Kernkraftwerk als Kaltreserve dienen soll.
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Quelle: dpa , dapd , t-online.de
HTL schrieb:
am 3. September 2011 um 18:52:45
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@Techniker
Atomkraftwerk als Kaltreserve war selbstverständlich eine Schnapsidee.
Nach vorübergehendem Einsatz wochenlang die Brennstäbe
unter ENERGIEAUFWAND wieder abzukühlen, kann nicht rentabel sein. Herr
Teyssen hat diesen Politikerwunsch für KKI 1 umgehend abgelehnt. Selbst-
verständlich geht ein zusätzlicher Wärmetauscher zu Lasten des Wirkungs-grades aber letztlich ist der Endpreis je erzeugter kWh entscheidend. In der Regel sind die Fixkosten bei kleinen Altanlagen hoch - deshalb stillgelegt.
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Techniker schrieb:
am 2. September 2011 um 11:13:29
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HTL behauptete: "Alte Kohle- und Gaskraftwerke haben einen geringeren Wirkungsgrad ...
... und sind je Einheit leistungsschwächer als
die abgeschalteten AKWs." - Unzutreffend. Die zuerst abgeschalteten AKW sind genauso "alt", wie die Kohle-/Gaskraftwerke. Und da bei AKW aus Gründen der Strahlenabschirmung ( bzw. relativen Strahelnschutzes ) eine weitere Wärmetauscher-Stufe zwischengeschaltet ist, ist DEREN Wirkungsgrad kleiner. Und AKW mit einer Hochlaufzeit von 24 h als Kaltreserve vorzuhalten, entsprang halt dem Hirn einer angelernten (?) "Physikerin" ...
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Doc Stuttgart schrieb:
am 1. September 2011 um 13:18:38
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Die Grünen hatten recht
Endlich ein Hauch Vernunft von Wirtschaftsseite für Merkels atomvernarrten
Chaos-Mannen! Die Grünen hatten seit
Jahrzehnten recht mit ihrer Alternativ-strategie statt Atom und wurden laufend von Schwarz-gelb niedergebrüllt... Macht gut weiter,Grün-Rot in Ba-Wü.! P.S.: @Jogi & Co.: stoppt Eure Falschbehauptungen vom billigen Atomstrom, die Milliardensubventionen für Atomkonzerne und die ungelöste steuerfinanzierte Endlagerung schreien laut!
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