
23.12.2011, 07:31 Uhr | Spiegel Online
Beim Abschließen von Krediten hat Christian Wulff offenbar ein glückliches Händchen. Erst gewährte ihm ein Freund einen bequemen Privatkredit, dann zeigte sich auch noch die BW-Bank großzügig. Der Politiker könnte laut Berechnungen von Experten so mehr als 150.000 Euro gespart haben.
Niels Nauhauser kennt die Tricks der Baufinanzierer. Bei dem Finanzexperten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg haben schon viele Häuslebauer Rat gesucht. Nauhauser erklärt dann, welche Konditionen günstig sind. Aber einen Hauskauf-Kredit, wie ihn Christian Wulff von der BW-Bank bekam, kennt selbst der erfahrene Experte nicht. "Mit so einem Angebot ist bisher kein Verbraucher zu uns in die Beratung gekommen", sagt Nauhauser.
Als Wulff Anfang 2010 einen Kredit für sein Haus bei der BW-Bank aufnahm, kam ihm das Geldinstitut sehr weit entgegen. Nach Informationen des "Spiegel" schloss Wulff mit dem Geldhaus, das zur Landesbank Baden-Württemberg gehört, keinen normalen Immobilienkredit wie ein durchschnittlicher Hausbauer ab. Der damalige Ministerpräsident von Niedersachsen finanzierte sein Eigenheim in Großburgwedel mit einem Finanzkonstrukt, wie es sonst für Unternehmen üblich ist.
Udo Reifner vom Institut für Finanzdienstleistungen (Iff) sieht Wulff mit dem Darlehen klar im Vorteil und sagt: "Das ist ein Geschenk der BW-Bank." Das Institut selbst räumte gegenüber dem "Spiegel" ein, solche Kredite würden nur an "gehobene Privatkunden" vergeben. Laut Berechnungen des Iff könnte der Bundespräsident gegenüber einem üblichen Darlehen mehr als 154.000 Euro gespart haben.
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Mit dem Kredit bei der BW-Bank löste Wulff sein Bequem-Darlehen aus dem Hause des Unternehmer-Ehepaars Geerkens über 500.000 Euro ab. Am 21. März 2010 vereinbarte die BW-Bank mit Wulff einen Kredit-Rahmenvertrag über 520.000 Euro - eine Art Dispo, der bis zum 31. Dezember 2024 laufen sollte.
Anders als bei Hausfinanzierungen üblich bekam Wulff einen höheren Kredit als die Immobilie kostete. Der Politiker zahlte für sein Eigenheim laut Kaufvertrag 415.000 Euro, bekam von der Bank aber 520.000 Euro. Das sei ungewöhnlich, sagt Verbraucherschützer Nauhauser. Denn die Auszahlung von Immobilienkrediten richte sich nach dem sogenannten Beleihungswert. Dabei wird der aktuelle Marktwert einer Immobilie mit einem Risikoabschlag belegt, um einen Preisverfall abzusichern. In der Regel zahlen Banken nur bis zu 80 Prozent des Beleihungswerts aus, sagt Nauhauser. Wulff aber bekam von der Bank ein Darlehen über 125 Prozent des Kaufpreises.
Eine weitere Besonderheit von Wulffs Darlehen: Die Zinsen waren variabel. Die Höhe richtete sich nach dem Zinssatz, zu dem Banken am Geldmarkt Geld leihen können. Der Zins habe zwischen 0,9 und 2,1 Prozent gelegen, sagten die Anwälte des Bundespräsidenten dem "Spiegel".
"Ein Zinssatz, der so günstig ist, kann nicht mehr getoppt werden", sagt Iff-Experte Reifner. "Geschäfte zu solchen Zinssätzen machen in der Regel nur Banken untereinander und das auch nur für kurze Laufzeiten." Wulffs Vertrag läuft seit März 2010. Laut Verbraucherschützer Nauhauser lag der durchschnittliche Bauzins seitdem bei etwa 3,5 Prozent.
Variable Zinsen wie in Wulffs Vertrag könnten aber auch zum Nachteil werden, sagt Nauhauser. Etwa wenn sich Banken in Krisenzeiten nicht mehr vertrauen und voneinander mehr Zinsen verlangen. So war es zum Beispiel während der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite. Damals lag der Euribor, einer der wichtigsten Referenzzinssätze, zwischen vier und fünf Prozent. Beim Euribor (European Interbank Offered Rate) handelt es sich um den Zinssatz, den europäische Banken untereinander beim Handel von Einlagen mit einer festgelegten Laufzeit von einer Woche bis zwölf Monate verlangen.
Die hohen Zinsen während der Finanzkrise trafen Wulff aber nicht. Er und seine Ehefrau Bettina hatten im Oktober 2008 einen günstigen Darlehensvertrag über 500.000 mit der Unternehmersgattin Edith Geerkens vereinbart.
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Finanzexperte Reifner hat umfangreiche Berechnungen angestellt und dargelegt, wie viel Geld Wulff durch seine speziellen Darlehen gespart haben könnte. Laut Iff und Experten der Zeitschrift "Finanztest" hatte der Bundespräsident allein beim Geerkens-Kredit einen Vorteil von Tausenden Euro gegenüber einem üblichen Bankdarlehen.
Die Iff-Experten kommen auf 20.957,14 Euro. Die Ersparnis durch das BW-Darlehen rechnete das Iff auf die gesamte Laufzeit von 14 Jahren hoch. Demnach könnte Wulff dadurch einen Vorteil von 154.266,67 Euro haben. Iff-Experte Reifner kritisiert das hohe Darlehen der BW-Bank und sagt: "Es hätte laut den Kriterien des Bankaufsichtsrechts nicht gewährt werden dürfen."
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Quelle: Spiegel Online
cat schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 22:19:36
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(1)
Wulff und die Kreditaffäre
Wieviele Lügenscheibchen und Mauscheleien kommen denn da noch ans Tageslicht? Hilfe, Herr Oettinger können sie
das mit aufklären? Herr Wulff, bereiten sie Ihrem Lügenkonstrukt ein Ende. Das kann ein Normalbürger nicht mehr ertragen, ohne Anspruch auf Schmerzensgeld. Da reicht dann auch kein überhöhter Kredit fürs Häusle, Gelle??????????????
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Günther schrieb:
am 27. Dezember 2011 um 13:12:08
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BP Wullf
Denk ich an Detschland in der Nacht so bjn ich um den Schlaf gebracht. So formulierte es Heinrich Heine. Dies gilt heute mehr denn
je. Armes Deutschland hast Du denn keine Köpfe,die ohne korrupt zu sein sich mit ihrer ganzen Kraft für das Wohl der Menschen in diesem Land einsetzen? BP Wullf sollte Charakter zeigen und ohne Pension sich von dem sowieso unnötigen Amt verabschieden.
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Lord of Hamburg schrieb:
am 25. Dezember 2011 um 13:53:11
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Nachtrag
@FDP-Mario, zu deinem Kommentar "Union fordert Atempause für Wulff" Du bist nicht nur eine Lachnummer, sonder auch noch
sowas von Blöd-Peinlich das einem zu Deinem Geschreibsel wirklich nichts mehr einfällt !! Ich wuste garnicht ,das man soviel Schwachsinn in einem so kurzen Beitrag wie deinem Texten kann,Du bist was das angeht,unübertroffen !
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