04.05.2010, 09:17 Uhr | dpa-AFX
Die Kosten laufen den gesetzlichen Krankenkassen davon (Foto: imago) (Quelle: imago)
Der Bundesrechnungshof (BRH) will künftig verstärkt das Finanzgebaren der gesetzlichen Krankenkassen untersuchen. Das erklärte BRH-Chef Dieter Engels in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche". Die Ergebnisse der bisherigen Prüfungen nannte Engels "unglaublich". Er monierte "überhöhte Vorstandsgehälter bis 300.000 Euro, abenteuerliche Abfindungen, zu hohe Verwaltungskosten, teure Beraterverträge", berichtete das Wirtschaftsmagazin vorab.
"Wie manche Kassen mit dem Geld der Versicherten umgehen, habe ich mir nicht vorstellen können", sagte Engels der "Wirtschaftswoche". Vor allem bei Kassen-Fusionen gebe "es Deals unter den Beteiligten, da bekommt ein Prüfer, der sie aufdeckt, graue Haare". Grund für die Missstände sei nicht zuletzt die lückenhafte staatliche Rechtsaufsicht. "Die Aufsicht durch das Bundesversicherungsamt genügt den Maßstäben einer unabhängigen Finanzkontrolle nur unzureichend. Hier müssen wir neue Formen finden", sagte Engels.
Schon seit längerem hat der Rechnungshof ein Auge auf die Bezüge der Krankenkassen-Bosse geworfen. Erst vor zwei Wochen hat die Behörde unangemessen hohe Abfindungen gerügt. So monierte der Rechnungshof zweifelhafte Abfindungsverträge in drei Fällen, die zur unnötigen Ausgabe von 1,6 Millionen Euro aus Versichertengeldern geführt hätten. Die Fusion von vier Kassen habe zum Ausscheiden von drei Vorständen geführt. Trotzdem bekämen alle drei mittels fragwürdiger Verträge bis zu sechs Jahre lang weiter ihre Vorstandsvergütung. "Das prangern wir an. Ein solches Vorgehen gerade in Zeiten finanzieller Probleme bei den Kassen ist nicht legitimierbar", sagte damals ein Behörden-Sprecher.
Schon in seinem Jahresbericht vom Dezember 2009 habe der Bundesrechnungshof festgestellt, dass die Vergütungen der Vorstandschefs großer Krankenkassen in 90 Prozent der Fälle überhöht seien, sagte der Sprecher. Immer wieder geraten Akteure im Gesundheitswesen wegen finanzieller Missstände in die Kritik. Zuletzt war bekannt geworden, dass falsche Krankenhausrechnungen die gesetzlichen Kassen Milliarden kosten.
Dabei benötigen die Krankenkassen eigentlich jeden Cent. Manche Kassen erheben seit kurzem wegen der Defizite der Krankenkassen von ihren Versicherten Zusatzbeiträge. Doch das haben viele Versicherte nicht hingenommen und kurzerhand die Kasse gewechselt. Auch in den kommenden Jahren wird die Lage für die Kassen nicht besser: Im vergangenen Jahr waren die Ausgaben der gesetzlichen Kassen für Medikamente um 5,3 Prozent auf mehr als 32 Milliarden Euro gestiegen. Für 2011 wird mit einem Defizit der Kassen zwischen 11 und 15 Milliarden Euro gerechnet. Die Gesamtausgaben für 2010 sind auf rund 170 Milliarden Euro kalkuliert.
Quelle: dpa-AFX
KOhl KLaus schrieb:
am 30. April 2010 um 18:52:36
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Finanzen
Eine Kasse reicht.
Wer ist an dieser Misere Schuld?
Der demokratische Wahn muß beendet werden
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Tina schrieb:
am 30. April 2010 um 18:00:46
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Rechnungshof
Toll, was dem rechnungshof jetzt einfällt, das beklagen die Bürger schon seit Jahren u spätestens seit dem umstrittenden
Gesundheitsfond hätte die Zahl drastisch reduziert gehört. Aber ein Wasserkopf hilft dem anderen. Wetten dass nichts passiert außer heißer Luft, bei uns sind die Umstände auch nicht viel anders als in Griechenland
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peter schrieb:
am 30. April 2010 um 16:29:07
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krankenkassen
alle krankenkassen abschaffen eine reicht und die muß überwacht werden, alle kosten wären sofort im griff. alle wissen es
keiner von der politik tut was weil sie geschmiert sind.
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