19.08.2009, 09:11 Uhr | t-online.de/business
Mit großem Ausschnitt ins Büro? Auch bei Hitze lieber nicht. (Foto: Imago)
Sommerzeit - heiße Zeit. Da stellt sich die Frage: Wie viel dürfen Mitarbeiter, aber auch Chefs im Büro an- bzw. ausziehen, ohne eine modische Todsünde oder einen geschäftlichen Fauxpas zu riskieren? Zu viel Freizügigkeit ist laut Experten in deutschen Büros tabu. Wir zeigen Ihnen, wie Sie fürs Business gut angezogen sind.
Generell erstreckt sich das Weisungsrecht des Arbeitgebers auch auf Fragen der Kleidung, so der Deutsche Arbeitsgerichtsverband. Das bedeutet, der Arbeitnehmer kann nur eingeschränkt das anziehen, wozu er gerade Lust hat. Sobald der Arbeitgeber - begründet - etwas dagegen hat, muss sich der Mitarbeiter den Anweisungen fügen. Das ist die arbeitsrechtliche Seite.
In Sachen Etikette und Stil gibt es jedoch einige Regeln, die man dringend beachten sollte, will man nicht ins Fettnäpfchen treten. Grundsätzlich gilt: Wer Kontakt mit Geschäftspartnern bzw. Kunden hat, bei dem sind Jackett, langärmeliges Hemd, Strümpfe und geschlossene Schuhe Pflicht - egal wie heiß es ist. Kurzarm-Hemden sind laut Etikette tabu. Feinstrümpfe gehören für die Damen unbedingt dazu - auch in Riemchensandalen. Gerade international und besonders in Asien sind kurzärmelige Hemden und strumpflos - bei Damen wie Herren - undenkbar, auch in den USA.
Bei hohen Temperaturen gilt Leinen als angenehmer Stoff. Allerdings geht Knitter-Look in der Geschäftswelt gar nicht. Man wirkt damit unprofessionell. Laut Studien sinkt übrigens auch die Autorität einer Frau, je mehr Haut sie zeigt. Vor allem Chefinnen und Frauen in leitenden Positionen sollten sich dies zu Herzen nehmen.
Bermudas an Herren sind im Geschäftsleben sehen Dresscode-Experten als eine Zumutung an - insbesondere gegenüber Geschäftskunden oder -partnern. Dass auch bei jungen Frauen Flip Flops, Minirock und Spaghettiträger in die Freizeit gehören, steht ihnen zufolge außer Frage.
Was aber tun, wenn ein wichtiges Meeting mit Geschäftspartnern ansteht, die Temperaturen nahezu unerträglich sind? Hier geht das körperliche Wohlbefinden vor, denn wenn der Schweiß von der Stirn rinnt, ist Konzentration nur noch schwer möglich. In der Regel schlägt der Ranghöchste innerhalb eines Meetings dann vor, die Jacketts abzulegen. Wenn er dies nicht tut, kann auch jeder andere dies vorschlagen.
Wenn eine Frau Chefin ist, fordert sie laut Benimm-Regeln dazu auf abzulegen. Sie darf aber auch stillschweigend als erste ablegen, und alle anderen folgen ihr. Damen dürfen übrigens immer ablegen und brauchen nicht zu fragen.
In vielen Firmen gibt es den "casual Friday", freitags darf es also bei der Kleidung ruhig etwas lässiger zugehen. Der Chef erlaubt etwa Jeans und Jackett oder auch T-Shirt und lässige Hose. Doch Achtung: Nur weil ein Chef einen Fehltritt in Sachen Business-Kleidung übersieht, bedeutet das nicht, dass er die Kleidung akzeptiert. Wahrscheinlicher ist, dass Chefs den Auftritt stillschweigend als unprofessionell einstufen, was sich nachteilig auf den Gesamteindruck auswirkt.
t-online.de/business
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