16.05.2011, 15:07 Uhr | Wolf von Dewitz, dpa
Beim Start in den ersten Job lauern viele Fettnäpfchen. (Foto: imago)
Beim Berufseinstieg ist diplomatisches Geschick gefragt. Denn als Neuling im Betrieb ist es vor allem wichtig, sich gut in das Team zu integrieren, erläutert Etikette-Expertin und Buchautorin Nandine Meyden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen perfekten Start hinlegen.
Der erste Eindruck am neuen Arbeitsplatz sei für die künftige Firmenkarriere oft entscheidend, so Meyden. "Eine zweite Chance gibt es eigentlich nicht." Dabei lauerten beim Start in den neuen Job jede Menge Fettnäpfchen. Eine ganz schlechte Idee sei es zum Beispiel, den Kollegen gleich das Du anzubieten oder in der Kaffeeküche mitzutratschen. Stattdessen sei Zurückhaltung angesagt.
Neulinge im Büro würden von alteingesessenen Kollegen häufig als Bedrohung wahrgenommen. Schließlich brächten Einsteiger oft frischen Wind in die Abteilung, durch den manches umgekrempelt wird. "Aber Menschen mögen nichts so ungern wie Veränderungen", betont Meyden, die Mitglied im Deutschen Knigge-Rat in Bonn ist.
Jobeinsteiger sollten erst einmal beobachten und zuhören, rät die Fachfrau. Auch wenn sie alteingesessenen Kollegen fachlich überlegen seien, sollten sich Neuankömmlinge mit Ratschlägen und Verbesserungsvorschlägen zurückhalten. "Wer am Anfang gleich andere Methoden vorschlägt, entwertet die Arbeit der Kollegen, obgleich die Arbeit möglicherweise gut läuft."
Wichtig sei es, viel zu fragen. So gibt ein Berufseinsteiger den Kollegen das Gefühl, dass er sie braucht und offen für ihre Arbeitsprozesse ist. Das Motto "Platz da, hier komme ich!" hingegen sei in der neuen Umgebung unangebracht, meint Meyden. "Wer als Neuling wirklich will, dass sich etwas ändert, der sollte mit seinen Vorschlägen warten."
Vorsicht ist auch bei privaten Themen angebracht. "Es geht niemanden etwas an, wenn meine Frau trockene Alkoholikerin ist oder mein Vater im Gefängnis sitzt", erklärt Meyden. Das seien Beispiele, die später im "Flurfunk" durch die Abteilungen gingen und den eigenen Ruf beschädigen könnten. Meyden warnt auch davor, mit manchen Kollegen zu schnell den Schulterschluss zu üben. "Wenn ich mich mit den Leuten verbrüdere, die beim Chef auf der Abschussliste stehen, fällt von denen etwas auf mich zurück."
Wer beim beruflichen Neustart von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, dem kann nach Einschätzung von Meyden nur eins helfen: "Er sollte mit offenen Karten spielen und zu seinen Kollegen sagen: 'Das tut mir leid, da muss ich wohl noch was lernen.'" Eine offene, freundliche und einsichtige Art helfe dabei, zerbrochenes Porzellan wieder zu kitten.
Quelle: dpa-tmn
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