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Razzia: Ermittler durchsuchen Zumwinkel-Burg

Erschienen am 13. März 2009 | aktualisiert am 17. März 2009 | cs
Burg Tenno am Gardasee - Klaus Zumwinkels neuer Hauptwohnsitz
Burg Tenno am Gardasee - Klaus Zumwinkels neuer Hauptwohnsitz
(Quelle: imago)
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Klaus Zumwinkel kommt nicht zur Ruhe: Auch in seinem Luxus-Exil am Gardasee hat die Bonner Staatsanwaltschaft den Ex-Post-Chef aufgespürt und seine Burg durchsucht. Diesmal geht es um die Spitzel-Affäre der Telekom. Nach Informationen der "Tageszeitung" (taz) und der "Bild"-Zeitung wurden bei der Aktion am Mittwoch unter anderem zwei Computer beschlagnahmt. Dabei weist Klaus Zumwinkel jegliche Verantwortung für die Bespitzelung von Journalisten und Aufsichtsräten scharf zurück.

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Auch Objekte in Deutschland durchsucht

Die italienischen Behörden hätten Rechtshilfe geleistet, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Fred Apostel. Den Zeitungen zufolge sollen auch fünf deutsche Ermittler an der Durchsuchung von Zumwinkels Burg beteiligt gewesen sein. Auch in Deutschland und der Schweiz sollen laut "taz" weitere Objekte untersucht worden sein - darunter offenbar die Zentrale der Deutschen Post in Bonn, wo Zumwinkel früher als Vorstandschef tätig war.

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Spitzelaffäre bei der Telekom

Die Telekom hatte im Mai vergangenen Jahres Strafanzeige bei der Bonner Staatsanwaltschaft erstattet, nachdem intern aufgedeckt worden war, dass 2005 und 2006 unter anderem Journalisten und Aufsichtsräte von der Konzernsicherheit bespitzelt worden waren. Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft richteten sich vor allem gegen acht Personen, darunter neben dem früheren Aufsichtsratschef Zumwinkel auch gegen den ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke. Dessen Wohnsitz in der Schweiz wurde ebenfalls durchsucht. Darüber hinaus sei auch das Haus seiner Ehefrau in Bayern durchsucht worden.

Zumwinkel ist sich keiner Schuld bewusst

Ricke hatte zugegeben, den Auftrag zum Aufspüren und Ausschalten einer undichten Stelle in Auftrag gegeben zu haben - nicht aber den Abgleich und die Analyse der Verbindungsdatensätze. Klaus Zumwinkel wies dagegen eine Mitverantwortung scharf zurück. Er habe sich in dieser Sache nichts vorzuwerfen, sagte er im Januar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Als damaliger Aufsichtsrat, auch als Vorsitzender des Gremiums, habe er keine Weisungsbefugnis gehabt. Das operative Geschäft habe der Vorstand geführt.

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Zumwinkel kooperiert mit den Behörden

Ein Sprecher von Klaus Zumwinkel erklärte, die Berichterstattung zeige zum wiederholten Male, dass vertrauliche Informationen aus Ermittlungsverfahren von Behörden nicht mit der gebotenen Sorgfalt als solche behandelt würden. "Herr Dr. Zumwinkel kooperiert seit vielen Monaten bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bonn zu den Vorgängen bei der Deutschen Telekom AG", hieß es. Der Manager werde auch weiterhin mit den Behörden zusammenarbeiten und begrüße, dass der Sachverhalt aufgeklärt werde.

Steuerhinterziehung vor einem Jahr aufgedeckt

Zumwinkel war vom Landgericht Bochum wegen Steuerhinterziehung von knapp 970.000 Euro über eine Stiftung in Liechtenstein zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldbuße in Höhe von einer Million Euro verurteilt worden. Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft hatten am 14. Februar 2008 Zumwinkels Villa und sein Büro in Bonn durchsucht. Der Spitzenmanager musste in der Folge von allen Posten zurücktreten. Im Februar hatte der dann Deutschland Richtung seiner Burg am Gardasee verlassen.

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