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Central-Krankenversicherung vor Radikalumbau

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Central-Krankenversicherung vor Radikalumbau

29.08.2011, 07:54 Uhr | Financial Times Deutschland

Deutschlands fünftgrößter Krankenversicherer - Central  (Quelle: Hersteller)

Deutschlands fünftgrößter Krankenversicherer - Central (Quelle: Hersteller)

Die Billigtarife bei Central sind gescheitert, deshalb bleibt bei der Generali-Tochter kein Stein auf dem anderen: Der private Krankenversicherer will seinen Außendienst komplett dicht machen - auch der Vertrieb über Versicherungsmakler wird eingestellt.

Deutschlands fünftgrößter Krankenversicherer

Die Generali-Tochter Central Krankenversicherung in Köln steht vor einem drastischen Umbau. Nach FTD-Informationen will Deutschlands fünftgrößter privater Krankenversicherer den eigenen Außendienst mit 600 Vertretern schließen. Der Vertrieb über Versicherungsmakler wird ebenfalls fast komplett eingestellt. Von den vier Vorständen werden die 40-jährige Mathematikerin Daniela Rode und der 42-jährige Jurist Friedrich Schmitt das Unternehmen verlassen, hieß es. Es bleiben Vorstandschef Heinz Teuscher, 49, und Vertriebschef Oliver Brüß, 45.

Konzernspitze sieht Bürgerversicherung kommen

Mit dem harten Einschnitt reagiert der Generali-Konzern auf das Scheitern des Versuchs, mit Billigtarifen hohes Wachstum in der Krankenversicherung zu erreichen. Außerdem bereitet sich das Unternehmen auf die Abschaffung der privaten Kranken-Vollversicherung durch die Politik vor. "In der Konzernspitze herrscht die Überzeugung, dass die obligatorische Bürgerversicherung kaum noch zu verhindern ist", sagte ein Insider. Für die Privaten bliebe dann das Zusatzgeschäft für Zahnersatz, Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung.

Mit Billigtarifen gewachsen

Central war in den vergangenen Jahren vor allem mit Billigtarifen gewachsen, die meistens von Selbstständigen abgeschlossen wurden, vom Kioskbesitzer bis zum Lkw-Fahrer mit eigenem Fahrzeug. Die Leistungen dieser Privattarife liegen in der Regel unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen.

Versicherte wechselten kaum aus Billigtarif

So wollte das Unternehmen die Flaute bei der Versicherung von besserverdienenden Angestellten überwinden. Das Kalkül: Wer erst einmal im Billigtarif für 150 Euro versichert ist, will seine Absicherung bald verbessern und wechselt in einen regulären - und deutlich teureren - Tarif. Doch das ging schief. Kaum ein Versicherter aus den Billigtarifen wechselte. Stattdessen stellten viele die Beitragszahlungen wegen wirtschaftlicher Probleme ein. Das fällt umso leichter, als der Versicherer bei Notfällen trotzdem zahlen muss.

Im März 2011 löste Konzernchef Dietmar Meister Central-Chef Joachim von Rieth ab und schickte Heinz Teuscher als Sanierer, der schon von 1992 bis 2008 dort arbeitete. Der Konzern will den Central-Vertretern den Wechsel zu einem anderen Vertrieb anbieten. Dazu gehören der Außendienst Generali Versicherungen in München und die Deutsche Vermögensberatung (DVAG), die mehrheitlich ihrem Gründer Reinfried Pohl gehört. Dort sollen sich die Vertreter aber nicht mehr auf die Krankenversicherung konzentrieren. Der Schritt ist auch ein Erfolg für Pohl, der den Central-Außendienst als ineffizient kritisiert hatte.

Kapazitäten müssen angepasst werden

Vorstandschef Teuscher sagte, dass die Auflösung des eigenen Vertriebs noch nicht beschlossen ist. "Wir prüfen die Einstellung des Außendienstes und die Möglichkeit, dass sich die Vermittler für andere Vertriebswege entscheiden können", sagte er der FTD. Beim Maklervertrieb, der von rund 70 Mitarbeitern betreut wird, sei kein kompletter Verzicht geplant, sagte er. "Doch hier erwarten wir einen scharfen Rückgang im Geschäft." Deshalb müssten Kapazitäten angepasst werden.

Tarifanhebung zum Jahresende

Das Neugeschäft von Vertretern und Maklern bestand zu 70 Prozent aus dem jetzt geschlossenen Billigangebot. Außerdem muss die Gesellschaft zum Jahresende ihre Tarife um bis zu 20 Prozent anheben. Das macht sie dann vollständig unattraktiv für Makler.


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Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (12)

zum Forum

Thema: "Central-Krankenversicherung vor Radikalumbau"

Horatio schrieb: am 22. Dezember 2011 um 21:05:08
(3) (1) Central
Die Central muss ja auch die Gier der Druckerkolonne des Herrn Dr. Pohl finanzieren. Die haben doch jeden überredet in die PKV zu
gehen, auch wenn die Leute kein Geld hatten. Wichtig war nur die Provision. Und jetzt soll der vertrieb nur über Die gehen. Vermögensvernichter sind sie schon dann werden sie auch noch PKV Vernichter. Ohne Die währen die Beiträge mit Sicherheit niedriger.
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Willi aus Essen schrieb: am 22. Dezember 2011 um 21:00:51
(3) (0) Central
schlimm was die PKV mit uns machen, gerade heute noch mit denen telefoniert. warte seit fast vier wochen auf einige
tarifauskünfte...nur tröstende worte von netten damen am telefon. nach möglichkeit den 31.12.2011 überstehen, dann ist wieder ruhe, keiner kann mehr weglaufen und ende 2012 fängt alles wieder von vorne an.....man ist denen halt machtlos !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ausgeliefert.
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Susi schrieb: am 5. Dezember 2011 um 12:25:54
(6) (0) Central
Ha Ha , und was tun, wenn du 40 Jahre bezahlt hast, nicht mehr raus kannst und dann schwer krank wirst, nur kurz, ab heftig? Die
Central erhöht um 40 %!!!! - und jetzt bin ich Rentner. Trotz "Bausteine" usw. übersteigt die mtl. Belastung die Zumutbarkeit. Eine Unverschämtheit von der Führungsspitze. Höchste Zeit, dass hier jemand hineinbohrt.
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