
23.12.2011, 14:49 Uhr | Spiegel Online
Für die Hersteller ist es praktisch, für die Kunden oft verwirrend: Engbedruckte Preisschilder mit Angaben für verschiedene Länder schrecken nach Angaben von Modehändlern Käufer ab. Das koste die Läden viel Geld. Auch schlampige Verbraucher sorgen für Frust in der Branche.
Egal ob Shirts, Hosen oder Mützen - Hersteller liefern ihre Produkte meist in viele Länder aus. Und weil es für die Firmen einfacher ist, hängen sie an alle Stücke Schilder mit Preisangaben für unterschiedliche Länder. Damit alles drauf passt, fällt die Schrift oft recht klein aus. Doch das hat Folgen: Nach Meinung des Modehandels schaden schlecht lesbare Preisschilder dem Geschäft.
Nach Einschätzung des Branchenverbandes kostet das Problem den Modehandel drei Prozent des Jahresumsatzes. "Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als wenn ein Kunde mit Kaufabsicht in den Laden kommt - und dann unverrichteter Dinge wieder geht, weil das entsprechende Teil nicht auffindbar oder schlecht ausgezeichnet ist", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Jürgen Dax. Solche "Leerkäufe" brächten die Händler hochgerechnet um insgesamt etwa 1,8 Milliarden Euro pro Jahr.
Nicht nur, dass die Schrift oft sehr klein sei: Viele Etiketten seien mit einer ganzen Liste von Preisen bedruckt - für verschiedene Länder und in unterschiedlichen Währungen. "Vor allem ältere Kunden stehen dann oft hilflos da - besonders, wenn als oberstes nicht der Preis für Deutschland steht", sagt Dax. "So mancher Kunde hängt das Teil dann lieber wieder weg und geht, anstatt extra einen Verkäufer zu fragen."
Die Schuld liegt nach Ansicht des BTE hauptsächlich bei den Kleidungsherstellern, die häufig auch die Preisschilder druckten. Vor allem sogenannte vertikale Anbieter, die ihre Kleidung selbst produzieren und auf eigenen Flächen verkaufen, neigten zu ellenlangen Preisauflistungen.
"Oft werden die Etiketten dort gemacht, wo die Kleidung produziert wird", sagt dazu der Hauptgeschäftsführer des Modeindustrie-Verbands German Fashion, Thomas Rasch. "Es wäre ein riesiger Aufwand, wenn die Firmen für jede Währung eigene Schilder drucken würden - zumal man nicht von vornherein bei jedem Teil weiß, in welches Land es am Ende geliefert wird", erläutert er. "Je globaler ein Unternehmen beim Vertrieb aufgestellt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Etiketten massenmäßig erstellt werden."
Außerdem mache der Handel es sich zu einfach, wenn er die Schuld für unklare Preisschilder allein den Herstellern in die Schuhe schiebe, meint Rasch. "Was im Laden am Teil hängt, ist Sache des Handels." Häufig gäben die Händler die Etiketten-Produktion bei den Herstellern in Auftrag oder sie machten die Preisauszeichnungen selbst. Dennoch: Die Bekleidungsindustrie werde das Thema aufgreifen, versichert Rasch. "Ich kann mir allerdings kaum vorstellen, dass sich ein Kunde durch ein schlecht leserliches Preisschild vom Kauf abhalten lässt, wenn ihm ein Teil passt und gefällt."
Doch nicht nur die Preisschilder verderben den Händlern nach deren Ansicht das Geschäft. Auch die Schlampigkeit von Verbrauchern wird moniert.
Wer hat als Kunde nicht schon einmal etwa eine Hose falsch zurückgehängt oder in der Umkleidekabine liegen gelassen - sei es aus Bequemlichkeit oder weil man den richtigen Ständer nicht wiederfindet? "Bis das Teil dann von einem Verkäufer gefunden und wieder an den richtigen Platz gebracht wird, das kann dauern - je weniger Personal es im Laden gibt, desto länger", sagt Dax. In der Zwischenzeit könne ein anderer Kunde, der genau diese Hose sucht, schon frustriert wieder abgezogen sein.
Ebenso schlecht sei es, wenn ein Standard-Artikel, der normalerweise immer da ist, auf einmal ausverkauft ist. Moderne Kassensysteme sollen das verhindern: Sie lösen automatisch eine Nachbestellung beim Lieferanten aus, wenn der Vorrat von bestimmten Ganzjahresartikeln wie Socken, Unterhosen oder Jeans zur Neige geht.
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Quelle: Spiegel Online
Paule schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 14:42:03
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@Wilfried
Wer kein Deutsch kann und offensichtlich noch weniger Englisch: "Come in and find out" heißt so viel wie komm´ herein in
unseren Irrgarten und versuch´ den Weg nach draußen zu finden. In solche Läden muß ich auch nicht reingehen.
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Armin schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 14:33:05
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wer verkaufen will, muß auch etwas dafür tun
Es ist doch schlimm genug, wenn man selbst die Sachen zusammensuchen muß, da wird man jetzt
auch noch als schludriger Kunde beschimpft. Hallo, geht´s noch? Wo bleibt Sevice und Beratung? Warum kann man nicht einfach selbst einen gut lesbaren Preisaufkleber draufmachen?
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Klaus schrieb:
am 26. November 2011 um 19:55:07
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@Einkäufer, @Verkäufer
Genau das ist das Problem: zum einen finde ich es dreist, mit Absicht einfach ein Regal anzurempeln, auf der anderen
Seite sollte aber trotzdem, in der Annahme, dass es aus Versehen geschieht, ein Verkäufer sich darum bemühen und dem Kunden zur Hand gehen. Es ist SEIN Arbeitsplatz, den der Verkäufer sauber halten MUSS, damit andere, die nichts von der Aktion des Vorgängers mitbekommen haben, sich wohlfühlen und kaufen. Auch wenn's nervt und 20 mal am Tag passiert.
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