23.12.2011, 14:54 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Warnung von höchster Stelle: Der Präsident der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) befürchtet nach dem jüngsten Stresstest, dass die Banken weniger Kredite vergeben und so die Wirtschaft abwürgen. "Wir könnten jetzt das Problem haben, dass Banken zu risikoscheu werden", sagte Andrea Enria dem "Spiegel". Dies könne zu einer schweren Kreditklemme führen.
Die EBA hatte einen Kapitalbedarf von fast 115 Milliarden Euro für die europäischen Banken ermittelt. EBA-Chef Enria will verhindern, dass die Banken den zusätzlichen Kapitalpuffer schaffen, indem sie ihr Geschäft herunterfahren. "Wir erlauben nicht, dass die Kreditvergabe reduziert wird", sagte der Italiener. Wenn eine Bank die Kreditvergabe an kleinere und mittlere Unternehmen zurückfahre, werde das nicht zur Stärkung des Kapitals angerechnet.
Im Gespräch mit dem "Spiegel" wehrte sich Enria gegen den Vorwurf, die EBA habe die Krise durch ihren jüngsten Stresstest verschärft. Es gehe nicht darum, mit dem Finger auf schwache Banken zu zeigen, sondern darum, das europäische Finanzsystem insgesamt zu stabilisieren.
Auch wies Enria im Interview mit dem Magazin die Kritik zurück, er habe die deutschen Geldhäuser Helaba und Nord/LB unfair behandelt. "Nach meinem Verständnis haben die Nord/LB und die Helaba bisher die Umwandlung von stillen Einlagen in hartes Kapital nicht abgeschlossen. Die erste Deadline war Ende April, aber die Umwandlung erfolgte nicht. Dann wurde ein neues Datum gesetzt, der 1. Dezember. Doch die BaFin informierte uns, dass beide Banken diese auch nicht schaffen würden", zitierte der "Spiegel" den EBA-Präsidenten.
Quelle: t-online.de , dpa-AFX
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