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Chemieindustrie und Pharmaindustrie: Verwirrung um Bayer

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Bayer: Abu Dhabi widerspricht Übernahmegerüchten

30.11.2009, 15:11 Uhr | dpa-AFX

Verwirrung um Scheichs bei Bayer (Foto: imago) (Quelle: imago)Verwirrung um Scheichs bei Bayer (Foto: imago)Verwirrung um Bayer: Erst hieß es im Markt, zwischen dem Emirat Abu Dhabi und dem deutschen Pharma- und Chemiekonzern Bayer bahne sich ein Geschäft an. Um was es dabei genau geht, darüber gehen die Berichte auseinander. Ein Branchendienst hatte gemeldet, die staatliche Investmentgesellschaft IPIC sei an der Übernahme der Kunststoff-Sparte der Leverkusener interessiert und berief sich auf IPIC-Chef Khadem Al Qubaisi. Insgesamt stehe der Staatsfonds in Gesprächen mit fünf großen petrochemischen Unternehmen in Europa und den USA, wurde Al Qubaisi zitiert. Der Investor widersprach aber inzwischen. Die Bayer-Aktie geriet unter Druck.

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Bayer-Aktie unter Druck

Die Bayer-Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als drei Prozent, erholte sich dann aber wieder leicht. Ein Händler verwies auf Medienberichte als Belastung, wonach die staatliche Investmentgesellschaft IPIC des Emirats Abu Dhabi Berichte zurückwies, sie sei an der Übernahme der Kunststoff-Sparte der Leverkusener Bayer Material Science (BMS) interessiert. IPIC spreche mit Bayer lediglich über eine Zusammenarbeit, hieß es. Zuvor hatte der Branchendienstes ICIS berichtet, Abu Dhabi wolle bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres zu einem Abschluss kommen.

Scheichs dementieren Kaufabsichten

"Meine Aussagen sind fehlinterpretiert worden", sagte Al Qubaisi der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir haben niemals gesagt, dass wir eines dieser Unternehmen übernehmen wollen." Alle Gespräche drehten sich um Gemeinschaftsprojekte, betonte er. "Vielleicht bauen wir gemeinsam mit Bayer eine Fabrik auf, aber noch ist nichts entschieden." Der Staatsfonds verhandele neben Bayer vor allem mit einer Handvoll südkoreanischer Firmen. Konkret gehe es um eine Kooperation mit der Abu Dhabi National Chemicals Company. Bayer lehnte auf Nachfragen einen Kommentar ab.

Analysten hoffen auf Verkauf

Die Leverkusener sind eines der wenigen Unternehmen, das Pharma und Chemie unter einem Dach vereint. Die meisten Konkurrenten haben sich im Laufe der Zeit auf einen Sektor konzentriert, weil die Erforschung neuer Medikamente viel Geld verschlingt. Ein Händler sagte zur Übernahmemeldung: "Das bringt Fantasie." "Für Bayer wäre das ein Riesenschritt zum Pharmakonzern", urteilte Analyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG. Die Deutsche Bank ließ Bayer nach dem ICIS-Bericht auf "Buy" mit einem Kursziel von 59,00 Euro. Analyst Tim Jones geht laut einer am Mittwoch vorgelegten Studie weiter davon aus, dass der Pharma- und Chemiekonzern einem Verkauf von BMS nicht abgeneigt ist.

Spendable Scheichs

Das Emirat Abu Dhabi gehört mit seinen Ölmilliarden zu den umtriebigsten Investoren derzeit. Zuletzt waren die Scheichs mehrfach in Europa in Aktion getreten. Das Land war Anfang des Jahres beim Autobauer Daimler groß eingestiegen und will dort weiter aufstocken. Dem Lastwagen-Hersteller MAN hatte Abu Dhabi dessen Anlagenbauer Ferrostaal abgekauft. Auch bei der britischen Großbank Barclays engagierte sich der rohstoffreiche Staat.




Quelle: dpa-AFX , t-online.de

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