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China bekommt Überhitzung der Wirtschaft nicht in Griff

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China bekommt Überhitzung der Wirtschaft nicht in Griff

18.04.2011, 09:58 Uhr | dpa-AFX, mash

Chinas Wirtschaft boomt - der Unmut in der Bevölkerung wächst (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Chinas Wirtschaft boomt - der Unmut in der Bevölkerung wächst (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Trotz massiver Bremsmanöver seitens der Regierung nehmen Wachstum und Inflation in China schneller zu als erwartet. Der Anstieg der Verbraucherpreise erreichte im März mit 5,4 Prozent gar den höchsten Stand seit fast drei Jahren, berichtete das Statistikamt. Vor allem Nahrungsmittel werden immer teurer. Die Wirtschaft wuchs im ersten Quartal weiter um 9,7 Prozent, obwohl die Regierung das Wachstum eigentlich deutlich drosseln wollte. Außerdem schwillt die Immobilienblase weiter an. Bekommt die Regierung die Probleme nicht in Griff, drohen dem Reich der Mitte soziale Unruhen.

Keine Aussicht auf schnelle Besserung

Die Nahrungsmittelpreise kletterten im März im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 11,7 Prozent, was in der Bevölkerung für erheblichen Unmut sorgt. Daher nannte Ministerpräsident Wen Jiabao den Kampf gegen die Inflation die "drängendste Aufgabe" seiner Regierung, wie die Staatsmedien berichteten. Der Preisdruck werde durch steigende Weltmarktpreise für Rohstoffe und höhere Arbeitskosten in China aber noch anhalten.

Banken vergeben nach wie vor hohe Kredite

Hinter dem überraschend starken Anstieg der Inflation und des Wachstums steckt erhöhte Liquidität, die durch eine unerwartet hohe Kreditvergabe der Banken und starke spekulative Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angeheizt wird. Die Devisenreserven stiegen im ersten Quartal um fast 200 Milliarden auf mehr als drei Billionen US-Dollar, obwohl China überraschend ein Handelsdefizit verbucht hatte. Die Banken haben im März auch mit 680 Milliarden Yuan (etwa 71 Milliarden Euro) mehr Kredite vergeben als vorhergesagt. Eigentlich war die Vorgabe der Regierung, die Kreditvergabe weiter zu drosseln.

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Pulverfass für chinesische Regierung

Die Kluft zwischen Arm und Reich in der chinesischen Bevölkerung wächst zunehmend, gleichzeitig nimmt der Wunsch nach Wandel bei der Bevölkerung zu. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt will dieser Entwicklung durch eine Steigerung des Lebensstandards gegensteuern. Gelingt es der Regierung nicht, die Liquidität aus dem Markt abzuschöpfen und den Binnenkonsum nachhaltig anzukurbeln, drohen dem Land soziale Unruhen.

Leitzinsen dürften weiter erhöht werden

Experten rechnen jetzt mit weiteren Erhöhungen der Leitzinsen und der Mindestanforderungen des Bankenkapitals. Seit Jahresanfang wurden bereits zweimal die Leitzinsen und dreimal die Kapitalanforderungen erhöht, ohne dass das Wachstum spürbar zurückging. Im Vorjahr wuchs die Wirtschaft sogar um 10,3 Prozent. Auch die Produktionskosten steigen stetig. Die Erzeugerpreise legten im März um 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit 30 Monaten zu.

Staat bekommt Preissteigerung nicht in Griff

Die Verbraucherpreise kletterten im gesamten ersten Quartal um fünf Prozent. "Gemessen an der inflationären Lage im ersten Quartal stehen wir immer noch unter großem Preissteigerungsdruck", sagte Regierungschef Wen Jiabao. "Wir dürfen in unserer Wachsamkeit niemals nachlassen." Ursprünglich sollte der Anstieg der Verbraucherpreise bei vier Prozent kontrolliert werden.

Auch soll die heimische Nachfrage angekurbelt werden, um die Exportabhängigkeit zu verringern. Wie das Statistikamt weiter berichtete, legten die Einzelhandelsumsätze im März etwas auf 17,4 Prozent zu. Die Umsätze mit Autos, Haushaltsgeräten oder Möbeln stiegen aber nicht mehr so stark wie im Vorjahresquartal.

Chinesen kaufen weiter Immobilien

Trotz der Bemühungen der Regierung, Liquidität abzuschöpfen, legten die Investitionen im Immobilienbereich besonders stark mit 34 Prozent zu. In Wohnungen wurde sogar um 37 Prozent mehr investiert als im Vorjahresquartal. Die Anlageinvestitionen stiegen im ersten Quartal insgesamt um 25 Prozent.

Trotz der Verknappung der Geldpolitik habe die Regierung den boomenden Immobilienmarkt und das Wachstum noch kaum unter Kontrolle bringen können, befanden Experten. Sie rechnen mit einem unverändert starken Zuwachs der Wirtschaft von 9,5 Prozent auch in diesem Jahr - weit entfernt von den Zielen der Regierung, die im März noch sieben Prozent vorgegeben hatte, um mehr Nachhaltigkeit zu erreichen.


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Quelle: mash , t-online.de , dpa-AFX

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Kommentare (4)

zum Forum

Thema: "China bekommt Überhitzung der Wirtschaft nicht in Griff"

Zack schrieb: am 15. April 2011 um 17:25:34
(0) (0) China
Das ist das große Dilemma einer Diktatur. Auf der einen Seite wollen sie mit der Weltwirtschaft gleichhalten , was ja nicht
verwerflich ist , auf der anderen Seite ein Eiheitsstaat . Das passt nicht so richtig ,zumal die Kluft zw. arm und reich größer wird , deshalb können Unruhen auftreten was dem lLand schlecht bekommen kann .
mehr Kommentar melden

KONDI schrieb: am 15. April 2011 um 17:08:24
(0) (0) China
Chinesen sorgt euch nicht.Merkel spannt den Schutzschirm auch über euch auf.Wir werden das kleine China doch nicht so einfach im Stich lassen, oder ?

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gefallener schrieb: am 15. April 2011 um 16:55:32
(0) (0) sichel und dinju
1,341 oooooooooooooooooooooooooo Menschen ,davon ca. 0,8890000000000000mill. in Unmut ,könnte ganz schön krass ausgehen.

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