15.02.2012, 14:16 Uhr | dpa-AFX
Neue Hilfsbeteuerung aus China in der Schuldenkrise: Notenbankchef Zhou Xiaochuan hat ähnlich wie bereits Staatschef Wen Jiabao Hinweise auf ein anhaltendes finanzielles Engagement in Europa gegeben. "China wird weiterhin dazu stehen, Anleihen von Staaten der Europäischen Union zu halten", sagte der Gouverneur der People's Bank of China in einer Rede in der Pekinger Wirtschaftsuniversität UIBE. Zu den Zuhörern zählten auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.
"Wir würden uns an der Lösung der Euro-Schuldenkrise beteiligen", sagte der Zentralbankchef und wiederholte damit Äußerungen von Chinas Staatschef Wen Jiabao. Allerdings versah der Währungshüter seine Bekräftigung mit einer Einschränkung: Er rief die Europäer dazu auf, neue und innovative Finanzprodukte anzubieten, um chinesisches Kapital anzulocken.
Zhou Xiaochuan wiederholte damit Äußerungen von Regierungschef Wen Jiabao auf dem EU-China-Gipfel am Vortag, dass China eine "größere Beteiligung" in dem Euro-Rettungsschirm erwäge und eine größere Rolle bei der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise spielen wolle.
Aktuelle Stellenangebote im Bereich Beratung, International Sales und bei China-Projekten finden. Jobsuche starten
Die asiatischen Börsen reagierten mit Kursgewinnen auf die jüngsten Aussagen aus Peking. Auch in Europa applaudierten die Anleger.
Experten der Commerzbank schätzten die positiven Marktreaktion auf die jüngsten Äußerungen chinesischer Offizieller allerdings "als übertrieben" ein. Die Kursgewinne "basieren unseres Erachtens auf einem Missverständnis", hieß es in einem Kommentar. Derzeit bestehe überhaupt keine Gefahr, dass die Anleihen des Euro-Rettungsfonds EFSF "nicht genügend Käufer finden könnten - mit oder ohne Chinas Hilfe".
Nach Meinung der Commerzbank benötigt der Euroraum insgesamt keinen Kapitalimport. Die Bilanz der Kapitalströme sei weitgehend ausgeglichen. Wichtig wären allerdings "freiwillige Kapitalströme" in die angeschlagenen Staaten der Eurozone. Hier drohen nach Einschätzung der Commerzbank Engpässe. "Wenn das Regime in Peking aber - aus gutem Grund - lediglich in EFSF-Anleihen investieren will, ist das keine wirkliche Unterstützung in der Krise", schreiben die Commerzbank-Experten.
China verfügt über die weltgrößten Devisenreserven mit einem Gesamtwert von rund 3,2 Billionen US-Dollar. Schätzungsweise ein Viertel davon wird in Euro gehalten. Zentralbankchef Zhou Xiaochuan zeigte sich überzeugt, dass der Euro gestärkt aus der europäischen Schuldenkrise hervorgehen werde.
Devisen-Handel beim Testsieger, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt sichern
Quelle: t-online.de , dpa-AFX
Familienunternehmen macht 25 Mio. Jahresumsatz. zum Video