
08.02.2012, 12:13 Uhr | Der Aktionär
Bilanzskandale und die Angst vor einem Konjunktureinbruch haben Chinas Internet-Aktien 2011 abstürzen lassen. Die übertriebene Reaktion bietet Anlegern jetzt eine großartige Einstiegsmöglichkeit.
Eine lange Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Diese konfuzianische Weisheit besitzt auch 2500 Jahre nach dem Tod des chinesischen Philosophen ihre Gültigkeit. Chinas Weg vom armen Bauernstaat zur omnipotenten Industriemacht dauert nun vier Jahrzehnte und er ist noch nicht beendet. Was sich verändert, ist das Marschtempo – das nimmt stetig zu. Die Wirtschaftsleistung der Volksrepublik hat sich allein seit 1990 versechzehnfacht. Spätestens Mitte dieses Jahrzehnts, so die übereinstimmende Meinung von Volkswirten, wird China die USA als weltgrößte Wirtschaftsmacht abgelöst haben. Für Investoren bedeuten die Prognosen vor allem eines: An China führt kein Weg vorbei.
Viele Branchen profitieren vom Wirtschaftsboom im Riesenreich, besonders aussichtsreich bleibt aber das Internet. Im Jahr 2000 betrug die Zahl der Internetnutzer in der Volksrepublik 8,9 Millionen. Der Wert entsprach damals noch nicht einmal 0,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Elf Jahre später sind bereits mehr als eine halbe Milliarde Chinesen online. Der Verbreitungsgrad von 39 Prozent entspricht dennoch gerade einmal der Hälfte dessen, was die Statistik für Amerika oder Deutschland ausweist. Das Aufholpotenzial ist gewaltig und macht aus Anlegersicht insbesondere die Aktien chinesischer Internetunternehmen interessant.
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Dass diese sich – wie chinesische Aktien insgesamt – im vergangenen Jahr schlecht entwickelt haben, ist nicht nur der Angst vor einer stärkeren Konjunkturabkühlung, sondern auch einer Reihe von Bilanzskandalen geschuldet, die das Vertrauen der Investoren bis ins Mark erschüttert hat. Mittlerweile haben sich die Ängste aber wieder gelegt und die Aktien einen Teil ihrer Verluste aufgeholt. Der Kursaufschwung dürfte sich fortsetzen, denn die Aussichten für China und chinesische Internet-Aktien sind günstig.
Der Aktionär hat bereits in Ausgabe 04/12 auf DangDang hingewiesen und die Aktie zum Kauf empfohlen. Das "chinesische Amazon" ist seither gut gelaufen, das Kursplus beträgt elf Prozent. Für Anleger ist aber weitaus mehr drin. DangDang ist der mit Abstand führende Buchhändler im chinesischen Internet. Daneben vertreibt das Unternehmen (Umsatz 2012: 881 Millionen Dollar) CDs, DVDs, Haushaltswaren, Unterhaltungselektronik, Pflegeprodukte, Bekleidung und vieles mehr. Der Marktanteil von DangDang lag Ende 2011 bei knapp über vier Prozent. Die kontinuierliche Ausweitung des Sortiments - Ende Dezember 2011 wurde eine E-Book-Plattform mit 50.000 Titeln in Betrieb genommen - in Verbindung mit einer Reihe von Maßnahmen zur Qualitätssicherung sprechen für den Ausbau der Marktstellung im laufenden Geschäftsjahr und frische Wachstumsimpulse.
Gemessen an den Aussichten beim E-Commerce erscheint die Aktie von DangDang trotz des jüngsten Kursanstiegs noch sehr attraktiv bewertet. Die Marktkapitalisierung beträgt lediglich 50 Prozent der für 2012 erwarteten Umsätze. Selbst für den Fall, dass DangDang nur einen Teil der Kursverluste aus dem Vorjahr aufholt, könnten Anleger ihr Kapital mit dem Papier verdoppeln. Für ein Engagement spricht zudem, dass DangDang unter Analysten als sauber gilt, die Bilanz als solide.
Mit einem Kursverlust von in der Spitze 50 Prozent zählt die Aktie des chinesischen Online-Arbeitsvermittlers 51job zu jenen Titeln, die angesichts der letztjährigen Bilanzskandale sozusagen mit einem blauen Auge davongekommen sind. Aktuell notiert das Papier bei rund 45 Dollar und damit 36 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
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Chinas Arbeitsmarkt ist stetig in Bewegung und immer mehr Menschen suchen online nach einer neuen Stelle. Auf der anderen Seite nutzen immer mehr Unternehmen die Möglichkeiten des Internets, um freie Stellen zu besetzen. 51job zählt mehr als 45 Millionen registrierte Nutzer, die annähernd 40 Millionen Bewerbungsmappen online hinterlegt haben.
Rund 55 Prozent der Umsätze erwirtschaftet die Firma mit ihren Online-Diensten, der Rest entfällt auf Werbeeinnahmen aus den Printmedien und Beratungsdiensten. Zuletzt hat 51job regelmäßig zweistellig beim Umsatz und Gewinn zulegen können. Für das Abschlussquartal 2011 rechnen Analysten mit einer Fortsetzung des Trends und Erlösen von 54 Millionen Dollar. Der Gewinn soll 0,53 Dollar pro Aktie erreichen. Gemessen an den Aussichten für die Online-Jobvermittlung in China, der exzellenten Marktstellung von 51job und den zweistelligen Zuwachsraten erscheint die Aktie günstig bewertet.
Ein großes Thema an den westlichen Börsen ist derzeit Facebook. Der geplante Börsengang des größten sozialen Netzwerks elektrisiert scheinbar alle, dabei gibt es mit Renren bereits eine attraktive chinesische Alternative. Das Unternehmen verfügt über mehr als 140 Millionen aktive Nutzer. Seit Monaten arbeitet Renren mit Hochdruck an der besseren Monetarisierung seiner Kundenbasis. Erste Erfolge dieser Bemühungen spiegeln sich bereits in den letzten Geschäftszahlen wider. So meldete Renren für das dritte Quartal 2011 einen Anstieg bei den Gaming-Erlösen von 24 Prozent. Die Umsätze mit Online-Werbung kletterten im gleichen Zeitraum sogar um 90 Prozent. Der Zuwachs lag dabei weit höher als der von Sohu oder Sina. Mit Nuomi hat Renren ein echtes Ass im Ärmel: Der Dienst entspricht dem des US-Unternehmens Groupon und könnte Renren zukünftig wichtige Wachstumsimpulse liefern.
Anleger mit einer Portion Mut sollten weiter auf chinesische Aktien setzen, dabei aber sorgfältig auswählen und nur kleine Beträge investieren. Von den drei vorgestellten Titeln ist 51job der "konservativste". Für DangDang sprechen hingegen die günstige Bewertung und die tollen Aussichten beim E-Commerce. Renren schließlich bietet Investoren die Möglichkeit, in die chinesische Variante von Facebook zu investieren – und das auf einem niedrigen Niveau. Die Aktie hat das Zeug zum Verdoppler.
Quelle: Der Aktionär
Achim schrieb:
am 2. Februar 2012 um 20:49:35
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China
Die aus ökonomischen Gründen heutige Politik Chinas hat Vorgänger in der NÖP der SU und der NÖSPL in der DDR. Beide erstrebten
eine Stärkung der Volkswirtschaft zu Lasten der ideologischen Ziele. Der materielle Anreiz für den Einzelnen gewann auch danach noch Vorrang vor den Idealen einer Sozialgemeinschaft. Zwar blieben noch Reste der Ideologie bei den Bürgern erhalten, sie reichten aber nicht, den Untergang zu vermeiden. StamoKap ist eben auch Kapitalismus. Schlecht für die Linken.
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Paule schrieb:
am 2. Februar 2012 um 18:30:48
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rote Zahlen
Mit China wäre ich vorsichtig, mit chinesischen Aktien noch vorsichtiger. Aus DangDang wird leicht PengWeg.
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Fräßdorf schrieb:
am 2. Februar 2012 um 16:33:50
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Silly sang mal
"Und hier drin ist alles Rot,das Gegenteil von TOT.........Ja,ja Frau Merkel,doch aufs falsche Pferd gesetzt???? War doch
nicht alles falsch im FDJ-Studienjahr was??...
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