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China und Brasilien wollen in der Euro-Krise intervenieren

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Schwellenländer wollen Industrie-Opas retten

14.10.2011, 14:38 Uhr | dpa, dapd

China könnte weiteres Geld zur Rettung des Euro zur Verfügung stellen (Quelle: imago)

China könnte weiteres Geld zur Rettung des Euro zur Verfügung stellen (Quelle: imago)

Europa sitzt auf einem gigantischen Schuldenberg. Zuerst retteten die Euro-Partner Griechenland, dann Portugal und Irland. Doch die Maßnahmen kurierten nur die Symptome, nicht das Leiden. Nachdem auch Spanien und Italien in Schieflage gerieten und durch Abstufungen ihrer Kreditwürdigkeit bestraft wurden, verschärft sich die Euro-Krise zusehends. Doch Hilfe naht - und das aus unverhoffter Richtung. Eine Gruppe um die Schwellenländer China, Brasilien und Indien arbeitet nach Informationen der "Financial Times" (FT) an einem Rettungspaket für die Schuldenstaaten.

Viele 100 Milliarden Euro im Gespräch

Die Staaten wollen dem Bericht zufolge über den Internationalen Währungsfonds (IWF) der Eurozone helfen. Der Fonds soll demnach mit mehr finanzieller Feuerkraft ausgestattet werden, damit dieser in der Euro-Krise handlungsfähig bleibt. Und die Schwellenländer könnten die missliche Lage der Industrie-Opas nutzen und im Handstreich ihre Macht beim IWF ausbauen. Denn der wird bislang vor allem von den USA und Europa dominiert.

Diskutiert werde eine Zweckgesellschaft beim IWF, in welche die Länder Geld einzahlen können, so die "FT". Eine Alternative wäre die Ausgabe von Anleihen durch den IWF. Mit den Geldern sollen Länder wie Italien und Spanien vor einer Ansteckung durch die griechische Krise geschützt oder Banken rekapitalisiert werden. Das Volumen des Finanzierungsplans sei noch umstritten, es müssten aber mehrere 100 Milliarden Dollar sein, um eine Wirkung zu entfalten.

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Europa unfähig zur Krisenbewältigung

"Wir kommen immer mehr zu der Ansicht, dass die Krise der Eurozone ein zu großes Problem ist, als dass Europa es allein lösen könnte. Wenn man es richtig bereinigen will, braucht man amerikanisches und chinesisches Geld - und das heißt den IWF", zitierte das Blatt einen namentlich nicht genannten Experten aus der europäischen Bürokratie.

Die Schwellenländer bevorzugten dabei, Anleihen des IWF zu kaufen und diesem so zu mehr Geld zu verhelfen. Damit müssten die Staaten nicht direkt in Staatsanleihen der Eurozone investieren, was ihnen zusätzliche Sicherheit böte. Eine ähnliche Aktion hatte es bereits in der weltweiten Wirtschaftskrise 2009 gegeben. Eine Alternative wäre eine Zweckgesellschaft, die separat finanziert würde und Geld dann an Krisenstaaten ausgäbe.

Entscheidung bis zum G-20-Gipfel?

Im Ergebnis könnte die Aufstockung neben den zusätzlichen Mitteln auch einen größeren Einfluss der Schwellenländer beim IWF zulasten Europas bringen. Ein endgültiger Plan könnte auf dem G-20-Gipfel Anfang November in Cannes beschlossen werden. Besonders unterstützt werde der Plan laut den Kreisen von China und Brasilien. Für die USA hingegen dürfte es schwierig sein, eine größere Summe beizutragen. Der IWF wollte sich zu den Plänen nicht äußern.


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Quelle: dapd , t-online.de , dpa

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Kommentare (21)

zum Forum

Thema: "China und Brasilien wollen in der Euro-Krise intervenieren"

Elly schrieb: am 31. Oktober 2011 um 09:36:20
(0) (0) Druckerpressenkredite
Kredite versklaven die Bevölkerung. Was wir brauchen ist eine zweite Währung in jedem Land, so wie es im RGW üblich
war. Da gab es den Transferrubel und die Landeswährungen. Der Transferrubel war eine Rechnungswährung zur Verrechnung von Verbindlichkeiten, zur internationalen Warenwertbestimmung und als Einheit in bilateralen Handelsverträgen zwischen den staatlichen Planungsbehörden und Regierungen, die dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) angehörten.
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Webranth schrieb: am 20. Oktober 2011 um 17:26:59
(0) (0) Aktionen der Schwellenländer
Gegen eine Unterstützung des IWF durch die aufstrebenden Schwellen-länder ist generell nicht einzuwenden,
denn sie möchten einen größeren Einfluss auf die Ökonomie weltweit. Es stellt sich nur die Frage, ob dies den Reformwillen der PIG-Staaten, zu denen ich auch Frankreich zähle, unterstützt. Offensichtlich kennen nicht einmal die Rating-Agenturen die unfrisierte Bilanz Frankreichs. Deshalb will Sarkosy den Hebel und die "Sozialisierung" seiner Defizite. Hoffentlich bleibt Merkel hart.
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klugscheisserchen schrieb: am 17. Oktober 2011 um 17:59:29
(3) (0) Euro-Krise
"Alle Gewalt geht vom Volke aus", soweit die Theorie. Die Gewalt im Land geht jedoch von "systemischen" Banken
aus. Wenn Systemische Banken ein Staatssystem zerstören können, hat das System Fehler. Dann muss dieses System durch ein anderes, ein neues System ersetzt werden, in dem ALLE GEWALT VOM VOLK ausgeht. Dann müssen diese Banken und diese Politiker verschwinden. Das ist dann die schöpferische Zerstörung des Bestehenden, nach Schumpeter. Tja, Wirtschaft ist halt keine Wissen
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