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China und Japan spüren die Krise immer härter

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China und Japan spüren die Krise immer härter

18.03.2009, 16:07 Uhr | sky

Die chinesischen Exporte brechen ein (Foto: dpa) Die chinesischen Exporte brechen ein (Foto: dpa)Die globale Wirtschaftskrise trifft die beiden großen asiatischen Volkswirtschaften Japan und China immer härter. Die Aufträge im japanischen Maschinenbau sind im Januar wegen wegbrechender Exporte im vierten Monat in Folge auf den tiefsten Stand seit fast 22 Jahren gesunken. Eine so lange Durststrecke hat die zweitgrößte Volkswirtschaft noch nie zuvor verzeichnet. Die japanische Wirtschaft kontraktierte zum Jahresende um zwölf Prozent. Auch die Ausfuhren Chinas gingen im Februar um 25,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück, wie die Zollverwaltung in Peking berichtete. Immerhin wirkt das nationale Konjunkturprogramm.

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Chinas Außenhandel bricht ein

Die schlechte Weltkonjunktur ließ das gesamte Außenhandelsvolumen Chinas um 24,9 Prozent auf mehr als 125 Milliarden US-Dollar (rund 98 Milliarden Euro) fallen. Während sich die globale Rezession vertiefe, werde die schwache Nachfrage aus dem Ausland das Jahr über anhalten, sagten chinesische Experten voraus. Im Februar führte China Waren im Wert von 64,9 Milliarden US-Dollar aus, während die Importe um 24,1 Prozent auf 60,5 Milliarden Dollar fielen. Der Handelsüberschuss verringerte sich im Februar auf 4,4 Milliarden US-Dollar, den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Chinas Exporte, die bisher immer ein wichtiger Motor der drittgrößten Volkswirtschaft war, sind damit schon vier Monate in Folge gefallen.


Peking stützt den Binnenmarkt

Die Volksrepublik steuert gegen die Krise mit einer Ausweitung der Binnenkonjunktur gegen – die nationalen Investitionen zogen um 26,5 Prozent an: Im Januar und Februar kletterten die Ausgaben der Regierung in Peking laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zusammen um 150 Milliarden Dollar. China baut vor allem die Infrastruktur aus: Alleine die Investitionen in die Eisenbahn verdreifachten sich im Vergleich zum Vorjahr.

Das Konjunkturprogramm greift

Das massive Konjunkturprogramm der chinesischen Regierung zeigt Wirkung: Die Industrieproduktion stieg im Februar nach Angaben des Pekinger Statistikamts um elf Prozent. "Die positive Wirkung der aggressiven Anreize der Regierung werden allmählich sichtbar", kommentierte die Leiterin der US-Bank JP Morgan für China-Aktien, Jing Ulrich. Angetrieben wurde das Wachstum von einer Steigerung der Bautätigkeit von 42,5 Prozent, teilte das Statistikamt mit. Die Fahrzeugproduktion sei um 22,9 Prozent gestiegen, vor allem begünstigt von einem Steuernachlass auf den Kauf von Kleinwagen.

Japans Maschinenbau im 22-Jahres-Tief

In Japan sahen die Auftragseingänge der Maschinenbauer seit Mai 1987 nicht mehr so schlecht aus. Im Januar belief sich die Höhe der Auftragseingänge mit Ausnahme des Schiffbaus und von Stromversorgern auf saisonbereinigt 718,3 Milliarden Yen (5,7 Milliarden Euro); das sind 3,2 Prozent weniger als im Vormonat, wie die Regierung in Tokio mitteilte. Analysten hatten allerdings im Durchschnitt ihrer Prognosen mit einem noch deutlicheren Rückgang von etwa fünf Prozent gerechnet. Die Auftragsdaten gelten als ein wichtiger Indikator für Investitionen von Unternehmen in den nächsten drei bis sechs Monaten.

Internationale Aufträge mit minus 49 Prozent

Eine deutliche Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Die Maschinenbauaufträge aus dem Ausland, die als ein Gradmesser für Japans Exportaussichten gelten, verzeichneten in Folge der Weltwirtschaftskrise dabei einen Rekordrückgang von 49 Prozent. Im Vergleich zum gleichen Vorjahresmonat waren es 71,2 Prozent. Insgesamt belief sich der Auftragsrückgang im Maschinenbau zum Vorjahr auf unbereinigt 39,5 Prozent, wie das Kabinettsbüro mitteilte. Vor allem die Stahl- und die Automobilbranche erteilten angesichts der globalen Absatzkrise deutlich weniger Aufträge.



Nippons Wirtschaft schrumpft um zwölf Prozent

Japans Wirtschaft ist im Schlussquartal 2008 mit einer Jahresrate von 12,1 Prozent geschrumpft. Das gab die Regierung am Donnerstag auf Basis revidierter Daten bekannt. Die Statistiker hatten zunächst einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von annualisiert 12,7 Prozent berechnet, doch waren die Lagerbestände stärker gestiegen als gedacht. Damit ist Japans Wirtschaft angesichts eines beispiellosen Exporteinbruchs so stark geschrumpft wie seit der Ölkrise vor 35 Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorquartal ergab sich ein Rückgang von nun revidiert 3,2 Prozent statt 3,4 Prozent.

Japanische Konzerne drosseln Produktion

Japans Exporte waren angesichts der globalen Wirtschaftskrise im Januar um 46,3 Prozent eingebrochen. Als Folge verzeichnete das stark exportabhängige Land erstmals seit 13 Jahren ein Defizit in der Leistungsbilanz. Angesichts dieser Lage sind Japans Industriekonzerne gezwungen, ihre Produktion drastisch zu drosseln. Nach Berechnungen des Nomura Securities Financial and Economic Research Centers in Tokio dürften die Vorsteuergewinne von 348 großen japanischen Unternehmen außerhalb des Finanzsektors im Ende März ablaufenden Geschäftsjahr 2008/2009 um zusammengenommen 61,1 Prozent zurückgehen.

Gesamte Wirtschaft schrumpft

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung der Weltbank erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg schrumpfen. Vor diesem Hintergrund beraten Japans Koalitionsparteien derzeit weitere Stimulierungsmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft. Wegen seiner hohen Exportabhängigkeit ist Japan besonders von der Krise betroffen.


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Quelle: t-online.de , dpa-AFX

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