
13.09.2010, 12:48 Uhr | Financial Times Deutschland
Die US-Milliardäre wollen auch in der Volksrepublik Spenden einwerben. Doch die Hilfsbereitschaft kann mit dem Wachstum der dortigen Superreichen einfach nicht mithalten. Die kommunistische Lehre vom Volkseigentum hat sich in der Volksrepublik längst überlebt. 875.000 Euro-Millionäre in China zählt der aktuelle Hurun-Report, eine Art Forbes-Liste für China. 1900 Chinesen haben sogar mindestens eine Milliarde Yuan zur Verfügung, umgerechnet gut 100 Millionen Euro. Die Zahl der Superreichen vermehrt sich rasant: Allein seit 2009 hat sie sich verdoppelt.
Der ein oder andere Yuan für wohltätige Zwecke sollte da übrig sein. Doch offenbar wachen viele Chinesen eifersüchtig über ihr Vermögen. Jedenfalls werden die beiden Vorzeigephilanthropen Warren Buffett und Bill Gates von Chinas Millionärsriege sehr frostig empfangen. Die zwei US-Amerikaner, die seit Wochen hochvermögende Landsleute dazu überreden, die Hälfte ihres Vermögens für gemeinnützige Zwecke zu spenden, planen eine Chinareise. Für den 29. September ist ein Diner in Peking angesetzt, außerdem sind Events in Schanghai und Guangzhou geplant.
Die auserwählten Teilnehmer fühlen sich aber längst nicht alle geehrt. Laut chinesischen Medienberichten haben einige Gäste direkt abgesagt, viele andere hätten angerufen, um sich zu erkundigen, ob sie sich bei der Veranstaltung zu einer Spende verpflichten müssten. Gates' Stiftung sah sich am Dienstag sogar zu einer Klarstellung veranlasst. Gates und Buffett, die auf der Liste der weltweit Reichsten die Plätze zwei und drei einnehmen, würden noch diese Woche in einem Brief erklären, worum es ihnen bei der Veranstaltung gehe, sagte ein Sprecher der Stiftung der Agentur Bloomberg. "Unser Hauptziel ist zu verstehen, wie Philanthropie in China funktioniert", sagte der Sprecher. Außerdem wollten Gates und Buffett in China Bekanntschaften in der Volksrepublik schließen.
Wohltätigkeit hat in der Volksrepublik keine Tradition. Zu jung ist der Wohlstand in der Bevölkerung, die Jahre brauchte, um sich von den wirtschaftlichen Verwerfungen des Regimes unter Mao Tse-tung zu erholen. Doch langsam ändert sich die Einstellung. Vor allem das Erdbeben in der Provinz Sichuan 2008 führte zur Gründung unabhängiger Organisationen und zu einer Spendenflut. Damals wurde in der Öffentlichkeit genau registriert, welcher Wirtschaftsführer, Schauspieler oder Sportstar wie viel gab.
Wer auf der Liste der Dinergäste steht und wer abgesagt hat, ist unbekannt. Pan Shiyi und Zhang Xin vom Immobilienentwickler Soho China sind auf jeden Fall dabei. Und in Chen Guangbiao haben die beiden US-Milliardäre sogar einen Gleichgesinnten gefunden: Der Chef von Jiangsu Huangpu Renewable Resources hat laut chinesischen Medien seit 2000 bereits mehr als 100 Millionen Euro gespendet. Damit schaffte er es 2010 auf den ersten Platz einer Liste der größten Wohltäter der Volksrepublik. Um die beiden Besucher richtig zu würdigen, hat Chen Guangbiao nun angekündigt, nach seinem Tod sein gesamtes Vermögen von 500 Millionen Euro zu spenden. "Ich will der erste chinesische Unternehmer sein, der ihre Aktivitäten in China unterstützt", sagte er.
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Quelle: Financial Times Deutschland
TT schrieb:
am 11. Juni 2011 um 17:10:44
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China
Die chinesischen Reichen scheinen etwas schlauer zu sein als die aus unserer Gegend. Wer z.B. Millionen ausgibt, um mit Herrn Buffett
einmal zu Mittag zu essen, kann seinen Reichtum doch nicht auf normale Art erlangt haben. Wie man Menschen veräppelt, ausbeutet und versklavt und wie man unter dem Deckmäntelchen von Stiftungen die Kontrolle über die Gehirne und Gewohnheiten der Menschen erlangt, das kann sogar ich Jemandem erklären, wenn er die Rechnung fürs Essen übernimmt, koan Buffett!
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e.m.aue schrieb:
am 13. September 2010 um 14:35:07
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china
die kommunistische partei chinas sollte baldigst ihren sozial- und wirtschaftskurs überprüfen, sonst wird sich dort ein nicht mehr
beherrschbares spannungsfeld aufbauen und den rest der welt mit in den abgrund ziehen.
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donner schrieb:
am 12. September 2010 um 23:07:36
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China
Die ticken halt anders. Mal sehen was noch kommt.
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