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Chinesen kaufen Airbus-Zulieferer

Erschienen am 05. Oktober 2009 | aktualisiert am 06. Oktober 2009 | Financial Times Deutschland
Boeing-Zulieferer: Jetzt haben Chinesen das Sagen (Foto: Reuters)
Boeing-Zulieferer: Jetzt haben Chinesen das Sagen (Foto: Reuters) Vergrößern
Das Reich der Mitte will die heimische Flugzeugindustrie zu einem Rivalen von Boeing und Airbus machen. Um dem Ziel einen Schritt näher zu kommen, kauft eine chinesische Firmengruppe einen Zulieferer aus Österreich. Die Regierung in Wien ist betrübt.

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Kaufpreis nicht bekannt

Österreichs größter Flugzeugzulieferer FACC wird an eine chinesische Firmengruppe verkauft. FACC teilte am Wochenende auf der Homepage mit, dass der Konzern Xian Aircraft Company 91,25 Prozent der Unternehmensanteile übernommen hat. Der Vertrag sei am Samstag in Peking unterzeichnet worden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Experten schätzen den Wert von FACC auf mehr als 100 Millionen Euro.

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Chinesische Luftfahrtindustrie komme Ziel näher

Mit der Übernahme kommt die chinesische Luftfahrtindustrie dem Ziel näher, ein ernst zu nehmender Rivale von Airbus und Boeing  zu werden. Xian ist Teil der staatlichen Aviation Industry Corporation of China (Avic), in der die Pekinger Regierung Anteile an führenden Flugzeugherstellern des Landes gebündelt hat. Avic kauft im großen Stil ausländische Zulieferer auf.

FACC international zu klein

FACC produziert Rumpf- und Tragflügelteile sowie die Innenausstattung von Passagierflugzeugen und hat sich als Zulieferer von Boeing und Airbus einen Namen gemacht. Die österreichische Firma gilt jedoch als zu klein, um sich international behaupten zu können. FACC erwirtschaftete zuletzt mit 1600 Mitarbeitern Erlöse von 265 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Verlust von 19,6 Millionen Euro erzielt. Laut früheren Aussagen des Eigentümers Hannes Androsch benötigt FACC 200 Millionen Euro für die weitere Expansion. Die bisherigen Anteilseigner - neben Androsch ist noch die Raiffeisenbank Oberösterreich beteiligt - waren nicht bereit, zusätzliches Kapital zur Verfügung zu stellen. Dem Vernehmen nach hat sich der neue Eigentümer verpflichtet, bei FACC eine Kapitalerhöhung von mindestens 40 Millionen Euro durchzuführen.

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Der Dreamlifter startet zum Testflug. (Foto: Boeing)Der Dreamlifter wird exklusiv für den Transport von Flugzeugbauteilen der Firma Boeing genutzt. (Foto: dpa)Zum Be- und Entladen kann das Heck zur Seite geschwenkt werden. (Foto: dpa)Die Maschine ist wesentlich größer als der vergleichbare Airbus Beluga. (Foto: dpa)Der Airbus Beluga ist ein speziell für großvolumige Lasten entwickeltes Transportflugzeug und wird hauptsächlich dazu benutzt, Flugzeugsektionen zwischen den Airbus-Standorten zu transportieren. (Foto: dpa)In seinem sehr großen Laderaum mit einem Nutzraumvolumen von mehr als 1400 m³ kann der Beluga eine Nutzlast von etwa 47 Tonnen befördern. (Foto: dpa)
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Wirtschaftskrise macht FACC zu schaffen

FACC ist wegen der Wirtschaftskrise unter Druck geraten. Viele Fluggesellschaften stornierten ihre Bestellungen bei Airbus und Boeing. Dies wirkte sich negativ auf Zulieferer wie FACC aus. Vor der Wirtschaftskrise war der Wert von FACC auf über 200 Millionen Euro taxiert worden.

Politiker besorgt

8,75 Prozent von FACC bleiben vorerst bei den bisherigen Eigentümern aus Österreich. Damit sind wichtige Mitspracherechte verbunden. FACC-Chef Walter Stephan zerstreute Befürchtungen österreichischer Politiker, die vor einem Technologieabfluss warnten. Stephan sagte, er gehe davon aus, dass der Forschungs- und Entwicklungsbereich in Österreich bleiben werde. Zudem hätten die Chinesen eine Standortgarantie abgegeben. Ein Jobabbau sei nicht geplant. FACC-Aufsichtsratsvorsitzender Androsch sagte, die Zukunft von FACC sei langfristig gesichert: "In China ist eine gewaltige Luftfahrtindustrie im Entstehen."

Regierung habe von nichts gewusst

Die österreichische Regierung bedauerte den Verkauf. Ein Sprecher der regierenden Sozialdemokratischen Partei SPÖ sagte, man sei über die Transaktion nicht informiert worden. Regierungskreisen zufolge war der Verkauf jedoch schon vor Wochen fixiert worden. Der Verkauf wurde auf Wunsch der Politik verschoben. Denn im September wurden in Österreich wichtige Regionalwahlen abgehalten.

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Quelle: Financial Times Deutschland
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