In der Geschichte von Chrysler ging es immer wieder dramatisch auf und ab. Der 1925 vom deutschstämmigen Walter P. Chrysler (1875-1940) gegründete US-Autobauer mit Sitz in Auburn Hills (Bundesstaat Michigan) wird von amerikanischen Autoexperten daher gern als Achterbahn (Roller Coaster) bezeichnet.
Daimler-Einstieg konnte Abwärtstrend nicht stoppen
Auch der Einstieg von Daimler-Benz 1998 konnte die Achterbahnfahrt nicht stoppen. Im Jahr zuvor hatte Chrysler noch 2,8 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Dem deutschen Autobauer gelang es aber nicht, mit den Jeep-, Dodge- und Chrysler-Modellen dauerhaft Geld zu verdienen. In Zeiten steigender Benzinpreise rutschte die Nachfrage nach großen spritschluckenden Wagen in den Keller, Sanierungsversuche scheiterten.
Chrysler stand schon einmal kurz vor der Pleite
Schon Ende der von der Ölkrise geprägten 1970er Jahre hatte Chrysler die Pleite gedroht. Eine staatliche Kreditgarantie und neue Modelle wie der Minivan für die ganze Familie brachten unter Management-Star Lee Iacocca vorübergehend die Wende. Doch Chrysler überhob sich beim Kauf von Unternehmen wie des Rüstungskonzerns Electrospace und des Flugzeugbauers Gulfstream Aerospace. Iacoccas Ruhm verblasste, als 1991 ein Verlust von knapp 800 Millionen Dollar in den Büchern stand. Der neue Star bei Chrysler hieß danach Bob Lutz. Er setzte erfolgreich auf luxuriöse Geländewagen, Pick-ups und kühne Produktneuheiten. US-Milliardär Kirk Kerkorian versuchte 1995 vergeblich, Chrysler zu übernehmen.
2007 übernahm Cerberus Chrysler
Als Daimler-Benz 1998 mit Chrysler fusionierte, stelle sich schon nach wenigen Monaten heraus, dass der US-Autobauer keine guten Produkte in der Pipeline mehr hatte und zu teuer produzierte. Die Sanierungsversuche scheiterten. 2006 ging die Achterbahnfahrt mit einer Milliarde Euro Verlust wegen der Überproduktion von spritfressenden Trucks und Geländewagen wieder steil nach unten. 2007 verkaufte Daimler seine Chrysler-Mehrheit an den Finanzinvestor Cerberus, die neuen Eigner holten als Sanierer den ehemaligen Chef der Baumarktkette Home Depot, Bob Nardelli, an die Spitze.
US-Regierung lässt Chrysler in Insolvenz gehen
Doch auch diesem Sanierer war kein Erfolg beschienen. Ende 2008 konnte Chrysler nur durch ein Notkredit vor der Insolvenz gerettet werden. Am 30. April meldete das Weiße Haus Chrysler werde die Insolvenz nach nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts beantragen. Zudem steigt Fiat mit mit einem Anteil von zunächst 20 Prozent in das US-Unternehmen ein.