Chrysler hofft auf ein schnelles Ende der Insolvenz (Foto: imago)Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer Chrysler hofft weiter auf eine rasche Fahrt aus der Insolvenz. Im Schnellverfahren will ein New Yorker Berufungsgericht an diesem Freitag letzte Einwände von Gläubigern gegen den Rettungsverkauf an den italienischen Fiat-Konzern prüfen. Zuvor geht es um den Widerstand einiger Händler. Bei einer Entscheidung zugunsten Chryslers wäre der Weg für einen Neustart so gut wie frei.
Das Berufungsgericht verhandelt am Freitag den Einwand eines Pensionsfonds im Bundesstaat Indiana. Er ist einer der Gläubiger, bei denen Chrysler mit insgesamt knapp sieben Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) in der Kreide steht. Der Fonds selbst hat Forderungen von 42 Millionen Dollar und sieht sich beim geplanten Schuldenverzicht benachteiligt. Die Gläubiger sollen insgesamt zwei Milliarden Dollar bekommen.
Auch die Händler sind sauer
Bereits am Donnerstag will der Insolvenzrichter endgültig über Widersprüche von Chrysler-Händlern entscheiden. Im Zuge der Sanierung will der Autobauer fast 800 Niederlassungen dicht machen - das ist rund ein Viertel aller Händler.
GM blickt auf Chrysler
Ein baldiger Abschluss des Gläubigerschutz-Verfahrens wäre ein von den meisten Experten beim Start vor gut einem Monat kaum erwarteter Erfolg. US-Präsident Barack Obama und Chrysler hatten eine Dauer von 30 bis 60 Tagen als Ziel ausgegeben. Auch der insolvente Konkurrent General Motors (GM) könnte sich dann Hoffnung auf ein schnelles Verfahren machen, der Fall der bisherigen Opel-Mutter ist allerdings viel größer und komplizierter.
Fiat wartet auf den Einstieg
Von der Insolvenz-Entscheidung hängt der schnelle Einstieg von Fiat bei Chrysler ab. Die Italiener sollen soll zunächst 20 Prozent an dem drittgrößten US-Hersteller übernehmen und später eine Option auf die Mehrheit haben. Allerdings können die Italiener noch bis zum 15. Juni aussteigen, wenn das Geschäft nicht bis dahin rechtlich sicher ist. Vorerst wird die Autogewerkschaft UAW im Tausch für Milliarden-Zugeständnisse die Mehrheit an Chrysler halten, die USA und Kanada den Rest.