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Continental beendet das Jahr 2009 mit Milliardenverlust

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Conti mit Milliarden-Verlust

23.02.2010, 15:08 Uhr | dpa

Continental beendet 2009 tiefrot (Foto: dpa)Continental beendet 2009 tiefrot (Foto: dpa)Der Autozulieferer Continental hat im vergangenen Jahr aufgrund der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise tiefrote Zahlen geschrieben. Unterm Strich standen Rekordverluste in Höhe von rund 1,65 Milliarden Euro, rund eine halbe Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Das teilte Conti in Frankfurt mit. Der Umsatz sank angesichts von Markteinbrüchen in der Automobilindustrie um 17 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro. "Das zurückliegende Jahr hat uns einiges abverlangt", sagte Conti-Chef Elmar Degenhart. 2010 strebt der Konzern nun die Wende an.

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Konzernergebnis "absolut unbefriedigend"

Im vergangenen Jahr hätten verunsicherte Banken und zwischenzeitlich so gut wie ausgetrocknete Finanzmärkte den hoch verschuldeten Konzern mit Sitz in Hannover "ins Mark" getroffen. Dazu seien bislang ungekannte Markteinbrüche gekommen. Die Ertragsbasis sei weggerissen worden. Das Konzernergebnis unterm Strich sei "absolut unbefriedigend".

Sondereffekte belasten Ergebnis sehr

Neben dem massiven Umsatzrückgang belasteten vor allem hohe Sondereffekte die Bilanz - hohe Abschreibungen auf den Unternehmenswert im Zusammenhang mit dem Kauf der früheren Siemens-Sparte VDO sowie Aufwendungen für Werksschließungen. Insgesamt schlugen die Belastungen durch Sondereffekte mit 1,76 Milliarden Euro zu Buche. Bereinigt um Sondereffekte sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um ein Drittel auf rund 1,16 Milliarden Euro.

Optimismus für das Jahr 2010

Auf das Jahr 2010 blicke Conti nun aber mit vorsichtigem Optimismus, sagte Degenhart. "Continental wird wieder mehr Tempo aufnehmen." Die Märkte hätten sich wieder belebt. Außerdem werde Conti von einer verstärkten Zusammenarbeit mit Großaktionär Schaeffler profitieren.

Weiter keine Dividende

Conti rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzanstieg von mindestens fünf Prozent und einer deutlichen Ergebnisverbesserung. Ziel sei es, auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen zu erreichen. Dies werde aber nicht einfach, weil es weiterhin Sonderbelastungen gebe. So laufe die Restrukturierung weiter. Eine Dividende soll es daher auch für das Jahr 2010 nicht geben.

Stellenabbau wird fortgesetzt

Zudem will Conti auch in diesem Jahr Stellen streichen. Degenhart sprach von rund 1000 Jobs, die wegfallen könnten. 2009 hatte der Konzern Werke geschlossen und rund 5000 Stellen gestrichen. Conti beschäftigt derzeit weltweit rund 134.000 Menschen.

Einbrüche im Zuliefer-Geschäft

Schwere Einbrüche verzeichnete der Konzern im vergangenen Jahr vor allem in seinem Autozuliefer-Geschäft. Größtes Sorgenkind ist der Geschäftsbereich Powertrain, der Komponenten für Motoren und Getriebe fertigt. Im Reifengeschäft dagegen erzielte Conti deutlich schwarze Zahlen.

Nettoschulden betragen rund 7,8 Milliarden Euro

Es gebe keine Pläne, die Reifensparte zu verkaufen, sagte Degenhart. Gerade in der Krise habe sich gezeigt, welchen Wert das Reifengeschäft für den Konzern habe. Über einen Verkauf im Zusammenhang mit der geplanten Fusion mit Schaeffler war häufig spekuliert worden, um Geld in die Kasse zu bekommen. Nach der Kapitalerhöhung in Höhe von rund einer Milliarde Euro Anfang dieses Jahres liegen die Netto-Finanzschulden bei Conti derzeit bei rund 7,8 Milliarden Euro. Auch Großaktionär Schaeffler ist hoch verschuldet. Beide Unternehmen hatten sich im vergangenen Jahr einen monatelangen Machtkampf geliefert, den sie schließlich mit einem grundlegenden Umbau der Conti-Spitze beendet hatten.

Zusammenschluss mit Schaeffler vorerst kein Thema

Einen baldigen Zusammenschluss von Conti mit Schaeffler wird es nicht geben. Dies sei erst "mittelfristig" geplant, sagte Degenhart, ohne eine konkrete Jahreszahl zu nennen. Beide Unternehmen ergänzten sich aber "perfekt" und könnten zusammen Technologien schneller und besser entwickeln. Conti ist stark bei Elektronik, das Familienunternehmen aus Herzogenaurach bei Mechanik. Die Konzerne arbeiten unter anderem bereits im Einkauf zusammen.


Quelle: dpa

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