06.11.2009, 18:25 Uhr | Financial Times Deutschland
Verzug bei der Kapitalerhöhung von Continental (Foto: imago)Die seit Monaten diskutierte Kapitalerhöhung für Continental verschiebt sich nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (FTD) ins nächste Jahr: Der Hannoveraner Autozulieferkonzern muss 3,5 Milliarden Euro Schulden ablösen, und Contis Banker wollen ein Gesamtpaket schnüren. "Eine Kapitalerhöhung ist ohne gleichzeitige Refinanzierung nicht möglich", sagten mehrere in die Verhandlungen involvierte Banker der FTD.
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Conti-Gläubiger wollen mehr Sicherheit
So werden auf der Aufsichtsratssitzung am Montag nur Personalia, aber keine Kapitalmaßnahmen beschlossen. Denn die potenziellen Zeichner der Kapitalerhöhung brauchen die Sicherheit, dass Continental durch die im August 2010 fälligen 3,5 Milliarden Euro nicht schon bald in Probleme gerät. Zugleich fordern die mehr als 50 Gläubiger zusätzliches Eigenkapital von mehr als einer Milliarde Euro als Absicherung, um dem von Umsatzeinbrüchen getroffenen Autozulieferer eine Refinanzierung zu gewähren.
Vorbild HeidelCement
Conti müsse zudem seine Ertragskraft verbessern, hieß es. Ende Juni wies Conti eine Nettoverschuldung von 9,8 Milliarden Euro aus. Für die komplette Finanzierungsproblematik hat Conti Credit Suisse als Berater angeheuert. Ein Vorbild ist HeidelbergCement: Der Baustoffkonzern hatte sich im Juni mit seinen Banken auf eine Umschuldung geeinigt. Im September folgte eine milliardenschwere Kapitalerhöhung und diese Woche auch noch eine Anleihe.
Komplizierte Verhandlungen bei Continental
Wegen der Vielzahl der Gläubiger, die zudem verschiedene Interessen verfolgen, sind die Verhandlungen bei Conti kompliziert. Ein Abschluss in diesem Jahr ist Bankern zufolge unmöglich, zumal die Gespräche erst kürzlich richtig begonnen haben. Zuvor wurde eine Lösung für den 90-Prozent-Großaktionär Schaeffler abgewartet. Dessen fünf Banken hatten sich im August grundsätzlich geeinigt, die rund 12 Milliarden Euro Kredit um zwei bis drei Jahre zu verlängern. Noch im Oktober sollen dafür alle Details feststehen.
Neue Leute in der Conti-Führung
Im Mittelpunkt der Aufsichtsratssitzung stehen Personalien: So soll mit Behr-Finanzchef Wolfgang Schäfer die seit Jahresbeginn vakante Stelle des Finanzvorstands besetzt werden. Für die Sparte Powertrain soll nach FTD-Informationen Jose Avila vom US-Konzern Delphi als neuer Vorstand geheuert werden.