22.06.2010, 17:25 Uhr | DAPD
Trotz der konjunkturellen Erholung nimmt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland weiter zu. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet in diesem Jahr mit bis zu 36.000 Unternehmensinsolvenzen. Das wären fast zehn Prozent mehr als im Krisenjahr 2009. Bei der Zahl der Verbraucherinsolvenzen dürfte nach den Prognosen der Experten mit bis zu 120.000 Fällen sogar eine neue Rekordhöhe erreicht werden.
Nach eineinhalb Jahren Wirtschafts- und Finanzkrise seien bei immer mehr Firmen die Kapitalreserven erschöpft, begründete Creditreform-Vorstand Helmut Rödl die negative Entwicklung. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mussten nach seinen Worten 17.360 Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen, 7,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Vor allem im Dienstleistungssektor und im Handel nehme die Zahl der Pleiten derzeit deutlich zu, hieß es. Glück im Unglück: Große und spektakuläre Pleiten wie noch im vergangenen Jahr beim Handelsriesen Arcandor (Karstadt, Quelle) sind in diesem Jahr ausgeblieben. Überwiegend sind kleinere mittelständische Unternehmen betroffen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Firmenpleiten ging deshalb um fast 30 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro zurück. Auch die Zahl der Arbeitnehmer, die infolge von Firmenpleiten um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, sank um 39 Prozent auf 155.000.
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zeigte sich betroffen über die Entwicklung: "Die gestiegene Zahl der Insolvenzen insbesondere im Mittelstand ist keine gute Nachricht", sagte der FDP-Politiker. Denn Deutschland brauche einen starken Mittelstand. Die Wirtschaftsauskunftei sieht aber inzwischen erste Zeichen für eine Besserung der Situation. Noch vor wenigen Monaten waren die Branchenexperten davon ausgegangen, dass in diesem Jahr die bisherige Rekordmarke bei Firmenpleiten aus dem Jahr 2003 gebrochen werden könnte. Damals mussten fast 40.000 Unternehmen aufgeben. Doch inzwischen sagen die Experten voraus, dass maximal 36.000 Firmen Insolvenz anmelden müssen.
Düster ist das Bild allerdings weiterhin bei den Privatinsolvenzen. Allein im ersten Halbjahr erhöhte sich die Zahl der Verbraucherpleiten um 13,3 Prozent auf 54.780 Fälle. Ausschlaggebend für diesen Anstieg sei die stark gestiegene private Verschuldung, sagte Rödl. Rund 6,2 Millionen Deutsche gelten nach seinen Worten als überschuldet, da sie mit den laufenden Einnahmen ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können.
Quelle: dapd
THomas schrieb:
am 23. Juni 2010 um 10:50:36
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Und an.....
.....jeder dieser Pleiten ist der Saftladen ein klein wenig Mitschuld und an jeder dieser Pleiten verdient der Saftladen ein
wenig mit. Schuld durch komisches Ranking, Verdienen durch merkwürdiges Inkasso.
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rebell schrieb:
am 23. Juni 2010 um 10:07:08
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Verschuldung
...diese ewige Meckerei... Fangt doch bitte mal beim eigenen Bewusstsein an. Wenn ich kein Geld in der Tasche habe, kann ich
auch nichts kaufen, es ist relativ einfach auf Pump zu kaufen. Natürlich gibt es Dinge, die man nicht wirklich beeinflussen kann (Arbeitslosigkeit, Krankheit), die materiellen Wünsche die man sich erfüllen möchte, sollte man sich auch leisten können... Es geht auch mit Krediten, nur sollte jeder vorher anfangen zu rechnen. Auf Hilfe der Politik braucht man nicht zu rechnen
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Schakal schrieb:
am 23. Juni 2010 um 09:43:23
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Insolvenzen
Das Verfahren der Privatinsolvenz wurde nicht zum Wohle der Schuldner eingerichtet!! Vielmehr war der Gedanke, dass diese
Menschen nach einer Wohverhaltensphase wieder am Konsum teilhaben können und müssen!! Damit wieder gekauft wird (Binnennachfrage). Notwendig war dieses Verfahren geworden, weil sich immer mehr Menschen gewollt oder ungewollt verschuldet haben!
Dabei sollte man wissen unser Geldsystem lebt nur durch Verschuldung!! Nämlich nur durch den Schuldzins vermehrt sich Geld!!
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