Drucken
Dacia bricht das Kerngeschäft weg
15.01.2009, 08:37 Uhr | bab
Einst heiß begehrt: Der Dacia Logan (Foto: imago)Weltweit befindet sich die Autoindustrie in der Krise. Besonders hart trifft es zurzeit die Renault-Tochter Dacia, deren Kerngeschäft praktisch zusammengebrochen ist. Auf dem wichtigen Heimatmarkt in Rumänien werden immer weniger Autos verkauft. Jetzt drohen massive Stellenstreichungen.
Foto-Show - Dacia Sandero
Autobewertung - Bewerten Sie Ihren Dacia
Video - Weltweite Autokrise spitzt sich zu
Auto -Quiz: BMW | Opel | VW | Daimler
Drei von vier Wagen bleiben stehen
Der Nachfragerückgang schlägt vor allem in Rumänien zu Buche, dem wichtigsten Absatzmarkt für das Stammwerk in Pitesti. Mehr als ein Drittel der Produktion wird dort normalerweise verkauft. Bereits im Dezember 2008 ging der Verkauf im Vergleich zum Vorjahresmonat um 55 Prozent auf 3622 Stück zurück. Der nächste Schock folgte im Januar. Von 200 pro Tag produzierten Autos wurden gerade einmal 50 nachgefragt.
Produktion wird erneut gestoppt
Dacia reagiert mit einem erneuten Produktionsstopp auf die Entwicklung. Wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtet, soll die Arbeit in Pitesti aufgrund der dramatisch gesunkenen Nachfrage ab dem 26. Januar für zwei Wochen ruhen. Erst am 11. Januar wurde dort eine einmonatige Arbeitsunterbrechung beendet, die angesichts der schlechten Zahlen im Dezember beschlossen wurde.
4000 Jobs bedroht
Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, erwägt die Dacia-Führung die Entlassung eines Viertels der Belegschaft. Falls bis zum Frühjahr der "Plan zur Dämpfung der Folgen der Krise" keine Früchte trage, könnten 3000 bis 4000 der insgesamt 13.000 Dacia-Mitarbeiter entlassen werden, erklärte Generaldirektor Francois Fourmont. Die Konzernmutter
Renault bestätigte diese Pläne, betonte dabei jedoch, diese seien nur im Falle einer katastrophalen Entwicklung vorgesehen.
Stütze vom Staat
Offen bleibt dabei, ob der rumänische Staat seine Hilfen für die Autoindustrie ausweitet. Im Dezember hatten Dacia und vier seiner Zulieferer einen Zuschuss von insgesamt 100 Millionen Euro erhalten, mit dem die fünf Unternehmen ihre Produktion aufrechterhalten sollten. Die Maßnahme erfolgte nach einem von der EU-Kommission genehmigten Schema.
Rückgang überrascht
Rumänien selbst dürfte die Folgen der globalen Krise nach Ansicht der meisten Experten aufgrund der guten Ausgangslage besser überstehen als manche andere Länder. Für das Jahr 2008 erwartet die Weltbank in Rumänien ein Wirtschaftswachstum von 8,6 Prozent, das Bankensystem gilt als relativ stabil. 2009 dürfte das Wachstum auf 3,2 Prozent gebremst werden. Mit Rezession rechnet kaum jemand. Der deutliche Einbruch der Autoverkäufe überrascht also.
Mehr Themen:Autokrise -
Dudenhöffer kritisiert Abwrackprämie als wirkungslosAutokrise -
2008 war ein Horrorjahr für AutoherstellerNobelkarosse - Drastischer Absatzeinbruch bei Porsche
Quelle: dpa-tmn
, dpa
, t-online.de
Versenden
An die Redaktion