
23.12.2011, 14:57 Uhr | Financial Times Deutschland
Anleger sollten sich bei dem Stuttgarter Autohersteller auf die Lauer legen: 2012 wird es bei Daimler rappeln.
Daimlers größte Managementfehler Revue passieren zu lassen ist weder nostalgisch noch böswillig: Dornier, MBB, AEG, Fokker, Chrysler, Mitsubishi , Maybach, Smart, Toll Collect. Aber man versteht, warum Daimler so niedrig bewertet und die volle Kasse eher mit Sorge gesehen wird.
Denn eigentlich spricht derzeit einiges für die Schwaben. Paradoxerweise - oder aus antizyklischer Sicht logischerweise - ausgerechnet das, was gegen sie spricht. Bleiben wir zunächst bei der Bewertung. Die Firma wird mit weniger als dem einfachen Buchwert gehandelt, mit nur 20 Prozent vom Umsatz und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2012er-Gewinnschätzungen von unter sieben.
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Das charmante gegenüber VW und BMW: Anders als diese beiden ist Daimler mal wieder weit von operativen Rekordmargen entfernt. Allein bei Pkw hängt man Audi und BMW rund drei Prozentpunkte hinterher. Das heißt nicht nur, dass die beiden Rivalen derzeit auf Basis von Rekordgewinnen bewertet werden, sondern auch, dass Daimler bei der Profitabilität noch aufholen kann.
Während Audi und BMW die Modulstrategie schon vor Jahren eingeführt haben, läuft diese bei Mercedes erst ab 2012 richtig an, sichtbare Ergebnisse gibt es vielleicht ab 2013. Das ist das Erbe von Chrysler, das die Stuttgarter Ingenieure zu lange von ihren eigentlichen Aufgaben abgelenkt hat. Doch geht man insbesondere in den nächsten Jahren von schwachem Absatzwachstum aus, ist es aus Anlegersicht attraktiv, wenn eine Firma kostenseitig, also aus eigener Kraft, zu den Rivalen aufschließen kann.
Apropos Absatz. Dafür, dass dieser in den ohnehin gesättigten westlichen Märkten mau bleiben wird, spricht nicht nur das sinkende Verbrauchervertrauen, sondern auch das schwindende Interesse der Banken, als Autofinanzierer - 7,5 von zehn Autos in Europa sind finanziert - zur Verfügung zu stehen, wenn sie aufgrund strengerer Eigenkapitalvorschriften ihre Bilanzen kürzen müssen.
Das wiederum ist gut für kapitalstarke Autohersteller mit angeschlossener Bank. Und mit den drei deutschen Herstellern können die verbliebenen aus Europa da nicht mithalten. Neben der Kundenfinanzierung dient eine solide Bilanz natürlich auch der Aufrechterhaltung einer angemessenen Investitionsquote und Vertriebsmaßnahmen, was weitere Marktanteilsgewinne der Deutschen ermöglichen sollte. Und vielleicht hat sich die Konjunktur, wenn Daimler 2013 die margenstarke neue S-Klasse vorstellt, ja auch wieder erholt.
Doch hier ist das anfangs erwähnte Problem, das Anleger mit Daimler aufgrund seiner Vergangenheit haben, nämlich die Aktie jetzt auf Basis möglicher potenzieller Kosteneinsparungen und positiver Modellzyklen zu kaufen. Dafür hat Daimler bisher zu oft gepatzt. Ebenso spricht dagegen, dass die Gewinnschätzungen 2012 noch weiter fallen dürften.
Sei es wegen der sich eintrübenden Lage in Europa oder Lateinamerika - hier macht Daimler 85 Prozent seiner Lkw-Gewinne - oder aber, weil bei den Chinesen ihr unersättlicher Appetit auf deutsche Edelkarossen nachlässt. In China erzielt Daimler ein Drittel seiner Marge. Zyklisch, wie Autoaktien sind, kauft man sie normalerweise bei positiven, nicht aber bei negativen Gewinnrevisionen.
Quelle: Financial Times Deutschland
Eigner schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 15:35:11
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Mercedes/Daimler
Schadenfreude ist die schönste Freude, wenn nicht so viele Arbeitsplätze daran hängen würden. Seit 40Jahren fahre ich
Mercedes, inzwischen neben 3 BMW u.2 Porsche z.Zt. den 14ten, eine E-Klasse 320CDI. Die Qualität dieser Fahrzeuge ist seit ca. 1984 kontinuierlich zurückgegangen im gleichen wie die Preise anstiegen. Was heute von Daimler kommt, ist hilfloses verspätetes Nachmachen. So etwas von schlimm die beiden Neuvorstellungen B+M-Klasse vor wenigen Tagen- nicht zu beschreiben, Note 6.
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Beobachter meint dazu schrieb:
am 4. Dezember 2011 um 15:52:39
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Mercedes-Benz
oder Daimler wird entgegen allen Unkenrufen zum Trotz in Zukunft sicherlich zum erfolgreichsten u am innovativsten handelnden
Autobauer d nächsten 10-20 Jahre werden. Mercedes alleine hat in seinen aktuellen Forschungsprojekten zu alternativen Antriebstechnologien, wie z.B. Wasserstoff- o. Hybridfahrzeugen bereits jetzt d Nase vorne,obwohl d bereits serienreif entwickelten u getesteten Studien u Prototypen noch in der Schublade liegen.Es ist nur noch ein Politikum,bis es richtig los geht!!
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Allenberger schrieb:
am 4. Dezember 2011 um 14:57:40
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Daimler
Daimler war einer der größten Kapitalvernichter überhaupt. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass sich so etwas rächt.
Überheblichkeit, Filz und unbelehrbare Manager werden es schaffen, das Unternehmen zu ruinieren oder es in die Bedeutungslosigkeit zu versenken.
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