Nach wie vor leidet Daimler unter miesen Absatzzahlen (Foto: imago)Der Autobauer Daimler wird an den deutschen Standorten voraussichtlich auch im nächsten Jahr kurzarbeiten lassen. Das deutete Finanzvorstand Bodo Uebber in der "Financial Times Deutschland" an. "Wir können 24 Monate lang Kurzarbeit fahren. Das ist gar keine Frage", wurde er zitiert. Die Börse quittierte die negative Nachricht von Daimler mit Kursverlusten.
Der Konzern hatte Anfang 2009 zunächst in seinem Sindelfinger Werk Kurzarbeit eingeführt. Später folgten weitere Produktionsstätten. Bei Daimler sind momentan rund 27.000 Beschäftigte von der Regelung betroffen. Nach den bisher gültigen Vereinbarungen soll die Kurzarbeit in sechs Pkw-Werken bis Ende Dezember laufen, an den Lkw-Standorten Wörth und Mannheim zunächst bis Juni 2010. Über eine Verlängerung laufen Gespräche, einen endgültigen Beschluss gibt es aber noch nicht, berichtete das Blatt weiter.
Der Konzern hatte wegen der Absatzkrise einen massiven Sparkurs eingeleitet. Bislang sind die Kosten um 3,5 Milliarden Euro gesenkt worden. Bis Ende des Jahres sollen dem Bericht zufolge 5 Milliarden eingespart werden. Im dritten Quartal hatte der Hersteller einen Mini-Gewinn von 56 Millionen Euro nach Steuern eingefahren, nach einem Verlust von rund 2,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr. Im Gesamtjahr rechnet der Konzern dem Bericht zufolge mit einem Verlust.
Schwacher Dollar belastet Ergebnis
Mit Blick auf das kommende Jahr sagte Uebber: "Für 2010 müssen wir weiter daran arbeiten, ein positives Unternehmensergebnis zu erreichen". Neben dem Minus beim Absatz drückt auch der schwache Dollar das Konzernergebnis der Schwaben. Um die Folgen des Umtauschkurses abzumildern, plädierte Uebber dafür, mehr Autos jenseits des Atlantiks zu produzieren, zumal dort ein wichtiger Absatzmarkt für den Konzern sei. "Grundsätzlich befürworte ich, dass wir etwas mehr Wertschöpfung in den USA haben."
Daimler-Aktie im Minus
Börsenhändler reagierten enttäuscht auf die jüngsten Meldungen zu Daimler. Ein Händler sagte dazu: "Das sind keine optimistischen Aussagen und vielleicht ein weiteres Signal für eine weiter nur flaue Erholung nächstes Jahr, was erneut Kostensenkungen erwarten lässt." Die Aktie des Stuttgarter Autobauers verlor am Vormittag 0,9 Prozent auf 33,76 Euro.