
03.02.2012, 19:53 Uhr | Financial Times Deutschland
Knapp 20 Jahre lang arbeitet Sermet I. im Sindelfinger Werk. Bis er anfängt, in seiner Freizeit Terroristen zu unterstützen. Der Autobauer will den rechtskräftig verurteilten Mann nun nicht wieder beschäftigen.
Daimler wehrt sich vehement gegen die Wiedereinstellung eines rechtskräftig verurteilten Helfers des Terrornetzwerks Al-Kaida. Der seit fast zwei Jahrzehnten bei dem Konzern beschäftigte Mann hatte eine Auszeit genommen, und dann Geld sowie militärische Ausrüstung für das islamische Terrornetzwerk beschafft. Er will vor dem Landesarbeitsgericht in Stuttgart seine Wiedereinstellung bei dem Autobauer durchsetzen. "Das können wir unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen nicht zumuten", sagte eine Daimler-Sprecherin.
In erster Instanz vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht gewann Sermet I., der von Daimler im Jahr 1993 als Auszubildender im Pkw-Werk Sindelfingen eingestellt worden war und später dort als Lackierer arbeitete. Seine Verurteilung als Terrorhelfer von Al-Kaida habe keinen Bezug zu dem seit langem bestehenden Arbeitsverhältnis bei dem Autobauer, begründete das Arbeitsgericht seine Entscheidung.
Nach dem Dämpfer in erster Instanz rüstet Daimler vor der für Ende April vor dem Landesarbeitsgericht angesetzten zweiten Runde auf. Gegen die Rückkehr des Mitte 2010 zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilten Mittdreißigers werde sich das Unternehmen "mit allen gebotenen juristischen Mitteln zu Wehr setzen", sagte eine Daimler-Sprecherin. Eine gütliche Einigung schließt der Autobauer kategorisch aus, ein Vergleich komme nicht infrage: "Wir können nicht ausschließen, dass die dann zu zahlende Abfindungssumme genutzt würde, um eine terroristische Vereinigung zu unterstützen."
Der aus dem Raum Stuttgart stammende Mann mit deutschem Pass war vom Oberlandesgericht (OLG) Koblenz nach 61 Prozesstagen der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen worden (Az: 2 StE 3/09-8). Der Bundesgerichtshof verwarf im Mai 2011 die Revision, damit wurde die Verurteilung rechtskräftig (Az: 3 StR 38/11). Der laut Urteil von 2005 an bis zu seiner Festnahme Anfang 2009 für Al-Kaida tätige Mann saß nach Gerichtsangaben einen Teil seiner Haftstrafe ab und ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.
Daimler hatte Sermet I. Ende 2007 im Zuge eines Sabbat-Jahres einen Wiedereinstellungsanspruch zugesagt. Während dieses Sabbat-Jahres ging er ins Ausland, jobbte nach Unternehmensangaben in einem Mercedes-Benz-Werk in Malaysia und wurde bei seiner Rückkehr nach Deutschland Anfang 2009 festgenommen. In dem anschließenden Prozess wurde ihm die Übergabe von Bargeld, eines Nachtsichtgeräts und mehrerer Entfernungsmesser an Al-Kaida zur Last gelegt.

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Sermet I. habe das Geld und die militärisch nutzbare Ausrüstung einem Al-Kaida-Mitglied übergeben. Die Treffen im rheinland-pfälzischen Germersheim hätten zwischen Herbst 2005 und Dezember 2006 stattgefunden, befand das OLG nach Anhörung von 119 Zeugen und neun Sachverständigen. Damals war Sermet I. noch für Daimler in Sindelfingen tätig, sein Sabbat-Jahr begann erst später.
In seinem mehrere hundert Seiten starken Urteil habe das OLG in Koblenz eine "positive Prognose" für den Mann abgegeben, sagte ein Sprecher des Landesarbeitsgerichts. Er habe sich "glaubhaft vom Terrorismus losgesagt", habe das OLG befunden. Daran hegt Daimler laut Sprecherin jedoch "ernsthafte Zweifel". Sermet I. habe sich erst nach längerer Inhaftierung vom Terrorismus distanziert.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Igor schrieb:
am 4. Februar 2012 um 19:58:06
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(1)
@Fritz
was haben deutsche Soldaten in Afghanistan verloren?
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eddy schrieb:
am 4. Februar 2012 um 15:57:48
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(0)
genau richtig
Dieser Mann und seine Familie müsste sofort aus dem Land ausgewiesen werden. Es ist absolut unzumutbar eine tickende Zeitbombe
in ein solchen Unternehmen zu beschäftigen. Diese kranke Mensch passt nicht in unser demokratisch denkenden Land hinein.
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puma schrieb:
am 4. Februar 2012 um 15:31:19
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Daimler kämpft gegen Anstellung von Al-Kaida- Helfer
Daswar bestimmt nicht der einzige Richter im Alkoholnebel.
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