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Das schwere Los der Telefonwerber

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Das schwere Los der Telefonwerber

17.02.2009, 10:33 Uhr | cs

Die Arbeitsbedingungen in Call Centern sind oft schlecht (Foto: imago) Die Arbeitsbedingungen in Call Centern sind oft schlecht (Foto: imago)Nervige Anrufe aus Call Centern sind ein wahre Plage. Immer häufiger belästigen Telefonwerbern Verbraucher - und das manchmal sogar mehrfach täglich. Angeboten werden Zeitschriftenabos oder die Teilnahme an zweifelhaften Gewinnspielen. Verbraucherschützer warnen schon lange vor Vertragsabschlüssen am Telefon. Dabei sind die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten der boomenden Branche oft überaus schlecht - 99 Prozent sind äußerst unzufrieden.

Unzulässig -
Alles Betrüger -
Falschgeld -

Kampf für bessere Arbeitsbedingungen

Ver.di kämpft seit längerem um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, die diese oft nervigen Telefonate zu verantworten haben. Mit Themen wie Datenschutz und Verbrauchersicherheit beschäftigt sich bis diesen Donnerstag auch ein europäischer Call-Center-Kongress in Berlin, an dem mehr als 1600 Experten der Branche teilnehmen.

 

Boom kommt bei Mitarbeitern nicht an

"Die Branche boomt: Ständig öffnen neue Standorte, die Beschäftigtenzahlen steigen rasant und die Geschäftsergebnisse sind hervorragend", sagt Ver.di-Experte Jürgen Stahl. Von diesem Boom komme bei den Beschäftigten aber so gut wie nichts an. Die Mitarbeiter werden oft nur in Teilzeit oder befristet eingestellt. Tarifliche Regelungen gebe es kaum. Viele Unternehmen wie zum Beispiel Quelle hätten ihre Standorte mittlerweile in den Osten nach Cottbus, Magdeburg oder Görlitz verlagert. "Dort sind die Arbeitskosten niedriger und die Leute angesichts hoher Arbeitslosigkeit eher bereit, zu schlechten Bedingungen zu arbeiten.".

Call-Center-Mitarbeiter unzufrieden

Einer Ver.di-Umfrage zufolge sind 99 Prozent der Call-Center-Mitarbeiter mit ihrer Bezahlung unzufrieden. Mehr als die Hälfte gibt an, dass sie auf einen Zweitjob angewiesen sind. 23 Prozent der Befragten sagen zudem, sie erhielten neben ihrem Lohn noch zusätzlich staatliche Unterstützung. Laut Ver.di wird in der Branche ein Grundlohn von gerade einmal 5,50 bis 7 Euro gezahlt und das bei Wochenarbeitszeiten von bis zu 42 Stunden. Auch gebe es für die Arbeit am späten Abend oder Wochenende keine Zuschläge.

23 Millionen Kundentelefonate am Tag

Mittlerweile arbeiten in Deutschland rund 440.000 Menschen in 5700 Call Centern, gut 1,2 Prozent aller Erwerbstätigen, wie der Branchenverband Call Center Forum CCF angibt. Täglich führen sie bis zu 23 Millionen Kundentelefonate. Die Branche sieht sich selbst als einer der Jobmotoren in Deutschland - mit einem jährlichen Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro.

Ehrenkodex soll Bedingungen verbessern

Die Unternehmen wollen indes selber schärfer gegen schwarze Schafe in den eigenen Reihen vorgehen. So droht denjenigen Sanktionen, die gegen den 2007 in Kraft getretenen Ehrenkodex verstoßen, so der CCF. Diese reichten von Abmahnungen über Geldstrafen bis zum Verbandsausschluss. Abgesehen vom Einhalten gesetzlicher Rahmenbedingungen verpflichtet der Ehrenkodex die Mitgliedsunternehmen auch, Werbeanrufe nach 20 Uhr zu unterlassen und Telefongespräche höflich zu führen. Der Branchenverband geht allerdings davon aus, dass gerade einmal ein Prozent der Unternehmen "mit krimineller Energie" vorgeht, indem sie etwa Datenmissbrauch betreiben.

Verbraucher vor Nerv-Anrufen schützen

Kopfschmerzen bereitet der Branche aber das von der Bundesregierung geplante Gesetz gegen unlautere Telefonwerbung. So sollen die Verbraucher künftig besser vor Belästigungen durch die Werbeanrufe und den Folgen untergeschobener Verträge geschützt werden. Nach dem Gesetzentwurf droht Firmen bis zu 50.000 Euro Geldbuße. Call Center, die ihre Rufnummer unterdrücken, sollen bis zu 10.000 Euro zahlen. Bei telefonisch abgeschlossenen Abonnements soll der Kunde zudem ein strikteres Recht zum Widerruf bekommen.

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Quelle: dpa , t-online.de

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