Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Deflation als unterschätzte Bedrohung

...

Deflation als unterschätzte Bedrohung

13.01.2012, 16:10 Uhr | Financial Times Deutschland

Preisrückgänge sind ein typisches Deflations-Merkmal (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Preisrückgänge sind ein typisches Deflations-Merkmal (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer hat Angst vor einer Inflation? Jeder. Und vor einer Deflation? Niemand. Ein Fehler, denn das Untier kann auch böse beißen - und immer mehr Ökonomen warnen vor ihr.

Die Inflation ist das Schreckgespenst der Deutschen. Inflationsangst bestimmt ihre Anlagestrategie, seit Notenbanken und Regierungen weltweit Banken mit Rettungspaketen stützen und die Staatsverschuldung in die Höhe treiben. Im Dezember sank die Inflationsrate jedoch den dritten Monat in Folge; die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen auf Jahressicht nur um 2,1 Prozent.

Experten warnen vor Deflation

Es mehren sich nun die Stimmen von Ökonomen, die nicht eine Geldentwertung als Gefahr sehen, sondern vielmehr vor Deflation warnen: einer endlosen Spirale aus fallenden Preisen, sinkenden Gewinnen und steigender Arbeitslosigkeit. Der italienische Wirtschaftswissenschaftler Lorenzo Bini Smaghi mahnte kurz vor dem Ausstieg aus dem Direktorium der EZB Ende Dezember, die Zentralbank müsse notfalls die Geldpolitik lockern, um eine Deflation abzuwenden.

Diese Ansicht teilt Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank: Werde der durch die Schuldenkrise ausgelöste Konjunktureinbruch nicht gestoppt, "wird die Rezession in eine Deflation ausarten". Zuletzt haben die Befürchtungen neue Nahrung erhalten: Deutschland und Dänemark konnten erstmals kurz laufende Staatsanleihen zu einem Negativzins emittieren.

Wirtschaft
Inflation oder Deflation?

Mit welchen Teuerungsraten müssen Verbraucher in Europa in den nächsten Jahren rechnen? Experte gibt Antworten zur Inflation und Deflation. zum Video

Anhaltende Deflationsspirale im Land des Lächelns

Dass Profianleger Verluste in Kauf nehmen, um kein Risiko bei Aktien oder Unternehmensanleihen einzugehen, war in den letzten 20 Jahren fast nur in Japan zu beobachten. Das Land geriet 1989 in eine Deflationsspirale, die bis heute anhält. Zuvor war in Japan, wie 2008 in den USA, Großbritannien, Irland, Spanien und Portugal, eine Immobilienblase geplatzt. Der japanische Aktienindex Nikkei 225 ist seither von über 39.000 Punkten auf 8450 Zähler gefallen.

Auch Eurozone bedroht

Das Japan-Szenario drohe nun den USA und der Eurozone, sagt US-Ökonom Gary Shilling: "Viele deflationsbegünstigende Faktoren sind bereits präsent." So fielen seit 2009 die Preise zahlreicher Konsumgüter. Der Trend werde sich fortsetzen, sagt Jan Poser, Chefökonom der Schweizer Bank Sarasin: "Es wird sich eine neue Bescheidenheit im Konsumsektor nach dem Motto 'Weniger ist mehr' etablieren."

Tarifvergleich
Strompreise vergleichen
Der Stromrechner

Finden Sie den günstigsten Stromanbieter aus Ihrer Region. Daten eingeben und vergleichen.


Verbrauch

Gold und Immobilien bieten keinen Schutz

Liegen die Mahner richtig, müssten viele Anleger ihre Investmentstrategie überdenken. Immobilien und Gold, die als sicherer Inflationsschutz gesehen werden, würden bei einer Deflation rapide an Wert verlieren. Mit dem Rückgang der Preise würden Unternehmensgewinne und Löhne sinken. Für Wirtschaft und Privatleute würde es schwieriger, Kredite abzutragen. "Sobald die Menschen die Deflation erkennen, werden sie massiv Gold verkaufen, um ihre Schulden zu tilgen", so Volkswirt und Sachbuchautor Günter Hannich. Der Preis des Edelmetalls würde einbrechen.

Immobilien bieten ebenfalls keinen Deflationsschutz. "Unternehmen würden in diesem Szenario weniger Flächen anmieten", sagt Helge Scheunemann, Chefresearcher Deutschland der Beratungsfirma Jones Lang LaSalle. Leerstände würden steigen, Mieten und Preise sinken. Allenfalls Zweizimmerwohnungen könnten ein solides Investment sein. Scheunemann: "Sinkende Löhne würden die Menschen in kleinere Wohnungen wechseln lassen, um Miete zu sparen."

STELLENMARKT

Aktuelle Stellenangebote

Stellenmarkt bei t-online.de

Wählen Sie die gewünschte Branche aus:


Ausweichen auf Anliehen stabiler Unternehmen

In Japan sind die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen durch die Deflation unter die Marke von einem Prozent gesunken. In Deutschland werfen zehnjährige Bundesanleihen nur noch 1,8 Prozent ab. Anleger, die nur eine kurze Deflationsphase erwarten, können zu höher rentierenden Anleihen bonitätsstarker Unternehmen mit einer Laufzeit von bis zu vier Jahren greifen. "Wegen der kurzen Restlaufzeit schwanken die Kurse dieser Papiere nur geringfügig und bieten damit Schutz im unsicheren globalen Umfeld", so Ivan Rudolph-Shabinsky, Portfolio-Manager bei ACM Bernstein.

Bei Aktien böten Papiere von Versorgern, Nahrungsmittelproduzenten und Pharmafirmen den besten Deflationsschutz, sagt Arnim Kogge, Leiter Private Banking beim Bankhaus Ellwanger & Geiger, der selbst keine Deflationsspirale erwartet: "Ihre Produkte und Dienstleistungen werden auch in schwachen Konjunkturphasen nachgefragt." Zudem seien die Dividendenrenditen meist hoch. Auch Polly Kwan, Portfoliomanagerin bei Fidelity, rät im aktuellen Marktumfeld zu dividendenstarken Papieren: "Sie bieten eine solide Allwetterstrategie."


Newsletter
Die wichtigsten News kostenlos ins Postfach
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Newsletter bietet Ihnen die wichtigsten Meldungen aus der Welt von Wirtschaft und Geldanlage werktags kostenlos per E-Mail. Jetzt abonnieren!

Quelle: Financial Times Deutschland

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Deflation als unterschätzte Bedrohung" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Deflation als unterschätzte Bedrohung" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (16)

zum Forum

Thema: "Deflation als unterschätzte Bedrohung"

Gurkenhals@ Uwe 1,5 schrieb: am 13. Januar 2012 um 19:14:35
(27) (13) Defination Defl.
Würden die Waren billiger dann würde mehr verkauft und warum sollten Arbeitgeber dann entlssen? Meine Eltern haben die
Weltwirtschafts Krise 1929 bis 1932 so erlebt wie ich die Deflation beschrieben habe. Vermutlch ist an beider Kommentaren etwas dran. OK?
mehr Kommentar melden

Uwe 1,5 schrieb: am 13. Januar 2012 um 18:56:15
(31) (13) @ Gurkenhals 18:21
diese Interpretation ist definitiv falsch!! Nicht die Waren werden durch Inflation weniger sondern,da liegst Du
richtig,das Geld wird weniger Wert und dadurch werden Waren/Dienstleistungen teurer!! Bei einer Deflation werden Waren/Dienstleistungen usw. billiger,was bei gleichbleibenden oder gar steigenden Umlauf/Betriebskosten für den Arbeitgeber dazu führen kann,das er Arbeitsplätze abbaut oder Löhne kürzt-weniger Geldwert+weniger Lohn,führt normal in die Depresion-nur Kurzfassung :-)
mehr Kommentar melden

Mario schrieb: am 13. Januar 2012 um 18:43:08
(38) (25) Deflation
Ich habe keine Angst davor. Nach den maßlos gestiegenen Verbraucherpreisen in den letzten 10 Jahren ist diese auch fast zwingend
notwendig um die Schere zwischen Preis- und Lohnentwicklung wieder zu schließen.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Gabor bei Siemes.de
Gabor-Schuhe bei siemes.de

Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

THW Simulator 2012
THW Simulator 2012 (Quelle: rondomedia)

Fahrzeuge bergen, Brücken bauen und mehr. Jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Heynckes: "Mit jedem Tag wird's schlimmer"
Jupp Heynckes hat die Niederlage gegen Chelsea noch nicht verarbeitet. (Quelle: imago)

Gerüchte um vorzeitigen Abschied. mehr

"Ich 'alte Ziege' noch einmal schwanger"
Schwanger mit 54: Isabella Baronin von Schorlemer und Ehemann Josef Laggner. (Quelle: WENN)

Dt. Baronin (54) erwar- tet Nachwuchs. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige