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Dell und HP wollen Arbeitsbedingungen bei Foxconn prüfen

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Dell und HP wollen Arbeitsbedingungen bei Foxconn prüfen

28.05.2010, 08:56 Uhr | dpa, AFP, mash

Sie fertigt unsere Hightech-Geräte: Huang Xuehua, Arbeiterin bei Foxconn (Foto: Reuters)

Die Selbstmordserie beim weltgrößten Elektronik-Hersteller Foxconn macht den Abnehmern zunehmend Sorgen. Nach Apple kündigten nun auch die Computerbauer Dell und Hewlett-Packard (HP) eine Überprüfung der Arbeitsbedingungen bei Foxconn in China an. Zuvor sprang ein Mann aus einem Wohnheim im südchinesischen Shenzhen in den Tod - es war der zehnte Selbstmord seit Jahresanfang. Kurz darauf wollte sich ein Arbeiter die Pulsadern aufschneiden. (Video - Selbstmordserie bei Foxconn)

Computerhersteller zeigen sich betroffen

"Wir erwarten von unseren Zulieferern die gleichen hohen Standards wie in unseren eigenen Werken", sagte eine Sprecherin von Dell in Peking. "Die Hinweise auf schlechte Arbeitsbedingungen werden untersucht, und falls nötig, werden angemessene Maßnahmen ergriffen", so Dell. Auch HP erklärte, wie bei allen "Schwierigkeiten" mit Zulieferern werde der Computerhersteller bei Foxconn die Bedingungen prüfen, die im Zusammenhang mit den "tragischen Ereignissen" stehen könnten. In der Regel beinhalten solche Untersuchungen den Besuch der Produktionsanlagen und Gespräche mit Arbeitern, wie das "Wall Street Journal" schrieb.

Foxconn baut auch iPhone

Apple hatte bereits zuvor erklärt, das Unternehmen fühle sich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Bedingungen für die Arbeiter in der Produktion "sicher" seien und dass die Beschäftigten mit Respekt behandelt würden. "Wir sind traurig und besorgt wegen der Selbstmorde bei Foxconn", teilte Apple mit. Eine Arbeitsrechtsorganisation hatte bereits angekündigt, sie wolle zum weltweiten Boykott des iPhone aufrufen, das von Foxconn gebaut wird.

Apple ist in Kontakt mit Mutterhaus

Das Unternehmen habe ein Team losgeschickt, um die Bemühungen des taiwanesischen Foxconn-Mutterhauses zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu überprüfen. Apple sei in Kontakt mit dem Management. Man habe den Eindruck, dass die Situation auf taiwanesischer Seite sehr ernst genommen werde, teilte Apple mit. Weitere Kunden wie Motorola, Nokia und Nintendo kündigten ähnliche Untersuchungen an.

Selbstmordserie nimmt kein Ende

Am Mittwochabend stürzte sich erneut ein Angestellter der Firma in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen zu Tode, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Polizei habe bestätigt, dass es sich um einen Selbstmord handle. Der neue Todessprung hatte sich nur wenige Stunden nach dem Besuch des Foxconn-Gründers Terry Kuo ereignet. Kuo hatte mit einer Gruppe von Journalisten die Fabrik besucht und dabei Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen zu entkräften versucht. Er entschuldigte sich zwar für die Todesfälle, sagte aber, einige von ihnen könnten persönliche Probleme zur Ursache haben. Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn verteidigte er. (Foxconn-Arbeiter sollen Selbstmord-Verzicht unterschreiben)

Heftige Diskussionen um Arbeitsbedingungen von Wanderarbeitern

Die Todesfälle haben eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen und den als "militärisch" beschriebenen Managementstil von Foxconn ausgelöst. Die chinesische Regierung zeigte sich besorgt und hob die Fürsorgepflicht von Arbeitgebern hervor. Experten wiesen als mögliche Ursachen auf den hohen Arbeitsdruck, ein mangelndes soziales Netz, die persönliche Isolation und Ausweglosigkeit vieler schlecht bezahlter Wanderarbeiter hin. (Siehe Foto-Show)

Teile der Firma sollen verlegt werden

Der Mutterkonzern von Foxconn hat seinen Sitz in Taiwan. Dort berichteten die Medien, Foxconn plane die Verlegung eines Teils der Fabrik in den Westen von China, so dass die Arbeiter ihren Familien näher sein könnten. Viele Foxconn-Arbeiter sind noch sehr jung. "Wir werden die jungen Leute in ihre Heimatstädte zurückkehren lassen, so dass sie die Wärme der Heimat spüren können", zitierte die Zeitung "Economic Daily" Gou. Die "Commercial Times" berichtete, 80.000 Arbeiter sollten künftig in Sichuan im Nordwesten Chinas für Foxconn arbeiten.


Quelle: t-online.de , AFP , dpa

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