29.07.2011, 15:48 Uhr | dapd, dpa, AFP
Auch am Bau fehlen Auszubildende (Foto: imago) (Quelle: imago)
Dem deutschen Handwerk geht der Nachwuchs aus: Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind noch 20.000 Lehrstellen unbesetzt. Damit erhöhten sich die Chancen auch für Schulabgänger mit schwächeren Leistungen, erklärte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, der Zeitung "Die Welt". Die Betriebe kritisieren vor allem die unzureichenden Kenntnisse und die mangelnde Arbeitsbereitschaft der Bewerber.
"Es wird immer schwieriger, die Lehrstellen zu besetzen, vor allem im Osten", fügte Kentzler hinzu. Da die Zahl der Schulabgänger sinke, stiegen nun die Chancen für schwache Bewerber. "320.000 Jugendliche in schulischen Warteschleifen, bezahlt von den Arbeitsagenturen, sind zu viel", kritisierte der Handwerkspräsident. Eine praxisnahe Berufsvorbereitung könne auch "schulmüde" Jugendliche an eine Lehre heranführen.
Kentzler ermunterte ausdrücklich Jugendliche zu Bewerbungen, die Schwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf haben. Schulabgänger würden knapp, sagte er. "Da steigen auch die Chancen für schwache Bewerber, wenn denn die richtige Einstellung vorhanden ist."
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Insbesondere sogenannte betriebliche Einstiegsqualifizierungen hätten sich bewährt, so Kentzler. Dabei machen Jugendliche ein zwölfmonatiges Praktikum im Betrieb, während sie zugleich schulische Defizite aufholen können. Kommen beide Seiten nach diesem Jahr zu dem Ergebnis, die Zusammenarbeit fortsetzen zu wollen, kann sich eine Lehre anschließen.
In der Vergangenheit sei dies bei zwei Dritteln der Programmteilnehmer der Fall gewesen, betonte Kentzler. Er bezeichnete die Einstiegsqualifizierung als "sehr erfolgreich". In diesem Jahr werde die Wirtschaft 30.000 Plätze anbieten. Insgesamt verstärken seinen Angaben zufolge die Hälfte der Handwerksbetriebe ihre Ausbildungsaktivitäten, um auf den drohenden Nachwuchsmangel zu reagieren.
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41 Prozent der Betriebe hätten Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, erläuterte Kentzler. Jeder vierte davon habe trotz intensiver Bemühungen kein geeignetes Personal finden können. Betroffen seien vor allem die Bau- und Ausbauberufe sowie die Zulieferer für die Industrie.
Der ZDH-Präsident führte den Fachkräftemangel zum einen auf einen "wirtschaftlichen Aufschwung in so gut wie allen Branchen" zurück. Zum anderen meldeten sich "oft nur Bewerber mit unzureichenden Kenntnissen". 39 Prozent der Betriebe kritisierten außerdem eine zu geringe Arbeitsbereitschaft. "Wir erwarten schon, dass die Leute auch arbeiten wollen", sagte Kentzler.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, beschäftigen die Handwerksbetriebe in Deutschland laut einer Zählung von 2008 rund fünf Millionen Menschen. Damit ist das Handwerk laut Kentzler noch stärker als bislang angenommen. Der ZDH hatte mit knapp 4,5 Millionen Beschäftigten gerechnet. Zuletzt hatten die Statistiker 1995 entsprechende Zahlen vorgelegt. Die aktuellen Daten zeigten eindrucksvoll die zentrale Bedeutung des Handwerks für den Wirtschaftsstandort Deutschland, erklärte Kentzler.
Quelle: AFP , dpa , dapd , t-online.de
Maxe schrieb:
am 29. Juli 2011 um 18:18:29
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handwerk sucht Lehrlinge
Unsere Jugend ist nicht dumm und schlecht ,sie erkennen ihre Zukunft realistisch.
Ein Handwerker ist in unserer
Geselschaft für den Kunden ein notwendiges Übel.
Das fängt mit der bezahlung an und endet ab 40 mit den Empfang von Sozialhilfe .
Es ist ein kurzer und harter Weg den viele Junge Menschen erkant haben.
Wer es trotzem wagt wird erstmal fürs Praktikum Monatelang als Billigarbeiter ausgenutzt und dan nachhause geschickt.
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Der Geölte schrieb:
am 29. Juli 2011 um 17:33:03
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Azubis
Das ist das Problem! Dass die Jugendlichen heute gar nicht mehr arbeiten wollen. Ausbildende werden in allen Branchen händeringend gesucht!
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Berufsschullehrer schrieb:
am 29. Juli 2011 um 15:35:32
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Azubis im Handwerk
Leider gibt es unter den Handwerksbetrieben allzu viele, bei denen erheblicher Zweifel an der Ausbildungsqualität
besteht. Fehlende fachliche und pädagogische Eignung, oft auch einfachster bürgerlicher Umgangsformen, eklatante Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz und andere Arbeitsgesetze sind allen Beteiligten bekannt und werden nicht geahndet. Der Abbruch von Ausbildungsverhältnissen im Handwerk (seit Jahren über 30 %) spricht Bände.
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