
21.04.2011, 07:47 Uhr | Financial Times Deutschland
Verunglückte tragisch: Pietro Ferrero (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der Schreck sitzt tief. Kaum gibt der Nutella-Hersteller Ferrero am Montagabend den überraschenden Tod des Firmenerben Pietro Ferrero bekannt, da kondolieren schon die Großen aus Politik und Industrie. "Italien verliert einen Mann, der das Beste unserer Wirtschaft verkörpert", sagte Außenminister Franco Frattini. Und Emma Marcegaglia, Chefin des Unternehmerverbands Confindustria, sagt, ihr Schmerz finde keine Worte.
Pietro Ferreros tödlicher Fahrradunfall in Südafrika geht weit über die persönliche Tragik hinaus. Sein Tod stürzt den sechstgrößten Süßwarenkonzern der Welt in ein Führungschaos. Pietro war der Garant für Familienpatriarch Michele Ferrero, dass das Familienunternehmen auch nach seinem Tod auf dem richtigen Kurs steuern wird. Der 85-Jährige muss sich nun über Alternativen Gedanken machen.
Italien hat eine solche Situation schon einmal erlebt. Im Jahr 2004, als Umberto Agnelli, der damalige Kopf der Fiat-Dynastie, stirbt und keinen klaren Nachfolger hinterlässt. In ihrer Verzweiflung ruft die Familie mit Sergio Marchionne einen Manager herbei, der sich im Machtvakuum unersetzbar macht. Agnelli-Erbe John Elkann hat heute als Konzernpräsident nur noch einen Beobachterposten, während Marchionne die starke Führungsfigur ist. Ein solches Szenario dürfte der konservative Michele Ferrero vermeiden wollen.
Die aktuellsten Meldungen rund ums Geld werktags in Ihr Postfach! Kostenlos abonnieren
Pietro ist aus dem Nutella-Konzern kaum wegzudenken. Nach Angaben von Insidern hat das Unternehmen zwar ein starkes mittleres Management, doch an der Führungsspitze steht allein die Familie. Und hier galt vor allem Pietro als starker Mann neben seinem Vater. Nur offiziell teilte er die Verantwortung als Firmenchef mit seinem jüngeren Bruder Giovanni. Der natürliche Nachfolger seines Vaters war er. "Giovanni ist nicht fähig dazu, den Konzern zu führen", urteilt ein früherer Ferrero-Spitzenmanager, der die Familie kennt.
Michele wird deswegen dramatische Schritte prüfen müssen. "Er könnte sich gezwungen fühlen, das Unternehmen zu verkaufen. Etwas, was er sonst immer ausgeschlossen hat", sagte der Insider. Das wäre wohl die einzige Möglichkeit, eine schleichende Marginalisierung der Familie in der Firma zu verhindern. Giovanni könnte sich etwa auf die Arbeit in der Ferrero-Stiftung konzentrieren.
Devisen-Handel beim Testsieger, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt sichern
Das Szenario dürfte die Branche elektrisieren. Zukaufsmöglichkeiten in der Süßigkeitenbranche gibt es selten. Das zeigte die Übernahmeschlacht, die sich Ferrero und Hershey auf der einen und Kraft auf der anderen Seite um den Schokoladenkonzern Cadbury lieferten.
Der Zeitpunkt für einen Verkauf ist günstig: Ferrero steht derzeit gut da, muss aber bald große Herausforderungen angehen. Im Premiumsegment nimmt der Wettbewerb zu, berichten die Marktexperten von Euromonitor. Darüber hinaus muss der Konzern in Schwellenländer expandieren. Ferrero macht drei Viertel des Umsatzes von 6,3 Milliarden Euro im hart umkämpften Westeuropa. Analysten, erwarten daher, dass sich die Branche in Stellung bringt. "Ich bin mir sicher, dass einige Banken bereits daran arbeiten, Ferrero Alternativen für die Zukunft zu präsentieren", sagt Simone Ragazzi, Analyst der Centrobanca. Ein Verkauf sowie ein Börsengang sind aus seiner Sicht möglich.
Eines ist sicher: Mit dem Tod Pietros wird Ferrero nicht mehr derselbe Konzern wie früher sein.
Sie suchen einen neuen Job? Finden Sie den passenden Job aus fast 60.000 Stellenangeboten. Jobsuche starten
Quelle: Financial Times Deutschland
Nedret schrieb:
am 21. April 2011 um 17:28:24
(3)
(0)
so ist es nicht!!!
Arbeite auch 20 Jahre bei diesem Betrieb,nein Ferrero ist nicht schlecht zu seinen Arbeitern,und verkaufen niemals so
lange michele lebt,und verkaufen niemals bei der produktpalette (Nutella,Milchschnitteusw.)das wäre genau so als wenn man seinen Gold Esel abschlachten würde.Michele Ferrero ist der reichste Mann Italiens also für was soll er sein Unternehmen verkaufen.?Ich traue Giovanni die Führung des Unternehmens zu auch wenn er bis jetzt 2 Mann war.Ich persönlich bin dankbar für ferrero zu..
mehr
Kommentar melden
LEIDVOLLER schrieb:
am 21. April 2011 um 14:04:29
(0)
(1)
immer das gleiche mit
diesen Familienunternehmen: miserable Nachfolgeregelung, Inkompetenz spielt keine Rolle Hauptsache gleiches Blut,
Nachfolger viel zu jung und unerfahren.
Wenns schlecht läuft, dann sind die Nachfolger obendrein auch noch verzogen und verdorben.
mehr
Kommentar melden
Axel Nässe schrieb:
am 21. April 2011 um 13:41:21
(0)
(1)
Unfall ???
Waren Drogen im Spiel ? Es wird so einiges gemunkelt wie ..
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Neuer Besitzer blätterte mehr als 70 Millionen Euro hin. zum Video