
23.12.2011, 16:08 Uhr | Financial Times Deutschland
118 Euro war die Aktie an der Börse wert, 77 sollen sie dafür bekommen. Kein Wunder, dass die Kleinaktionäre von Triumph sauer sind. Europas größter Wäsche-Hersteller will sie hinausdrängen, um so Börsenkosten zu sparen.
Dieses Mal keine Männerwitze über Körbchen-Größen, sondern Männerfrust über Geldgrößen: Am Donnerstag drängt Europas größter Markenunterwäsche-Konzern Triumph International die letzten Kleinaktionäre aus seinem Deutschland-Ableger. In München wird den Aktionären auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mitgeteilt, dass sie nach Jahrzehnten der Willkommenseinladungen und ehemals sogar eigenen Dessous-Schauen nunmehr unerwünscht sind.
Der in Württemberg gegründete und aus steuerlichen Gründen in die Schweiz abgewanderte Weltkonzern mit 2,18 Milliarden Franken (umgerechnet 1,74 Mrd. Euro) Umsatz 2010 will sich die Börsenkosten sparen. Schätzungsweise 400 Kleinaktionäre halten nur noch vier Prozent Kapitalanteil an der Triumph International AG, der Deutschland-Tochter des Wäschekonzerns.
Doch mit diesem Schritt ist dieses Mal mehr verbunden als lediglich der Rauswurf von Kleinaktionären. Das passiert bundesweit jährlich ein Dutzend Mal. Aber das vor 125 Jahren vom Korsettmacher Johann Gottfried Spiesshofer und dem Kaufmann Michael Braun gegründete Unternehmen Triumph könnte bei der Berechnung des Abfindungsangebots Rechtsgeschichte schreiben.
Den Kleinaktionären werden 76,55 Euro je Aktie als Abfindung angeboten, das ist weit unter dem durchschnittlichen Börsenkurs von 118 Euro drei Monate vor Bekanntgabe des Aktionärsrauswurfs. Bei einer rege gehandelten Aktie wäre eine Abfindung unter dem Durchschnittskurs rechtlich gar nicht zulässig. Doch Triumph ist ein Sonderfall, argumentieren die mit der Preisfeststellung beauftragten Wirtschaftsprüfer von PricewaterhouseCoopers in einem Gutachten. Die Aktie werde so selten gehandelt, dass es keine Rechtsgrundlage für einen Durchschnittskurs gebe. Der zusätzlich bestellte Gutachter Rölfs aus Düsseldorf verweist hingegen darauf, dass es noch keine höchstrichterliche Entscheidung in dieser Schlüsselfrage gebe. Rölfs stimmt dem Angebot letztlich aber auch zu.
Am Donnerstag teilte Triumph mit, dass die Kleinaktionäre nunmehr statt 76,55 Euro 79,22 Euro bekommen sollen. Begründet wird dies mit einer Änderung des Basiszinssatzes nach Abschluss der Bewertungsarbeiten.
Quelle: Financial Times Deutschland
horst schrieb:
am 8. Februar 2012 um 11:39:51
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triumpf
ich hatte diese aktien geerbt und kenne mich nicht wirklich damit aus.
was ich bislang verstehe hört sich nach betrug an, oder?
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Gerd schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 08:34:59
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Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
So ähnlich war das damals mit der Rückführung von t-online Aktien. Erst wurden sie beim Börsengang
völlig überteuert auf den Markt gebracht. Überteuert weil die Werte die angeblich hinter der Aktie standen, überhaupt nicht realistisch waren. Dann der Verfall des Kurses als diese Dinge an's Licht kamen. Und zuguterletzt der "Rückkauf" durch die Telekom zu einem Wert unter dem an der Börse gehandeltem. Ich nenne das ganz einfach Betrug, genau wie jetzt bei Triumph. Überall nur noch Bes
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Josef schrieb:
am 23. Dezember 2011 um 08:00:37
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Triumpf
Als es Triumpf schlecht ging waren alle an den Kleinaktionären froh.Heute widdern die Großen das große Geschäft u da sind die
Kleinen nur hinderlich darum sollen sie raus.Das ist die große Geldpolitik.Es fragt sich nur,wer sind diese Großen?Etwa die achso leiben Banken?
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