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Bahn-Aufsichtsratschef verteidigt Millionenprämien
28.10.2008, 09:51 Uhr | bv
Bahn-Zentrale am Potsdamer Platz in Berlin (Foto: imago)Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn, Evonik-Chef Werner Müller, hat die Sonderzahlungen an den Bahn-Vorstand bei einem Börsengang verteidigt. "Hier zählt das Leistungsprinzip und sonst gar nichts", sagte Müller der "Süddeutschen Zeitung" (SZ): "Für gute Arbeit beim Börsengang gibt es gutes Geld, für durchschnittliche Arbeit weniger und für schlechte Arbeit gar nichts."
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Zahlungen nach Börsenerlös gestaffelt
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte zuvor erfolglos bei Müller interveniert. Tiefensee, der erst spät von der Regelung erfahren hatte, wollte die Boni nachträglich kippen lassen. Nach Informationen der Zeitung sind die Sonderzahlungen gestaffelt und richten sich nach dem Börsenerlös.
Weniger als eine Million für Mehdorn
Danach sollte etwa Bahnchef Hartmut Mehdorn schon bei einem Verkaufserlös von 3,5 Milliarden Euro einen Bonus von 150.000 Euro bekommen, Finanzchef Diethelm Sack 130.000 Euro. Bei Erlösen zwischen 4,5 und fünf Milliarden Euro erhielte Mehdorn nach Angaben der "SZ" 600.000 Euro, der gesamte Vorstand teilte sich vier Millionen Euro. Die höchsten Sonderzahlungen seien für einen Erlös von mehr als sieben Milliarden Euro geplant: sie lägen den Angaben zufolge für Mehdorn dann aber immer noch unter einer Million. Der komplette achtköpfige Bahnvorstand solle in den Genuss der Vorteile kommen.
Tiefensees vergebliche Intervention
Tiefensee hatte die Deutsche Bahn am Montag aufgefordert, auf die Millionen-Bonuszahlungen zu verzichten. Entsprechende Verträge sollten aufgehoben werden, sagte der Sprecher des Ministers. Pikant am Streit um die Boni ist, dass Tiefensee von seinem eigenen Staatssekretär, Matthias von Randow, über die geplanten Zahlungen offenbar nicht informiert wurde.
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Quelle: AFP
, dpa-AFX
, t-online.de