17.03.2010, 15:05 Uhr | AFP, dpa
Tarifrunde: Transnet und GDBA wollen Sechs-Prozent-Paket bei der Bahn (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA gehen mit einem Gesamtpaket im Wert von sechs Prozent Entgelterhöhung in die anstehende Tarifrunde. "Eine Lohnpause wäre in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal", erklärten der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner und GDBA-Vizechef Heinz Fuhrmann bei der Bekanntgabe ihrer Forderungen. Das Paket setzt sich aus Einkommenserhöhungen und Arbeitserleichterungen zusammen, deren Details zunächst nicht bekannt wurden.
Der bisherige Einkommenstarifvertrag läuft am 31. Juli aus. Parallel zur Lohnrunde für 120.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG werden in diesem Jahr auch Verhandlungen über eine Verlängerung des Beschäftigungsbündnisses aufgenommen, das sonst am Jahresende ausläuft. Davon sind 160.000 Mitarbeiter betroffen.
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages solle zwölf Monate betragen, erklärten Fuhrmann und Kirchner. Im Mittelpunkt stehe die Forderung nach einer realen Einkommenserhöhung. Hinzu kommen Verbesserungen bei Zulagen und Arbeitszeit. Spielräume für Entgelterhöhungen seien bei der Deutschen Bahn vorhanden, meinten die Funktionäre, "denn trotz der Krise wird der Konzern in der kommenden Woche wieder einen sehr hohen Gewinn verkünden. Das ist vor allem auf die Leistung der Beschäftigten zurückzuführen."
Auch seien Entgelterhöhungen zur Stabilisierung der Massenkaufkraft und damit der Binnennachfrage notwendig. Dabei solle es eine soziale Komponente geben, die den unteren Tarifgruppen einen höheren Zuwachs sichere. Die Arbeitnehmerorganisationen fordern darüber hinaus eine Erhöhung von Zulagen für Beschäftigte im Schicht- und Wechseldienst. "Die Belastungen durch ungünstige Schichtlagen haben zugenommen. Dafür muss es eine Kompensation geben", erklärten Kirchner und Fuhrmann. Ferner soll über die bestehenden tariflichen Regelungen zur Altersteilzeit verhandelt werden, um sie an neue Gesetze anzupassen.
Tarifeinigungen mit der Bahn und privaten Wettbewerbern wollen Transnet und GDBA an eine zentrale Bedingung knüpfen: "Es kann keinen Einkommensabschluss mit einem Eisenbahnverkehrsunternehmen geben in diesem Jahr, wenn nicht gleichzeitig ein Durchbruch für einen Branchentarifvertrag erfolgt", sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner. Bisher sei mit den Arbeitgeberverbänden keine Verständigung erreicht worden. Mit privaten Bahngesellschaften gebe es derzeit 38 "offene Tarifbaustellen".
Zuletzt hatte die Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA im Winter 2008/2009 insgesamt 4,5 Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung von 500 Euro erreicht. Vor einigen Tagen hatte die Bahn angesichts anhaltend schwarzer Zahlen eine weitere Erfolgsbeteiligung von 300 Euro für 2009 zugesagt, was aber schon vor einigen Jahren tariflich vereinbart worden war.
AFP, dpa
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