23.02.2012, 15:52 Uhr | dpa-AFX, AFP, dapd
Hohe Rendite bei kurzem Lebensabend: Darauf setzten die Anleger der "Todeswette" (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Wegen ethisch zweifelhafter Fonds stand die Deutsche Bank unter Beschuss - jetzt begräbt das Geldhaus seine umstrittene "Todeswette". Der Konzern bietet Anlegern den vorzeitigen Ausstieg aus dem geschlossenen Fonds "db Kompass Life 3" an, der noch eine Laufzeit bis Ende März 2015 hat.
"Die Anleger werden in Kürze ein schriftliches Rückkaufangebot erhalten. Damit können sie ihr investiertes Kapital unter Abzug zwischenzeitlich erhaltener Zahlungen zurück erhalten", teilte die Deutsche Bank mit. Damit reagiere die Bank auf die "öffentliche Diskussion um die Berechtigung des Produkts".
Die Investoren hatten sich nach Angaben aus Finanzkreisen allerdings weniger über die moralische Berechtigung des Fonds, sondern über mangelnde Rendite beschwert. Der Ertrag des Fonds richtet sich nach der Lebenserwartung einer Gruppe aus 500 US-Bürgern, die sich freiwillig als Referenzgruppe zur Verfügung stellten und ihre voraussichtliche Lebenserwartung vorab von medizinischen Gutachtern schätzen ließen.
Der Gewinn der Anleger hängt davon ab, wann die Menschen tatsächlich sterben: Je früher dies der Fall ist, desto höher ist die Rendite. Experten halten dies für eine konkrete Wette zwischen der Bank und den Anlegern auf die Todeszeitpunkte der Betroffenen.

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Anlegervertreter haben das Ausstiegs-Angebot einhellig begrüßt. "So schnell hat sich die Bank noch nie bewegt", sagte der Hamburger Rechtsanwalt Tilman Langer. Die Bank habe offenbar gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden wollen. Allerdings sei nicht klar, ob auch alle Anleger das Angebot annähmen, erklärte Langer, der mehrere Dutzend Investoren des Fonds vertritt.
Der Bremer Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen sagte, er gehe unter den genannten Bedingungen von einer breiten Zustimmung für das Ausstiegsangebot aus. Er lobte den Schritt der Deutschen Bank. "Es gehört etwas dazu, Fehler einzugestehen", sagte Gieschen, der zwei Dutzend Anleger vertritt. Das Angebot passe zu dem Versprechen des scheidenden Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann, seinen Nachfolgern ein besenreines Haus zu hinterlassen.

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Der "Spiegel" hatte Anfang Februar über die Kritik des Bankenverbandes an der "Todeswette" berichtet. "Dies ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen", zitierte das Magazin die Ombudsstelle des Bankenverbands.
Der Fonds wurde nach Angaben der Bank im Jahr 2007 aufgelegt. Etwa 10.000 Anleger, hauptsächlich aus Deutschland, investierten rund 200 Millionen Euro. Anders als bei den beiden Vorgängerprodukten handelt es sich bei "Kompass Life 3" um ein rein synthetisches Produkt. Der Fonds habe "keinen Bezug zu realen Lebensversicherungspolicen", erklärte die Bank.
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Quelle: dapd , AFP , dpa-AFX , t-online.de
Kaufmann schrieb:
am 23. Februar 2012 um 13:47:17
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KDM
Hallo, derartige Fonds kann man seit mind. 10 Jahren in Europa zeichnen, hier sind bes.englische Banken führend mit
Milliardenvolumen.Für kleine Leute nicht geignet, da mindesbetrag 30.000. Ganz normales Geschäft,nichts anderes als bei jeder Lebensversicherung mit ihren billionenbeständen,je früher der VN stirbt, umso mehr zu verdienen, Also, erst schlau machen.
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Atanar schrieb:
am 23. Februar 2012 um 13:05:35
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ich verstehe nicht
wo die Gewinne herkommen sollen wenn einer der Menschen stirbt wenn da keine Lebensversicherung dabei sein soll. Oder
"spielt" die DB dabei eine Lebensversicherung und geht mit den eingezahlten Beiträgen bis zur Auszahlung woanders spekulieren ? Aber das rechnet sich doch eigentlich auch nicht... und man kann wohl mit Sicherheit davon ausgehen das die Bank am Schluss KEINEN Verlust macht ...
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exdbler schrieb:
am 23. Februar 2012 um 12:29:49
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@tom
Papier ist geduldig, lieber Tom, was heißt Synthese denn? Es wird einfach ein Derivat gestrickt mit einem Underlying. Glauben bitte Sie
nicht alles, was Sie lesen.
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