19.03.2010, 09:03 Uhr | dpa, mmr
Josef Ackermann (Foto: Reuters)
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hält die Rettung des hochverschuldeten Griechenlands für alternativlos. "Wenn wir Griechenland nicht stabilisieren können, haben wir das nächste Problem. Die Kosten sind zu hoch, wenn man keine Rettung findet", sagte Ackermann am Mittwochabend bei einer Veranstaltung des Center for Financial Studies in Frankfurt. Die deutschen Banken - nicht die Deutsche Bank - hätten dort "beträchtliche Milliarden im Feuer". Nach früheren Angaben der Bank für den Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) handelt es sich um einem Betrag von gut 31 Milliarden Euro.
Insgesamt müsse die Suche nach Lösungen aus der Finanzkrise wieder stärker weltweit abgestimmt werden, mahnte Ackermann. Tendenzen zu Abschottung und nationalen Alleingängen betrachte er mit Sorge. "Die Preisgabe international integrierter Finanzmärkte wäre nicht nur ein Bruch wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Grundentscheidungen, sie wäre vor allem verbunden mit massiven Wohlfahrtseinbußen", sagte der Chef des DAX-Konzerns.
Trotz der Finanzmarkt-Turbulenzen verteidigte Ackermann innovative Finanzprodukte. "Moderne Volkswirtschaften sind ohne moderne Finanzprodukte nicht denkbar", sagte Ackermann. Ein Verzicht auf Produkte, wie etwa die stark in die Kritik geratenen Kreditausfall-Versicherungen (Credit Default Swaps, CDS), führe zu hohen gesamtwirtschaftlichen Kosten. Mittels CDS-Papieren würden Risiken handelbar und bekämen damit einen Preis. Es sei ein Fehlschluss zu glauben, die Finanzbranche ziehe ihre Existenzberechtigung ausschließlich aus der Versorgung der Realwirtschaft mit Finanzdienstleistungen. "Die Schuldzuweisungen an sogenannte Spekulanten im Zusammenhang mit den Problemen Griechenlands offenbaren grundlegende Missverständnisse über die Funktionsweise, Grenzen und Möglichkeiten moderner Finanzinstrumente", so Ackermann.
Aber: "Es steht außer Frage, dass der Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte einer grundlegenden Reform bedarf. Die Schwächen, die die Krise offengelegt hat, waren zu offenkundig." Allerdings sei die Schuld für die Krise nicht nur bei der Finanzbranche zu suchen: Auch niedrige Zinsen und regulatorisches Versagen seien mitverantwortlich. Darum müssten Reformen auch an verschiedenen Stellen ansetzen. Unter anderem sei angeraten, die Verflechtung der Marktteilnehmer untereinander zu verringern: "Wir müssen verhindern, dass kranke Finanzinstitute gesunde Wettbewerber infizieren", sagte Ackermann. Die Aufsicht müsse schon eingreifen dürfen und den Abbau von Risiken verlangen, bevor ein Institut kurz vor dem Kollaps stehe. Dazu brauche es auch gesamteuropäische Aufsichtsstrukturen.
Alle Marktteilnehmer sollten sich besser auf die mögliche Rettung einer Bank vorbereiten, forderte Ackermann und erinnerte an die Probleme bei der Rettung von IKB und Hypo Real Estate (HRE). "Ein Stabilisierungsfonds für die Restrukturierung von Banken ist in meinen Augen unverzichtbar."
dpa, mmr
Sevara schrieb:
am 22. März 2010 um 22:34:44
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...
Rettet Deutschland vor Ackermann!
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thorsten s. schrieb:
am 19. März 2010 um 00:48:40
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Griechenland
ok, retten wir Alexis Sorbas, Gastritis und co aber wer rettet uns vor Ackermann und seinen Derivaten ?
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Spleeny schrieb:
am 18. März 2010 um 23:26:41
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CDS
Jetzt muß man es mir doch erklären: Die CDS sind dazu da, dass man Kreditausfälle versichert.......hat jetzt wieder mal jemand
gepennt, dass der Ausfall von griechischen Krediten nicht versichert ist? ...und soll das ganze wieder einmal die Allgemeinheit bezahlen?
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